Blumen des Bösen

Die Band "Made for Chickens by Robots" führt Hasil Adkins' Geist weiter und gastiert diese Woche in Wien und Linz

Hasil Adkins hat es nie nach Europa geschafft. Zwar gab es in den 1990er- und den Nullerjahren Angebote an den Musiker, aber die Bewährungsauf lagen der US-Justiz verhinderten jeden Kulturaustausch. 2005 war es dann zu spät, Hasil Adkins starb im Alter von 67 Jahren. Aber sein Erbe lebt weiter.

Hasil Adkins war dafür berüchtigt, die wildeste Ein-Mann-Kapelle zwischen dem Atlantik und dem Pazifik zu sein. Als Kind hörte er im Radio Lieder von Hank Williams und dessen Zeitgenossen und dachte, alles, was er da hörte, würde eben diese eine Person spielen, gleichzeitig. Als er seinen Irrtum bemerkt hatte, war es zu spät. Mit Gitarre, zu der er selbst das Schlagzeug trat, veröffentlichte der Mann aus West Virginia hunderte Singles im Fach des Rockabilly, aus dem unter Adkins wesentlichem Zutun bald das Fach Psychobilly als Blume des Bösen erblühte. Adkins' Kunst kreiste mit wenigen, sich nicht zu weit von seinem Kernthema entfernenden Ausnahmen um die Probleme, die nicht erwiderte Liebe mit sich bringt. Tote Hühner zum Beispiel, viele tote Hühner.

Diese lange Einleitung war notwendig, um auf die Tour von Made for Chickens by Robots überzuleiten, die diese Woche Wien und Linz streift. Hinter diesem Namen verbirgt sich Anto Macaroni, der das Werk Adkins' in dessen Geist weiterführt. Die primitive Anmut des Rock 'n' Roll wird von rauledernen Arbeitshandschuhen über der Griffhand gewährleistet, der Arbeitsstiefel steigt derweil aufs Schlagzeug pedal. Aus Australien kommend, gastiert er mit dem ebenfalls schwer vermittelbaren Keyboarder BJ Morriszonkle im Wiener Fluc (19. 10., 21.00) und im Linzer Roten Krebs (20. 10., 20.00). Ein Kirchgang! (flu, DER STANDARD, 17.10.2012)

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