Ubuntu 12.10 veröffentlicht

  • Der Desktop von Ubuntu 12.10, jetzt mit einer Extra-Prise Amazon.
    vergrößern 1024x768
    screenshot: andreas proschofsky / derstandard.at

    Der Desktop von Ubuntu 12.10, jetzt mit einer Extra-Prise Amazon.

  • Eine der Neuerungen in Unity für Ubuntu 12.10: Eine Preview-Ansicht für Dokumente, Videos, Musik und mehr.
    vergrößern 1024x683
    screenshot: andreas proschofsky / derstandard.at

    Eine der Neuerungen in Unity für Ubuntu 12.10: Eine Preview-Ansicht für Dokumente, Videos, Musik und mehr.

  • Der Quetzal, eine vor allem in Lateinamerika vorkommende Vogelart, gibt das Maskottchen für Ubuntu 12.10.

    Der Quetzal, eine vor allem in Lateinamerika vorkommende Vogelart, gibt das Maskottchen für Ubuntu 12.10.

Verbesserungen für Unity, umstrittene Amazon-Integration und Konsolidierung der Installationsmedien

Sechs Monat nach der Freigabe von Ubuntu 12.04 steht nun bereits die nächste Version der beliebten Linux-Distribution zum Download: Ubuntu 12.10 "Quantal Quetzal" bringt nach einem vor allem auf Stabilisierung ausgerichteten Entwicklungszyklus nun wieder einige grundlegende Neuerungen für das System.

Auswahl

So wurde die Vielfalt der bisher verfügbaren Installationsmedien deutlich reduziert: Eine Alternate-CD gibt es nicht mehr, das umfangreiche DVD-Image wurde ebenfalls gestrichen. Statt dessen wird jetzt nur mehr ein gemeinsames, rund 800 MByte großes Live-Image, das sich vom USB-Stick oder einer DVD nutzen lässt, angeboten. Dazu passend wurden der grafische Installer von Ubuntu überarbeitet, um hier die Einrichtung von verschlüsselten Systemen und LVM-Konfigurationen zu erlauben.

Unity

Der Ubuntu eigene Desktop Unity hat ebenfalls so manche Neuerung bekommen: So wurde Unity2D in Pension geschickt, auf älteren Rechnern wird nun statt dessen Software Rendering per LLVMpipe zur Darstellung genutzt. Für diverse Dateitypen gibt es im Unity Dash jetzt eine Previewansicht. Über diese kann dann beispielsweise ein Musikalbum direkt angezeigt und abgespielt werden.

Amazon

Die im Vorfeld wohl am meisten diskutierte Neuerung: Von Haus aus werden im Unity Dash nun auch Ergebnisse vom Online-Händler Amazon geliefert. Canonical sieht darin den Anfang einer weitergehenden Integration von Online-Suchergebnissen, über die man - unter anderem - Einnahmen für die Entwicklung lukrieren will. Nach zahlreicher Kritik an der ursprünglichen Implementation gibt es mittlerweile einen Einstellungspunkt, mit dem die Einbindung von Online-Quellen in Unity vollkommen deaktiviert werden kann.

GNOME 3.x

Als Basis für Ubuntu dient weiterhin der GNOME-Desktop, hier allerdings in einer Mischung aus der (aktuellen) Version 3.6 und dessen Vorgänger 3.4. So hat man sich etwa dazu entschlossen auf die neueste Version des Dateimanagers Nautilus zu verzichten, die von zahlreichen Umbauten gekennzeichnet ist.

Web Apps

Auch an zweiter Stelle hat Amazon Einzug in den Desktop gehalten: Im Launcher-Bereich befindet sich nun ein Link auf den Online-Händler. Dies dient dabei auch als erstes Beispiel für den neuen "Web App"-Support im Desktop, über den Online-Anwendungen mit dem lokalen Desktop verknüpft werden können. Auch sonst bemüht man sich Online-Quellen besser in den Desktop zu integrieren, dies mit einer zentralen Autorisierungsstelle für diverse Services - von Twitter über Flickr bis Facebook.

Download

Ubuntu 12.10 kann ab sofort kostenlos von der Seite der Distribution heruntergeladen werden, bestehende NutzerInnen können alternativ ein Upgrade durchführen. Einen ausführlichen Test der neuen Version der Linux-Distribution werden wir am Sonntag veröffentlichen. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 18.10.12)

Share if you care