Geschichten aus dem Wiener Grätzel

16. Oktober 2012, 16:15
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JP Immobilien will Kunden und Investoren mit dem ersten "Grätzelbericht" Lust auf wenig beachtete Gegenden der Bundeshauptstadt machen

Dort investieren, wo noch niemand ist; und dann, wenn alle dort sind, auch schon wieder weg sein - so verhalten sich nicht nur erfolgreiche Börsenspekulanten, sondern auch vorausschauende Immobilienentwickler. Bei JP Immobilien in der Lehargasse im 6. Wiener Bezirk weiß man das - und gibt mit dem "Grätzelbericht" neuerdings auch eine gedruckte Einschätzung davon heraus, welche Wiener Ecken und Bezirksteile - eben die berühmten "Grätzeln" - noch nicht so ganz, aber eventuell schon sehr bald "in" sein könnten.

Manche Prophezeiung klingt nicht allzu gewagt, manche aber doch. Dass das weitläufige, von öffentlichen Verkehrsmitteln bisher weitgehend unerschlossene Gelände des Arsenals im 3. Bezirk in dem 24-seitigen Heft als eines von vier potenziellen In-Grätzeln vorgestellt wird, verwundert etwas. JP hat dort schon vor einigen Jahren zwei Häuser entwickelt und verkauft, "mittlerweile sind wir dort schon lange wieder ausgestiegen", bekannte Martin Müller, geschäftsführender Gesellschafter der J+P Immobilienmakler GmbH (Unternehmensgruppe Jelitzka+Partner), bei der Präsentation des Berichts am Dienstag am Wiener Yppenplatz.

"Nicht den tausendsten Marktbericht"

Die Location war nicht zufällig gewählt: Das "Yppenviertel" im 16. Bezirk ist nämlich so ein Stadtviertel, das tatsächlich am steil aufstrebenden Ast liegt - das zeigt nicht zuletzt auch der aktuelle "Zinshausmarktbericht" von Otto Immobilien. Man wollte aber eben genau nicht "den tausendsten Marktbericht" herausgeben, sondern mit dem "Grätzelbericht" etwas Neues machen, erklärte Müller. Das großformatige Heft soll auch dazu dienen, Kunden und Investoren anzulocken und von den (versteckten) Qualitäten mancher Wiener "Grätzeln" überzeugen.

Neben dem Arsenal und dem Yppenviertel werden darin auch das "Elisabethviertel" zwischen Südtiroler Platz und St. Elisabeth-Platz (4. Bezirk) sowie das Gebiet rund um die Goldschlagstraße beim neuen Westbahnhof im 15. Bezirk mit schönen Bildern und vielen Worten vorgestellt. "Hard facts" wie aktuelle Wohnungs- und Grundstückspreise finden sich in dem Heft nicht; kurze Reportagen und Features über "Geheimtipps" wie eine "Edelgreißlerei" oder ein angesagtes Taschen-Geschäft sollen eher einfach nur "Gusto aufs Grätzel" machen.

Ausstrahlung inbegriffen

Das Arsenal etwa weise als "Stadt in der Stadt" schon jetzt eine "gute Community" auf, erläuterte Müller; mit dem neuen Hauptbahnhof direkt daneben und der künftigen U2-Anbindung werde hier eine Dynamik entstehen, die es "besonders spannend macht". 14.000 Quadratmeter an Dachgeschoß-Ausbauten sind hier in den kommenden Jahren geplant, "das ist so viel wie acht ganze Häuser".

Und die vier präsentierten Grätzeln werden auch nicht isoliert vom restlichen Wien ihre Dynamik entfalten, sondern in die Nachbar-Grätzeln ausstrahlen, glaubt Müller. Der Aufschwung des Yppenviertels werde bald bis hinauf zur Hernalser Hauptstraße reichen, die anderen drei Regionen befinden sich nicht zufällig neben neuen Großbahnhöfen; dieses Zusammenspiel sorgt für den nötigen Image-Aufschwung.

2. Bezirk: "Zug schon abgefahren"

Diesen haben andere Gebiete schon hinter sich. Das Karmeliterviertel im 2. Bezirk etwa; dort sei für Investoren, die den großen Schnitt machen wollen, "der Zug schon längst abgefahren". Andere Gegenden wiederum hält Makler Müller, der sich laut eigenen Angaben regelmäßig von den verschiedensten Wiener Grätzeln ein Bild macht, für etwas überbewertet - "beispielsweise die Gegend um die alte WU". Dort müsse man erst sehen, ob das was werden könne mit den "hippen" Lokalen, der Studentenbeisl- und Kunstszene. (map, derStandard.at, 16.10.2012)

  • Der "Grätzelbericht" wurde zunächst mit einer Auflage von 5.000 Stück produziert, er kann von der JPI-Website aber auch downgeloadet werden.
    cover: jp immobilien

    Der "Grätzelbericht" wurde zunächst mit einer Auflage von 5.000 Stück produziert, er kann von der JPI-Website aber auch downgeloadet werden.

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