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Die Plexus-coeliacus-Blockade ist ein sehr bewährtes schmerztherapeutisches Vorgehen. Sie wird vor allem dann eingesetzt, wenn Patienten aufgrund von Tumoren im Bauchraum an unerträglich starken Schmerzen leiden oder andere sehr starke viszerale Schmerzen bei Erkrankungen wie Magenausgangsstenosen, chronischer Pankreatitis oder Hämangiomen der Leber vorliegen.
Bei der Plexus-coeliacu- Blockade wird das dem Schmerz zugrunde liegende sympathische Nervengeflecht im Bauchraum ausgeschaltet, indem man unter Bildgebung ventral durch Bauchraum und Magen hindurch in das Nervengeflecht, das die Aorta umgibt, sticht und dort ein Depot aus reinem Alkohol injiziert.
Eine zweite Möglichkeit ist der dorsale Zugang. Dabei wird vom Rücken aus an Wirbelsäule und Aorta vorbei das Depot in das Geflecht des Plexus coeliacus gesetzt. Ilias: "Eine neuere, sehr elegante Methode ist der Zugang mittels eines mit Ultraschall ausgestatteten Gastroskops, mit dem durch die Magenhinterwand das Alkoholdepot injiziert wird", erklärt Wilfried Ilias, Vorstand der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien und ehemaliger Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG).
Darm und innere Organe sind zwar schmerzunempfindlich, nicht jedoch die sie umgebenden Blutgefäße. Werden nun der Darm oder die inneren Organe etwa durch das Wachstum eines Tumors gequetscht oder gedehnt, oder Blutgefäße in der Umgebung verletzt, kommt es zu mitunter sehr starken Schmerzen. "In vielen Fällen ist eine medikamentöse Schmerztherapie nach dem WHO-Stufenschema inklusive Ausschöpfung der Co-Analgetika nicht ausreichend, um die Schmerzen auszuschalten. Hier kann die Plexus-coeliacus-Blockade Abhilfe schaffen", sagt Ilias.
Die Wirkdauer des Eingriffs ist zeitlich auf sechs Monate bis drei Jahre begrenzt, dann muss er wiederholt werden. Da der Plexus coeliacus nicht einfach zugänglich ist, sollte seine Blockade von erfahrenen Anästhesisten oder Gastroenterologen durchgeführt werden. Ein großer Vorteil dieses Verfahrens ist, dass es ambulant durchgeführt werden kann.
Der Erfolg dieser Methode wurde auch in einer großen Metaanalyse von 59 Studien mit insgesamt 1.145 PatientInnen belegt. Ilias: "Bei 89 Prozent der Patienten zeigte sich eine gute bis ausreichende Schmerzreduktion bereits in den ersten zwei Wochen nach dem Eingriff. Bei 90 Prozent der Studienteilnehmer konnte nach drei Monaten eine partielle bis komplette Schmerzlinderung festgestellt werden. Bei 70 bis 90 Prozent der Patienten blieb diese Schmerzlinderung über die drei Monate hinaus bis zu ihrem Tod aufrecht."
Bei 96 Prozent der PatientInnen traten als Nebenwirkungen lokale Schmerzen auf, 44 Prozent litten an Durchfall, weil durch die Blockade die Darmperistaltik beeinflusst wird, und bei 38 Prozent war Bluthochdruck zu verzeichnen.
Beispiele aus der Praxis
In der Praxis hat sich die Plexus-coeliacus-Blockade bestens bewährt. Ilias: "So hatte ich vor einiger Zeit eine Patientin mit subtotaler Magenresektion, die nach ihrer Operation keine Nahrung oder Flüssigkeit mehr zu sich nehmen konnte, weil sie bei jedem Schluck oder Bissen unerträgliche Schmerzen im Bauchraum hatte. Nach der Blockade des Plexus coeliacus war die Patientin schmerzfrei und konnte wieder normal Nahrung zu sich nehmen."
Ein Patient litt an einem Hämangiom ("Blutschwamm") der Leber, das aufgrund seiner Lage durch mehrere Gewebeschichten nicht entfernt werden konnte. Wegen seiner starken Schmerzen wurde bei ihm eine Plexus coeliacus Blockade durchgeführt. Ilias: "Nach dem Eingriff war er schmerzfrei." (red, derStandard.at, 16.10.2012)
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