Internetkriminalität boomt: Um 150 Prozent mehr Anzeigen

16. Oktober 2012, 14:08
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Gewalt- und Raubdelikte sind ebenfalls deutlich gestiegen - Einbrüche und Kfz-Diebstähle gehen zurück

Wien - Die Kriminalität im Internet nimmt weiter zu. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres hat es in Österreich um 150 Prozent mehr Anzeigen (7.729) gegeben als im Jahr davor (2011: 3.114 Anzeigen). Das geht aus der am Dienstag veröffentlichen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes (BK) hervor. Die Gesamtkriminalität ist dadurch von Jänner bis September um 3,1 Prozent wieder gestiegen (2012: 404.958; 2011: 392.837). Die Aufklärungsquote liegt bei derzeit bei 42,2 Prozent.

Wurden in den ersten neun Monaten des Vorjahres 1.179 Fälle angezeigt, gab es im gleichen Zeitraum 2012 eine Zunahme um fast 200 Prozent auf 3.530 Anzeigen. Deutliche Steigerungen - bei kleineren Absolutzahlen - gab es auch beim Phishing (Anstieg von 92 auf 331 Anzeigen) und Hacking (Anstieg von 158 auf 515 Anzeigen).

Mehr Gewaltdelikte

Auch die Gewaltdelikte steigen. Die Anzeigen nach Tötung, Körperverletzung und Sittlichkeitsdelikten insgesamt sind um 5,5 Prozent gestiegen von 31.150 im Jahr 2011 auf 32.864 im Jahr 2012. Bei der vorsätzlichen Tötung (Mord, Totschlag und Tötung eines Kindes nach der Geburt) gab es ein Plus von 16,5 Prozent (2011: 127; 2012: 148), im Bereich Körperverletzung stiegen die Anzeigen um 5,4 Prozent (2011: 29.060; 2012: 30.630) und bei den Sittlichkeitsdelikten um 6,2 Prozent (2011: 1.963; 2012: 2.086).

11.440 Einbrüche

Rückläufig sind die Zahlen bei Kfz-Diebstählen und beim Einbruch. 3.210 Anzeigen gab es nach Fahrzeugdiebstählen, um 16 Prozent weniger als noch in den ersten neun Monaten 2011 (3.809). Anzeigen nach Einbrüchen in Wohnungen in Einfamilienhäuser blieben nahezu unverändert: 11.440 von Jänner bis September 2012, 11.486 im gleichen Zeitraum 2011.

Viel mehr Juweliere ausgeraubt

Eine deutliche Zunahme gab es von Jänner bis September 2012 bei Raubdelikten. Laut Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes (BK) haben Überfälle auf Banken und Postämter um 36,4 Prozent zugenommen (2011: 55; 2012: 75). Juwelierüberfälle sind um rund 57 Prozent gestiegen (2011: 14; 2012: 22) und jene auf Tankstellen gar um 82,5 Prozent von 40 Fällen in den ersten drei Quartalen 2011 auf 73 im Jahr 2012.

Trafiken Ziel von Kriminellen

Auch Trafiken waren wieder vermehrt Ziel von Kriminellen: Von 42 Raubdelikten im Jahr 2011 auf 72 heuer (plus 71,4 Prozent). Überfälle auf Wettbüros haben um 23,4 Prozent zugenommen (2011: 47; 2012: 58). Beim Taxiraub gab es ein Plus von fast 30 Prozent (2011: 37; 2012: 48).

Rückläufig waren Fälle von Handtaschenraub (minus 12,6 Prozent; 2011: 405; 2012: 354). Auch Mobiltelefone wurden weniger oft räuberisch entwendet (minus 9,6 Prozent; 2011: 439; 2012: 397). (APA, 16.10.2012)

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