Synagoge aus byzantinischer Zeit entdeckt

16. Oktober 2012, 13:49
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Freilegung bei jüngster Grabungskampagne österreichischer Archäologen in Limyra

Wien/Antalya - Österreichische Archäologen haben bei einer Grabung in der antiken Stadt Limyra an der Küste Lykiens eine Synagoge entdeckt, die aus der Übergangszeit von der Antike zum Frühmittelalter stammt. Wie der Leiter der Grabung des Österreichischen Archäologischen Instituts (ÖAI), Martin Seyer, mitteilte, handelt es sich um die erst vierte Synagoge aus antiker bzw. byzantinischer Zeit, die in Kleinasien entdeckt wurde. Sie wird auf das 6. bis 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung datiert.

Die Ruinen der lykischen Stadt Limyra liegen etwa sechs Kilometer nordöstlich der heutigen türkischen Stadt Finike in der Nähe von Antalya. Die ältesten Funde in Limyra reichen in das 8. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zurück. Vier Jahrhunderte später erlebte die Stadt eine Blütezeit - unter anderem wurden monumentale Grabstätten für Angehörige der Aristokratie gebaut.

Der Synagogenfund

Limyra ist neben Ephesos die zweite wissenschaftliche Grabung österreichischer Forscher in der Türkei. Die Ausgrabungen wurden 1969 begonnen, seit 2002 laufen sie als Projekt des ÖAI. Bei der diesjährigen Grabungssaison im August und September haben die Wissenschafter die Synagoge sowie deren kostbare Ausstattung freigelegt. Seyer spricht "vom absoluten Höhepunkt in der archäologischen Erforschung der Stadt Limyra". Erste Hinweise auf die Bedeutung des Gebäudes fanden sich bereits bei dessen Freilegung durch Funde zahlreicher Fragmente von Fensterglas sowie Wandverkleidung aus Marmor.

Als Synagoge identifiziert werden konnte der Bau durch zwei Reliefplatten mit Darstellungen von siebenarmigen Leuchtern (Menora) sowie ein Wasserbecken in der Nordost-Ecke des Gebäudes, welches als rituelles Tauchbecken (Mikwe) erkannt wurde. Der Fund des Tauchbeckens ist bisher das einzige Beispiel in einem antiken jüdischen Heiligtum im Gebiet der heutigen Türkei.

Eine mächtige Aschenschicht innerhalb der Synagoge deutet darauf hin, dass sie durch einen Brand zum Einsturz kam. Bisher konnte nur ein kleiner Teil der Synagoge freigelegt werden, für nächstes Jahr ist eine Fortsetzung der Grabungsarbeiten geplant. Parallel dazu soll mit der Konservierung des Baus begonnen werden, um Mauern sowie die kostbare Innenausstattung vor dem Verfall zu schützen.(APA/red, derStandard.at, 16. 10. 2012)

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