Neue Studie: File-Sharer kaufen 30 Prozent mehr Musik

  • Laut der Studie haben 30- bis 49-Jährige durchschnittlich noch 50 CDs zuhause
    foto: apa

    Laut der Studie haben 30- bis 49-Jährige durchschnittlich noch 50 CDs zuhause

Eine neue Studie zeigt auf, dass File-Sharer mehr Musik kaufen als Nicht-File-Sharer

Immer wieder gibt es Studien darüber, dass gerade die, die immer wieder in die Kritik der Musikindustrie geraten, diese vor allem online am Leben erhalten. Nun hat sich erneut eine Studie der Columbia University in New York mit dem Konsumverhalten von File-Sharern in den USA und Deutschland auseinandergesetzt. 

Fast 80 Prozent haben Musik auf Rechnern

In einer vorherigen Datenerhebung kam die University of Columbia zu dem Schluss, dass es wenig überraschend zwischen den Generationen einen Unterschied im Verhalten gibt. Unter 30-Jährige scheinen mehr Akzeptanz gegenüber illegalen Downloads zu zeigen. Zu den Ergebnissen: In den USA haben etwa 50 Prozent aller Erwachsenen Musik-Files auf ihren Rechnern. Unter all jenen, die zwischen 18 und 29 Jahre alt sind, haben 79 Prozent Musik auf ihren Rechnern. Bei den über 64-Jährigen sind es lediglich 14 Prozent. 

Junge sind gute Konsumenten

Die zwei wichtigsten Altersgruppen, die 18- bis 29-Jährigen als auch die 30- bis 49-Jährigen, unterscheiden sich aber stark in der Menge der Files. Erstere haben durchschnittlich etwa 1867 Musik-Files auf den Festplatten. Davon sind 699 legal erworben, 345 ripped, 417 von Freunden und lediglich 406 illegal runtergeladen. 

Wenige Heavy User

Die 30- bis 49-Jährigen haben deutlich weniger Musik, nämlich nur 1398 Dateien im Durchschnitt, von welchen gar 683 legal erworben wurden. Nur 130 wurden illegal runtergeladen. Die Studie impliziert also auch, dass in der Altersgruppe der ab 30-Jährigen um einiges weniger Musik konsumiert wird als bei den jüngeren. Und dort wird der Durchschnitt durch Heavy User angehoben: Fünf Prozent haben immerhin über 10.000 Musikstücke auf den Computern.

Deutschland lädt mehr illegal runter

Die Daten für Deutschland sind sehr ähnlich, wenn auch nicht komplett gleich. Ein großer Unterschied ist allerdings, dass in der Gruppe der ab 30-Jährigen noch um einiges mehr legal gekauft wird als bei den jüngeren. Vergleicht man P2P-User, die Filesharing betreiben, mit jenen, die es nicht tun, sieht man auch, dass  erstere mehr Files besitzen, nämlich ganze 37 Prozent. In Deutschland ist das noch signifikanter als in den USA. In den Vereinigten Staaten haben P2P-User ca. 437 illegale Files, in Deutschland sind es 2050. Die Daten aus Deutschland seien aber nicht sehr aussagekräftig, weil die Stichprobe relativ klein war. Diese kaufen aber auch drei Mal so viel Musik wie ihre Freunde, die nichts illegal runterladen. 

Streaming im Trend

Was aber wieder überraschend ist und Studien anderer Institute bestätigt: P2P-User kaufen um einiges mehr, als die, die solche Netzwerke nicht nutzen, nämlich 30 Prozent. Wie die Columbia University schreibt, kann man sagen, dass die größten Musik-Piraten auch die größten Kunden der Musikindustrie sind. 11 Prozent der unter 30-Jährigen konsumieren in den USA bereits bezahlte Streaming-Services, von insgesamt 29 Prozent der Streaming-Consumer. (red, derStandard.at, 16.10.2012)

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