Zahlreiche Straßensperren nach bis zu 40 Zentimetern Neuschnee

16. Oktober 2012, 09:51
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Verkehrsbehinderungen auf Alpenstraßen, besonders betroffen die Tauernautobahn

Der Winter hat in der Nacht auf Dienstag erstmals laut angeklopft: In der Salzburger Ortschaft Obertauern und auf dem Sonnblick wurden jeweils 42 Zentimeter Neuschnee gemessen, berichtete Alexander Ohms von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Salzburg. Der Wintereinbruch führte teilweise zu Verkehrsbehinderungen.

Massiv betroffen war die Tauernautobahn bei Flachauwinkel: Beim Nordportal des Tauerntunnels fielen während der Nacht 35 Zentimeter Schnee. Immer wieder kam es zu Behinderungen, weil Fahrzeuge ohne Winterausrüstung hängen geblieben waren. Kurz nach 20.00 und gegen 23.30 Uhr ereigneten sich auch Unfälle mit Sachschaden, weshalb die Tauernautobahn für kurze Zeit gesperrt werden musste.

Dutzende hängengebliebene Autos

Die Rauriser Landesstraße war ab 19.00 Uhr wegen über 40 hängengebliebener Autos drei Stunden gesperrt. Ebenfalls nicht mehr befahrbar waren die Großglockner Hochalpenstraße und die Katschberg Bundesstraße. Auf zahlreichen höher gelegenen Straßen herrschte vorübergehend Kettenpflicht.

Betroffen sind auch Zugstrecken: In der Steiermark ist Dienstag früh die Bahnstrecke durch das Ennstal gesperrt worden. Laut ÖBB wurde ein Schienenersatzverkehr zwischen Gröbming und Eben im Pongau eingerichtet, zunächst waren u.a. zwei Schnellzüge betroffen.

Wie ÖBB-Sprecher Christoph Posch sagte, rechnete man mit einer Freigabe der Strecke für die Mittagsstunden. In der Obersteiermark waren in der Nacht auf Dienstag und Dienstagvormittag rund zehn Zentimeter Neuschnee gefallen. Gröbere Verkehrsbehinderungen auf den Hauptverkehrsstraßen wurden nicht gemeldet.

Ähnliche Lage im Westen

In Vorarlberg sank die Schneefallgrenze bis auf 900 Meter. In Berggebieten auf 1.800 Metern Seehöhe kamen im Laufe des Montags bis zu 30 Zentimeter Neuschnee zusammen. Für den Arlbergpass und die Flexenpass-Straße wurde Winterausrüstung empfohlen.

Bereits am Montag musste unter anderem die Tiroler Brennerautobahn wegen hängengebliebener Lastwagen gesperrt werden. Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee wurde in der Nacht auf Dienstag etwa in den Stubaier Alpen gemessen, im Raum Seefeld waren es immerhin noch 15 Zentimeter. Laut Verkehrsabteilung der Polizei gab es Kettenpflicht auf der Deferegger Landesstraße, am Stallersattel sowie am Arlberg zwischen Langen und St. Anton. Die Verbindung über das Timmelsjoch im Hinteren Ötztal blieb gesperrt.

Wintereinbruch währt nur kurz

Auch in Kärnten kam es aufgrund von Schneefall und umgestürzter Bäume zu Verkehrsbehinderungen. In Krems (Bezirk Spittal) gingen mehrere Muren ab. Laut Polizei mussten die Aufräumarbeiten am Dienstagvormittag wegen der Gefahr neuerlicher Rutschungen abgebrochen werden.

Personen wurden bei den Murenabgängen nicht verletzt. Allerdings wurde ein Wohnhaus in Mitleidenschaft gezogen. Eine Gemeindestraße wurde abschnittsweise verschüttet und unpassierbar gemacht. Laut ORF Kärnten waren dadurch 200 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. In einigen weiteren Kärntner Gemeinden mussten Straßen wegen Überflutungen gesperrt werden.

"Der Spuk dauert aber nicht lange. Morgen gibt es wieder Föhn, und wir erwarten einen Temperaturanstieg um 20 Grad", sagte Ohms. Am Freitag soll die Quecksilbersäule in 2.000 Metern Seehöhe bereits wieder auf plus 18 Grad klettern, "das sind Temperaturen wie im Sommer". Ein derartiger Kaltluftvorstoß mit Schnee bis in die Täler ist Mitte Oktober nach Angaben des Meteorologen völlig normal, "mitunter liegen um diese Jahreszeit auch schon 20 Zentimeter Schnee in den Tälern". (APA/red, 16.10.2012)

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    Wegen unvorbereiteter Autofahrer und umgestürzten Bäumen mussten in Salzburg zahlreiche Straßen gesperrt werden.

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