Blackberrys Image-Problem: "Ich schäme mich für mein Handy"

Immer mehr Unternehmen und Privatkunden wandern von Blackberry ab

"Welches Handy hast Du eigentlich?" ist eine Frage, die man im Freundeskreis oder auch bei flüchtigen Bekannten mittlerweile öfters gestellt bekommt. Wer die täglichen Arbeiten und Abläufe, die er am Desktop erledigt, auch unterwegs erledigen möchte, ist nicht allzu selten mit einem Smartphone unterwegs. Ein iPhone oder das neueste Android-Handy gehören für die meisten jungen Menschen als notwendiges Accessoire zum Leben dazu. Dass man sich für sein Telefon allerdings auch schämen kann, zeigt Nicole Perlroth von der New York Times

"Ich schäme mich dafür"

Im Gespräch mit der Redakteurin erklärt eine Frau, dass sie sich für ihr BlackBerry schäme und sich das Handy deshalb auf keiner Veranstaltung aus der Tasche nehmen traut. Sogar in einem Umfeld, in dem BlackBerrys an der Tagesordnung waren, beispielsweise bei beruflichen Meetings, versteckt sie ihr BlackBerry und holt lieber das iPad hervor. Von Kunden möchte sie nämlich nicht nach ihrem Handy beurteilt werden.

Mitarbeiter wollen keine BlackBerrys

BlackBerry-User würden demnach immer wieder von Besitzern anderer Smartphones verspottet werden. Auch, wenn es oft nur ein Scherz ist: Was einst ein Symbol der Business-Elite war, ist heutzutage genau das Gegenteil. Sogar Marissa Mayer hat als neue Yahoo-Chefin BlackBerrys gegen iPhones und Android-Devices ausgetauscht. Laut New York Times ist der kulturelle Unterschied zwischen loyalen BlackBerry-Kunden und den anderen Smartphone-Usern mittlerweile ein sehr großer. In klassischen Unternehmen, die ihre Mitarbeiter mit BlackBerrys ausstatten, wird der Schrei nach anderen Handys bei den Mitarbeitern immer lauter. "BlackBerry-User sind wie MySpace-User", sagt ein Musiker aus Los Angeles. Scherzhaft meint er weiter, das BlackBerry-Besitzer vermutlich immer noch über AOL Instant Messenger chatten würden. 

Neue Chance für RIM

Bei Veranstaltungen würde man sich nicht einfach ein Ladegerät ausleihen können. "Nein, für dieses haben wir leider keines", heißt es dann. Ganz zu schweigen von der Verfügbarkeit angesagter Apps oder Social Networks. Viele davon gibt es für BlackBerry nicht. Eine gute Kamera, GPS und ein schneller Browser werden von BlackBerry-Usern laut Perlroth am meisten vermisst. Doch es gibt auch die andere Seite der Medaille: Einige wollen BlackBerry verwenden, weil sie vor allem die Tastatur schätzen und damit schneller E-Mails und Nachrichten verfassen können. Loyale User braucht das Unternehmen mehr denn je, denn RIM hat jetzt eine Chance, die sie nicht verpassen dürfen. Im ersten Quartal 2013 soll RIM sein neuestes Betriebssystem inklusive neuer Geräte auf den Markt bringen. Ob das eisnt führende Smartphone-Unternehmen es mit BlackBerry 10 schaffen wird wieder einen Trend zu setzen, wird sich Anfang 2013 zeigen. (red, derStandard.at, 16.10.2012)

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