Afghanische Regierung veröffentlicht über 200 Rohstoff-Abkommen

Kabul will mehr Transparenz im korruptionsanfälligen Minen-Sektor

Kabul - Die afghanische Regierung hat als vertrauensbildende Maßnahme über 200 Verträge zum Abbau von Rohstoffvorkommen im Internet veröffentlicht. Das Bergbauministerium wolle das Verfahren transparenter gestalten, teilte das Ministerium am Montag mit. Zunächst wurden 211 Verträge aus den Jahren seit 2002 auf die Internetseite des Ministeriums gestellt. Wenige Monate zuvor hatten NATO-Truppen unter Führung der USA die radikalislamischen Taliban gestürzt.

Einige der Verträge enthielten "finanzielle, technische und rechtliche Mängel", sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur AFP. Darunter falle die Lizenz für eine Zementfabrik, an der auch der Bruder von Präsident Hamid Karsai, Mahmud Karsai, beteiligt ist. Die Antikorruptionsbewegung Integrity Watch Afghanistan begrüßten die Maßnahme als "großen Fortschritt in Richtung eines transparenten Bergbau-Sektors".

Der Abbau von Bodenschätzen spielt eine Schlüsselrolle in den Plänen der Regierung zur Modernisierung des verarmten Lands. Das US-Zentrum für Geophysik USGS schätzt den Wert der Rohstoffe unter der Erde Afghanistans auf eine Billion Dollar (etwa 770 Milliarden Euro), die Regierung in Kabul geht vom dreifachen Wert aus.

Die instabile Lage in Afghanistan bremst jedoch die Ausbeutung der Bodenschätze. So zog das chinesische Bergbauunternehmen MCC aus Sorge vor Übergriffen vor kurzem seine ausländischen Mitarbeiter aus dem Land ab. MCC betreibt im Süden Kabuls seit 2007 die Mine Ainak, deren Vorkommen an wertvollem Kupfer auf 11 Millionen Tonnen geschätzt wird. (APA, 16.10.2012)

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