Pro-Wehrpflicht-Komitee: Mit gekreuzten Fingern

Kommentar15. Oktober 2012, 23:26
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Niemand Geringerer als der mächtige und tiefschwarze Raiffeisen-Konzern wirft sich nun für das Wehrpflicht- Komitee in die Schlacht

Die Initiative für das Beibehalten der Wehrpflicht betont dieser Tage gern ihre Parteiunabhängigkeit - doch was sie dabei verschweigt: Niemand Geringerer als der mächtige und tiefschwarze Raiffeisen-Konzern wirft sich nun für das Komitee in die Schlacht.

Auf der Homepage von „Einsatz für Österreich" findet man im recht klein gehaltenen Impressum nämlich die Adresse des Vereins - und just in demselben Gebäudekomplex sind mehrere Dependancen von Raiffeisen untergebracht. Veit Sorger, an der Spitze des Komitees, versichert, dass dort „nur ein einziges kleines Zimmer zur Verfügung gestellt" werde. Aber wer die aktuellen Raiffeisen-Spots auf Radio Arabella hört, dem wird rasch klar, dass der Bankenriese, der übrigens jede Menge Medienbeteiligungen hält, jetzt selbst völlig ungeniert Politik machen will. Da erklärt eine väterliche Stimme einem Kleinkind, dass die Schäden des Jahrhunderthochwassers dank tatkräftiger Hilfe des Bundesheeres beseitigt wurden und - O-Ton! - „die sind wieder von Raiffeisen tatkräftig unterstützt worden". Zu _alledem stellte der Vorstandschef der Raiffeisen Holding in Aussicht, dass die eine oder andere Giebelkreuz-Organisation etwas für das Komitee springen lassen könnte.

Sitz, Spots und Spenden von Raiffeisen: Mit Verlaub, aber Unabhängigkeit sieht ganz anders aus. Vielmehr nützt Schwarz da gerade sein potentes Netzwerk, um die roten Pläne für ein Berufsheer zu durchkreuzen.  (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, 16.10.2012)

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