Innsbruck: Kreuzung statt Bim und Rad

15. Oktober 2012, 19:00
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Straßenprojekt aus den Siebzigerjahren ärgert Grüne

reuzung statt Bim und Rad
Straßenprojekt aus den Siebzigerjahren ärgert Grüne
Innsbruck - Der Südring mit der Graßmayrkreuzung ist eine der wichtigsten West-Ost-Verbindungen in Innsbruck. Täglich befahren ihn bis zu 45.000 Fahrzeuge, Staus zu Hauptverkehrszeiten sind programmiert. Seit den 1970er-Jahren existieren Pläne, die Graßmayrkreuzung zu entschärfen. Passiert ist nichts, mittlerweile sei das Projekt aber nicht mehr zeitgemäß, kritisiert die Bürgerinitiative "IG-Südring".

Schon im Koalitionsabkommen 2006 zwischen der Liste "Für Innsbruck" (FI), VP und SP war der Umbau der Kreuzung festgeschrieben. Der Bau wurde verschoben. Die Grünen waren immer schon gegen das Megaprojekt. Der 40 Millionen Euro teure Umbau sei verkehrspolitisch kontraproduktiv, drei Jahre Bauarbeiten seien den Anrainern nicht zuzumuten. Seit April 2012 bilden die Grünen mit der Liste FI und der SP eine Stadtregierung. Mittlerweile ist auch Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) nicht mehr bedingungslos für den Umbau.

Das Projekt basiert auf einem Tunnel zwischen Leopold- und Tschamlerstraße. Ausgerechnet dort befänden sich aber keine Wohnhäuser, lediglich ein Kino, eine Tankstelle und ein Rechenzentrum. Der Tunnel soll 170 Meter lang sein und 80 Prozent des Verkehrsaufkommens schlucken. Diese Pläne würden jedoch mittelfristig zwischen 6000 und 20.000 Autos mehr bringen statt weniger, rechnet die Bürgerinitiative vor. Der Verkehr müsste auf die 500 Meter entfernte Autobahn verlagert werden. Ein weiterer Teil des Projektes betrifft den Anschluss der Südbahnstraße. Über eine Rampe sollen Autofahrer ohne einen einzigen Ampelstopp vom Hauptbahnhof bis zur Autobahnauffahrt Mitte gelangen.

Der Ausbau widerspreche dem aktuellen Verkehrskonzept, sagen die Grünen: Dieses setze nicht auf Straßen, sondern auf Öffis. Zudem soll Innsbruck fahrradfreundlicher werden.

Immerhin hat der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) Innsbruck 2011 zur Radhauptstadt gekürt. Der Radverkehrsanteil ist seit 2002 von 13 auf 23 Prozent gestiegen, die mit dem Auto zurückgelegten Wege dagegen von 42 auf 33 Prozent zurückgegangen. (ver, DER STANDARD, 16.10.2012)

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