Haider-Maurer trifft Qualifikanten Pospisil

  • "AHM" hat in der Stadthalle viel vor. Sein tätowierter Arm bezieht sich auf seine Geburt, die um 6.55 Uhr stattfand.
    foto: apa/ hochmuth

    "AHM" hat in der Stadthalle viel vor. Sein tätowierter Arm bezieht sich auf seine Geburt, die um 6.55 Uhr stattfand.

Kanadier liegt im Head-to-Head 1:0 voran - "AHM" will sich selbst in der Stadthalle an 2010 erinnern - Melzer am Mittwoch gegen Muller

Wien - Vor zwei Jahren war sein Lauf in der Wiener Stadthalle die große Sensation. Als "Lucky Loser" hatte Andreas Haider-Maurer zunächst in der ersten Runde Altstar Thomas Muster ausgeschaltet und dann den Einzug in sein bisher einziges Endspiel auf der ATP-Tour geschafft. Verloren hat der Niederösterreicher dann erst gegen Jürgen Melzer.

2012 steht Haider-Maurer (25) wohl nicht ganz dort, wo er es sich selbst nach diesem Erfolg erträumt hätte. Bis auf Platz 70 hatte er sich zwar bis Ende Juli 2011 nach vorne gekämpft, doch dann warfen den Wahl-Innsbrucker immer wieder Verletzungen zurück. Erst seit Ende August hat sich Österreichs Nummer zwei nach einem doppelten Bänderriss im Frühjahr erfangen, er steht als 98. knapp in den Top 100.

In Wien geht "AHM" nun wieder mit Wildcard an den Start. Und das Final-Gefühl von 2010 ist noch nicht verlorengegangen. "Wenn man in die Halle geht, kommt das Gefühl auf, wie es vor zwei Jahren gelaufen ist. Von dem her fühle ich mich sicher gut da", sagte Haider-Maurer.

AHM vs. Vasek Pospisil

Zwar ist er vor seinem ersten Gegner, dem Qualifikanten Vasek Pospisil aus Kanada (Dienstag 18.30 Uhr), gewarnt. "Aber ich weiß, was ich kann. Ich habe in den letzten Wochen gut gespielt. Ich werde alles geben, dass ich die Partie gewinne." Die Umstellung von Sand auf Hartplatz in die Halle ist zwar recht groß, doch die Bedingungen am Vogelweidplatz liegen ihm. "Es ist nicht wirklich schnell, ich kann mein Spiel gut aufziehen." In Wien will er sich auf seinen starken Aufschlag stützen, und heuer will er noch möglichst weit nach vorn. Vorn heißt: Top 50. "Von den Top 100 kann ich mir nichts kaufen."

Österreichs Nummer zwei liegt als Weltranglisten-98. 15 Ränge vor seinem Gegner. Der 25-jährige Niederösterreicher hat gegen den 22-jährigen Rechtshänder aus Vancouver sein heuer überhaupt erstes Match am 24. Jänner bei einem Hartplatz-Challenger 5:7,6:7(2) verloren. In der Wien-Qualifikation setzte sich der 1,93 m große aufschlagstarke, mit beidhändiger Rückhand spielende Pospisil nach einem Freilos gegen den Tschechen Ivo Minar 6:4,6:2 und gegen Brown 6:7(5),6:0,6:3 durch.

Melzer und Thiem am Mittwoch im Einzeleinsatz

Tennis-Ass Jürgen Melzer steigt am Dienstag im Doppel mit Alexander Peya in das Turnier ein. Einen Tag vor seinem Einzel-Achtelfinale gegen den Luxemburger Gilles Muller geht es für das als Nummer eins gesetzte Duo gegen das deutsch-belgische Gespann Michael Kohlmann/Dick Norman. Ebenfalls am Mittwoch wird Dominic Thiem spielen, aber erst sein Erstrundenmatch gegen den Slowaken Lukas Lacko. Damit ist Andreas Haider-Maurer am Dienstag der einzige ÖTV-Spieler im Einzel-Einsatz.

Für Melzer/Peya wird es am Dienstag - voraussichtlich am Abend - der erste gemeinsame Auftritt mit Peya seit Olympia in London, wo es am 30. Juli im Achtelfinale gegen die Spanier David Ferrer/Feliciano Lopez eine knappe Dreisatz-Niederlage gab. In der Doppel-Weltrangliste ist der einstige Top-Ten-Mann Melzer aktuell 26., der 31-Jährige sieht das auch als Produkt weniger Turniereinsätze. "Ich glaube, ich hatte heuer im Doppel unter 20 Turniere. Ich hatte auch viele Partnerwechsel."

Mit Philipp Petzschner hat der Niederösterreicher heuer in der Tat nur wenig gemeinsam gespielt, der Deutsche ist aber weiter sein Standardpartner. "Wir spielen 2013 fix die Grand Slams miteinander", sagte der Deutsch Wagramer. "Nur mit Australien kann es knapp werden, da Philipps Frau im Jänner ein Kind erwartet. Das Doppel an sich macht mir aber nach wie vor enormen Spaß." Den Wien-Turniersieg im Doppel sieht Melzer nicht als Selbstläufer: "Auf unserem Ast sitzen noch andere starke Doppel." 

Melzer vs. Muller 2:0

 

Melzer-Gegner Muller gewann am Montag im ersten Erstrundenmatch des heimischen Tennis-Höhepunkts im Benelux-Duell mit dem Belgier Steve Darcis 6:7(3),6:4,6:3. Im Head-to-Head mit Muller liegt Österreichs Nummer eins 2:0 voran. Er gewann im Achtelfinale von St. Pölten 2005 auf Sand 6:2,6:7(5),7:5 und in der ersten Hertogenbosch-Runde 2006 auf Rasen 6:2,6:2.

Diesmal geht es aber auf Hartplatz und Melzer warnte auch vor seinem 29-jährigen Gegner. "Er ist Linkshänder und du bekommst so gut wie keinen Rhythmus gegen ihn", meinte der 31-Jährige. Gegen den in der heurigen ATP-Tiebreak-Wertung mit einer 18:4-Bilanz voranliegenden Darcis bewies Muller, dass er auch in einem Geduldspiel reüssieren kann. Nach Satzrückstand setzte sich der Weltranglisten-81. nach 148-minütiger Spieldauer noch durch.

Muller hat vor dem Duell mit Melzer eine ausgeglichene Saisonbilanz von je 19 Siegen und Niederlagen. Herausragend war sein Finaleinzug im Juli in Atlanta, als er US-Star Andy Roddick sozusagen dessen letzten Karriere-Titel ermöglichte. Danach hielten sich die Erfolge des Vaters von zwei Söhnen aber in Grenzen, wobei er nach den US Open mehrheitlich auf Challenger-Niveau spielte. Sein Weltranglisten-Höchststand war vor einem Jahr Rang 42. (APA/red, DER STANDARD, 16.10.2012)

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4 Postings
:-(

das wird leider nichts für den AHM... vielleicht ja mit dem heimvorteil... aber....

pospisil ist jetzt schon stark, obwohl noch sehr jung, wird nächstes jahr zur selben zeit mindestens top 50 sein, eher schon top 30 - und sicher ein fixpunkt in den top 20-30 in den nächsten jahren - je nachdem halt wie ernst er es nimmt und an sich arbeitet, von verletzungen verschont bleibt etc. - denke, er kann es ziemlich weit nach oben schaffen!

melzer - pospisil im viertelfinale könnte interessant werden... ;-)

Melzer und VF, das war ein guter Witz!!!

1 sieg gegen gilles muller wird doch drin sein! :-)

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