Arte-Report "Zukunft pflanzen": Maisbrei für alle

  • In Malawi konnte mithilfe einer speziellen Baumsorte die Maisproduktion 
erheblich gesteigert werden: Marie-Monique Robins Film "Zukunft 
pflanzen".
    foto: arte/frédéric pardon

    In Malawi konnte mithilfe einer speziellen Baumsorte die Maisproduktion erheblich gesteigert werden: Marie-Monique Robins Film "Zukunft pflanzen".

Marie-Monique Robin stellt positive Beispiele agrarökologischen Wirtschaftens vor - Die Methoden der französischen Aufdeckerin sind umstritten

Wien - Früher waren die Maisvorräte im November, manchmal sogar schon im September aufgebraucht, erinnert sich Hilda. Bis März litten sie und die Bewohner des Dorfes Zomba Hunger.

Sie sagt es, greift in einen vollen Topf Maisbrei und steckt sich eine Handvoll genüsslich in den Mund. Möglich ist das dank des Gliricidiabaums, dessen Blätter die Bauern seit fünf Jahren zwischen die Maispflanzen graben. Der Mais wächst dank des natürlichen Düngers trotz Trockenheit hervorragend. 2007 startete die Regierung Malawis ein großes agrarökologisches Projekt. 180.000 Bauern wurden geschult. Das Landwirtschaftsministerium förderte die Agrarforstwirtschaft, um die Qualität der stickstoffarmen Böden zu steigern. "Das wird eine gute Ernte", sagt Hilda.

Letzter Teil der Trilogie

Nach Reportagen über fragwürdige Methoden der Saatmittelindustrie ("Monsanto, mit Gift und Genen") und Misswirtschaft mit Pestiziden ("Unser täglich Gift") legt die französische Reporterin Marie-Monique Robin im dritten und letzten Teil ihrer Trilogie gelungene Beispiele agrarökologischer Bewirtschaftung vor.

Für "Zukunft pflanzen" (Dienstag, 20.15 Uhr, Arte), reiste sie nach Mexiko, Kenia, Senegal, Japan und in die USA und sammelte Beispiele, wie sich mikroökologische Projekte durchsetzen und zu nachhaltiger Versorgung der Bevölkerung ohne Ausbeutung von Ressourcen führen.

Kritik an Robin

Robin musste in der Vergangenheit einiges an Kritik einstecken. Zu einseitig seien ihre Reportagen, mit Fakten gehe sie nicht ganz sauber um, die Moralkeule schien manchen zu heftig geschwungen.

Dem Vorwurf der Schwarz-Weiß-Malerei entgeht die 52-Jährige, indem sie Sünden der industrialisierten Agrarwirtschaft weitgehend im Hintergrund hält und sich auf die positive Botschaft konzentriert. Und angesichts einer Milliarde Hungernder, sollte etwas Pathos erlaubt sein. (Doris Priesching, DER STANDARD, 16.10.2012)

Share if you care