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Alf Poier führt in die Hinterbühnenwelt.
Wien - Ein steirischer Kernölscheich in grüner Schnürlsamtglockenhose, der mit Adolf-Hitler-Maske Fendrichs I'm from Austria singen wird, macht sich für sein Konzert bereit. Das Publikum wird diesen Auftritt weder sehen noch hören: Denn Alf Poier führt uns in seine schmuddelige Hinterbühnenwelt. Backstage heißt seine künstlerische Selbstbeschau, in der er ein Feuerwerk an Ideen, Wortwitz und Erzähllust entzündet.
"Grias di" prangt vom T-Shirt des Ewiggestrigen, der in seinem alten Caritas-Tourneekoffer ein Witzenotizheft findet: Wie heißt die Homepage für Versager? ichkann.net. Oder: In Syrien wird ein neues Auto produziert - ein VW-Assad, der über Leichen fährt. Alf Poier erklärt sein Multikulti, indem er sich einen Militärhelm mit Rastazöpfen aufsetzt. Auch musikalisch greift er das Thema auf: "In die Berg bin i gern" erklingt in den Musikstilen dieser Welt. Der Gitarrist mit der schönen Stimme bringt auch neue Lieder, eines heißt Oid und fett.
Mit feinem Humor begegnet Poier aktuellen gesellschaftlichen Themen, zerstört gängige Bilder von Alkohol und harten Drogen im Showgeschäft. Und berichtet von seinem nervösen Verdauungstrakt, der ihm vor Premieren ärgere Speibereien und dünne Kotausflüsse beschert. Mit der Zeit wird dieser Fäkalhumor aber immer derber. Und langweiliger.
Dann darf man neuerlich erfahren, dass das Showbusiness eine Menschenvernichtungsmaschine- rie ist. Gemeinplätze und nicht zielführende Wiederholungen (beim angedeuteten Masturbieren) ziehen den Abend im zweiten Drittel in die Länge. Und obwohl er sich und seine aufgedrehte Hektik selbst parodiert, kann er nicht vermitteln, was ihn bewegt. Binsenweisheit: Weniger ist mehr.
Am Ende geht dem Ruhelosen die Luft aus. Aber es überwiegt das Gefühl, einen launigen Abend genossen zu haben. (Sebastian Gilli, DER STANDARD, 16.10.2012)
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gibt es diesen total überschätzten, komplett unlustigen "komiker" immer noch?
poier war der grund, daß ich mich als österreicher fremdgeschämt habe, als jemandem erklären mußte, daß der "künstler" österreicher ist.
singen habe ich ihn - den göttern sei dank - noch nie gehört, aber was ich aus seinem comedy-programm gesehen habe, war unter kindergarten-niveau... wal-fisch, kami-katze, etc.
ich empfehle eine karriere in der belustigung von unter-7jährigen, die können damit evt. noch was anfangen.
Zwei Worte in dieser Kritik möchte ich herausheben. Derb - und langweilig. In dem Sinn, dass sich das Derbe abnützt.
Denn dieser Befund ist nicht auf Alf Poier beschränkt - mann kann ihn auf die Hälfte des heimischen Kabaretts anwenden, und in mancher Donnerstag Nacht sind auch die Stars dieser Szene knietief im Derben gewatet.
...auf der Bühne.
So kam mir dieses Programm vor. Vor allem die zweite Hälfte brachte mich in immer beklemmendere Gefühle, und vor allem der Nervenzusammenbruch schien weit weniger gespielt als provoziert (also durchaus mit einem hohen Anteil eines "echten" Auszuckens). Je weiter das Programm ging, umso deftiger hatte ich das Gefühl, hier handelt es sich um einen "Abschiedsbrief".
Ich schätze Poier sehr, und liebe auch seine Auszucker. Aber entweder hab ich ihn an einem untypisch emotionalen Abend erwischt (oder er mich), aber ich ging mit Tränen heim, aber nicht vor lachen, und fragte mich, ob es das Letzte sein würde, was ich von ihm sehe.
Ich finde aber, er sollte voll in einer Musikerkarierre aufgehen - dort ist er daheim, finde ich!
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