"Checklisten" verkürzen Klinikaufenthalte

15. Oktober 2012, 18:11
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Besonders bei eher selten vorkommenden kardiologischen Diagnosen orten Mediziner Verbesserungspotenzial

Lübeck - Die Anwendung von standardisierten Behandlungsabläufen in kardiologischen Abteilungen verkürzt die Dauer des Klinikaufenthalts bei Herzpatienten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein.

Das Lübecker Team entwickelte für eine Reihe kardiologischer Diagnosen auf Checklisten beruhende, standardisierte Behandlungsabläufe und verglich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von Patienten vor und nach Einführung des Systems.

Bei allen beobachteten Erkrankungen waren die Klinikaufenthalte der Patienten nach Implementierung des Systems kürzer als vorher: Der geringste Effekt war beim akuten Koronarsyndroms (-4 Prozent), bei Herzinsuffizienz (-6 Prozent) und Vorhofflimmern. (-8 Prozent) zu beobachten. Eine deutlichere Reduktion der Aufenthaltsdauer trat im Zusammenhang mit seltener auftretenden Diagnosen wie tiefe Venenthrombosen oder Lungenarterienembolien (-11 Prozent beziehungsweise -28 Prozent) auf.

"Die Ergebnisse zeigen, dass mit dem vorgestellten checklistenbasierten System auch in der 'Inneren Medizin' eine breite Implementierung von Behandlungspfaden möglich ist", lautet das Resümee der Autoren. (red, derStandard.at, 15.10.2012)

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