Jeder achte Mensch ist chronisch unterernährt

15. Oktober 2012, 17:53
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Wien/Rom - Die Zahl der Hungernden ist zwar zurückgegangen, doch immer noch ist jeder achte Mensch ohne ausreichende Ernährung: Von 2010 bis 2012 waren 868 Millionen Menschen weltweit chronisch unterernährt, wie aus dem kürzlich veröffentlichten Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Uno (FAO) hervorgeht. 2010 berichtete die FAO von 925 Millionen Hungernden, im Jahr davor von mehr als einer Milliarde.

Die größten Fortschritte im Kampf gegen den Hunger wurden vor 2007 und 2008 erzielt. Seitdem seien die Bemühungen erlahmt, warnte der stellvertretende FAO-Generaldirektor Jomo Sundaram. Die Ursachen: die Wirtschafts- und Finanzkrise, hohe Lebensmittelpreise, die Nachfrage nach Bio-Kraftstoffen, der Klimawandel sowie die Spekulation mit Lebensmittel-Rohstoffen. Von den zuletzt 868 Millionen chronisch Unterernährten leben laut FAO 852 Millionen in Entwicklungsländern. Pro Jahr sterben 2,5 Millionen Kinder an Unterernährung, heißt es in dem Bericht.

Rudi Vierbauch, Obmann von Bio Austria, betont dazu: "Eine durch hohen Input an Dünger und Pestiziden erkaufte Ertragsmaximierung ist nur von kurzer Dauer und gefährdet mittel- bis langfristig die Produktivität." Jährlich gehen weltweit zehn bis 20 Millionen Hektar Agrarfläche durch konventionelle Intensivierung verloren: durch zu intensiven Anbau, Überweidung, Erosion, Versalzung, falsche Bewässerung - und durch Klimaerwärmung. (frei, DER STANDARD, 16.10.2012)

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