Frische Lebensmittel im Mistkübel

Roman David-Freihsl
15. Oktober 2012, 17:39
  • In der Überfluss gesellschaft ist die Ursache für weggeworfene Lebensmittel oft nur simple Bequemlichkeit. Als Grund für das unnötige Kübeln wird auch "kein Gusto" oder schlicht "keine Essgelegenheit" angegeben.
    foto: standard/christian fischer

    In der Überfluss gesellschaft ist die Ursache für weggeworfene Lebensmittel oft nur simple Bequemlichkeit. Als Grund für das unnötige Kübeln wird auch "kein Gusto" oder schlicht "keine Essgelegenheit" angegeben.

Immer wieder landen unverdorbene Lebensmittel im Mistkübel - in Österreich werden pro Jahr und Familie Speisen im Wert von durchschnittlich 300 Euro weggeworfen. Eine Aktion versucht nun zu vermitteln, dass Restlkochen cool ist

Wien - 96.000 Tonnen Lebensmittel enden in Österreich Jahr für Jahr nicht im Magen, sondern im Restmüll. Nichts Vergammeltes, Schimplertes oder Matschiges: Unverdorbene Lebensmittel, zum Teil noch in der unangetasteten Originalverpackung. Eine Menge an Lebensmitteln, mit der die gesamte Bevölkerung von Innsbruck ein Jahr lang ernährt werden könnte. Pro Person sind es jährlich im Schnitt rund 11,5 Kilo Essbares, die weggeworfen werden, hat das Lebensministerium errechnet.

Für die Stadt Salzburg wurde wiederum errechnet, dass hier im Schnitt jede Minute ein voller Einkaufswagen mit Lebensmitteln weggeworfen wird - zwölf Tonnen pro Tag. Damit könnte die Stadt Salzburg etwa die 10.000-Einwohner-Stadt Seekirchen komplett versorgen.

"Zu wenig Platz im Eiskasten"

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Untersuchung, die Motivforscherin Sophie Karmasin für den NÖ-Umweltlandesrat Stephan Pernkopf (VP) erstellt hat: 30 Kilo genießbare Lebensmittel sind es, die eine durchschnittliche niederösterreichische Familie im Jahr kübelt. Und das entspricht immerhin einem Wert von rund 300 Euro. Karmasin hat dazu auch die Motive für dieses Wegwerfverhalten erforscht: 57 Prozent der 500 Befragten sagten, sie hätten keine Essgelegenheit gehabt, für 51 Prozent war es "mangelnder Gusto" und ein gutes Viertel gab an, dass sie zu wenig Platz im Eiskasten gehabt hätten.

Ein weiteres Ergebnis dieser Karmasin Motivforschung-Studie ist, dass Jugendliche zwischen 16 und 29 Jahren eine besonders lockere Hand beim Wegwerfen von Lebensmitteln haben.

Cooles Restlkochen

Gleichzeitig ist hingegen Kochen auch bei der jüngeren Bevölkerung mehr und mehr angesagt: Laut einer Umfrage des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Deutschland finden 70 Prozent die Zubereitung von Speisen interessant, 40 Prozent finden Kochen sogar "cool".

Nun versucht "die umweltberatung" die eine Problematik mit dem anderen Trend zu verbinden: Unter dem Motto "Oida, koch!", können Jugendliche dokumentieren, wie sie Restln in der Küche kreativ verwerten und dann das Ergebnis einschicken. Zu gewinnen gibt es bei diesem Kreativwettbewerb unter anderem Festivalpässe für das BeatPatrol Festival, eine Kochparty oder einen Kurs "Fotografieren und Filmen" im Polycollege Stöbergasse. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD, 16.10.2012) 

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http://derstandard.at/plink/135... id28466548

und wie steht das bisserl privat weggeworfene in relation zum weggeworfenen von supermärkten?
und zu aus marktgründen gezielt vernichteten lebensmitteln?

Also wenn bei mir mal Semmeln/Brot alt werden, verfüttere ich sie an die Enten. Die freuen sich darüber und ich muss nichts wegwerfen!

und dann futtern Sie die enten?

Win-win-Situation!

wird doch mit

"ab 3 Pkg billiger !" geworben. viele kaufens obwohl sies nicht brauchen. der rest landet halt im müll.

das passiert bei mir selten

am ehesten mit knoblauch

wer einmal knoblauch braucht muss sich gleich 3 knollen kaufen weil man die unbedingt so saublöd abpacken muss

wer soll denn so viel knoblauch essen??? *g*

zitronensaft in flaschen. einmal geöffnet, ist das zeug nach 2 wochen hin. ich brauch aber nur ab und zu ein wenig, nicht gleich einen liter. aber zitronen auspressen? wie vorsintflutlich ;)

Auf dem Markt einzeln kaufen geht aus irgendeinem Grund nicht?

wenn ich für eine knolle knoblauch

bis zum markt fahre habe ich mehr energie verschwendet (auch mit den öffis) als wenn ich 3 knollen kaufe und 2 wegwerfe

viel einfacher wäre es, wenn die knollen einzeln daliegen würden
mit äpfeln, orangen, zitronen geht das ja auch...warum nicht mit dem knoblauch???

Also ich werfe nie Knoblauch weg, kriege die 3 Knollen immer locker weg, ich liiiiebe Knoblauch!

Hat net jeder einen Markt ums Eck...

...und in einen anderen Bezirk fahren für 1 Knolle Knoblauch is auch net gescheit.

Essensmarken

Lebensmittel nur noch mit zweckgebundenen Essensmarken!

wahnsinn 300 €!, das wäre schon fast ein halbes iphone

niemand schmeisst ein

halbes eifon in den mist - geht ja auch gar nicht.

Was sollte man denn sonst damit tun? - Funktionieren tut's ja nur als ganzes, und so ein halbes Telefon ist ja nicht mal als Briefbeschwerer oder Türstopper zu gebrauchen, da einfach zu leicht. ;-)

Ach, das soll doch auch bspw. bei der Nordsee so sein...Fisch ist zwar ein heikles Thema, aber angeblich wird dort jeden Tag alles, was nicht verkauft wurde, entsorgt, obwohl zumindest die Mitarbeiter gern was mitnehmen würden. Dürfen sie aber nicht, auch, wenn sich Fisch bei richtiger Lagerung auch dort sicher 1-2 Tage hält.

Wenn die Mitarbeiter was mitnehmen dürften, würden die das sicher unter der Hand weiterverkaufen und Nordsee würde viel weniger Umsatz machen.
Klingt zwar vernünftig den Mitarbeitern was für zu Hause mitzugeben ist aber nicht machbar.

sicher dürfen die mitnehmen, aber nach einiger zeit steht dir der geschmack "an"

:] haha

wie soll denn der mitarbeiter bitte um 20:00 uhr...also nach dem schliessen des lokals wann immer das is...den fischburger noch unter der hand verkaufen????

an der ecke stehen und "fischburger" schrein?? *g*

Also ich glaub nicht, dass die dann 20 Fischburger und 10 Polarlachse mitnehmen. Ich glaub, die würden nach Ladenschluss eher Abendessen für die Familie mitnehmen wollen.

wenn die leute wüssten

wie einfach und schnell man aus alten semmeln einen wirklich guten (tiroler-)knödel machen kann, den man natürlich kreativ verändern (kräuter, speck, zwiebeln, you name it) kann, würde ich wohl bei uns im haus nicht täglich 5+ fast frische semmeln im müll sehen....tut einem wirklich weh..

Sie könnten ja das Rezept im Müllraum an die Wand schreiben.

Meiner Meinung nach sind dies Gründe, warum Lebensmittel weggeworfen werden:
+ nicht kochen können
+ aus Resten nichts kochen können
+ keine Lust am Kochen haben
+ Angst vor "schlechten" Lebensmitteln.

Kochkurse finde ich cool, besonders für Kinder und Jugendliche.

Lass uns an deinem Wissen teilhaben ;-)

ich weiss nicht, ob Du das sarkastisch gemeint hast...

aber egal...

ich würds so machen (bessere köche bitte um zusatz-kommentare): trockene harte semmeln in milch über nacht einlegen, dann ausquetschen und den brei mit trockenen (oder gehackten frischen) kräutern, salz , pfeffer vermischen, dann speckwürfel und zwiebel in der pfanne dünsten, auch rein, das alles ordentlich vermischen, am schluß (masse darf nicht heiss sein) je nach menge ein oder 2 eier rein (als "klebstoff)...ordentlich vermischen, knödel formen...wie gesagt, statt speck etc kreativ sein... in wasser kochen..

dazu grüner salat, ggf rahm, preisebeeren oder eine kreative sauce.

und ohne fleisch hat man eine "zuspeise " zu zb gulasch, schweinsbraten oder sonstigem fleisch, je nach gusto

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