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Schwarzer Humor, dunkles Tuch. Mick Harvey ...
Wien - Klassische Rampensäue sind beide nicht. Eher gelten sie als Strippenzieher im Hintergrund, als begnadete Sidemen, als Männer im Schatten. Solche Figuren lachen selten, und ohne Sonnenbrillen gehen sie nicht in die Nacht.
Das sind natürlich übertriebene Zuschreibungen, die dem Mythos zuarbeiten sollen, dabei wäre das gar nicht notwendig. Sowohl Mick Harvey als auch Richard Hawley sind große Namen im avancierten Popzirkus, beide gastieren diese Woche in Österreich.
Der Australier Mick Harvey war seit den späten 1970er-Jahren das musikalische Mastermind an der Seite von Nick Cave. 36 lange Jahre musizierte er mit ihm, bis er sich 2009 aus persönlichen Gründen verabschiedet hat.
Neben der Arbeit für Cave wirkte der Multiinstrumentalist in Bands wie Crime and the City Solution und gilt als Hausheiliger bei all jenen Musikliebhabern, die mehr als einen schwarzen Anzug ihr Eigen nennen. Woran Harvey beteiligt ist, das ist nie schlecht.
Zwar hat der 54-Jährige schon während seiner Zeit mit den Bad Seeds Soloalben veröffentlicht und diverse Projekte wie die Wallbangers betrieben, aber erst nach der Trennung von Cave widmete er sich neben Kollaborationen mit PJ Harvey (Let England Shake) wieder seiner Solokarriere. Im Vorjahr erschien sein Album Sketches from the Book of the Dead, das Harvey nun in Trio-Besetzung mit Rosie Westbrook und J. P. Shilo in Wien und Ebensee präsentiert. Dazu reicht er älteres Material aus verschiedenen Wirkungsbereichen, möglicherweise auch Songs von Pop Crimes, dem letzten Album des verstorbenen Rowland S. Howard, an dem Harvey maßgeblichen Anteil hatte.
Archaische Rituale
Während Harvey im Verein mit anderen Bands schon oft in Österreich zu erleben war, gibt sein Labelkollege Richard Hawley heute, Dienstag, seine Premiere in Wien. Der Mann mit der sich ausdünnenden Tolle stammt aus dem britischen Sheffield und verkörpert so etwas wie eine aussterbende Art.
Darum geht es dann oft in seinen schattseitigen Songs. Um den Verlust einer Zeit, in der Pubs noch Austragungsstätten eher archaisch anmutender Männerrituale waren, Stichwort Messerkampf. So grobschlächtig die Thematik sein mag, Hawley ist ein Feingeist, dessen Musik ihre Anleihen bei großen Balladeuren wie Roy Orbison oder Glen Campbell nimmt, wenngleich er nicht deren Schmelz strapaziert. Der Wirkung seines Liedguts tut das keinen Abbruch. (Karl Fluch, DER STANDARD, 16.10.2012)
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ein wunderschönes Konzert eines großartigen Musikers gab es da gestern Abend zu bestaunen. Und sympathisch ist der Kerl auch noch! Alle, die sich das entgehen ließen, sollten sich in ihren Allerwertesten beißen! Ganz wunderbar wars.
Allzu überschwängliche Natur, die, mit Blindheit geschlagen, Maß und Ziel aus den Augen verliert? Die Tatsache, dass nicht die ganze Welt Ihren Geschmack teilt, dürfte Sie vermutlich schockieren.
Davon abgesehen ist es auch nicht die feine Art, R.Hawleys tatsächlichen Verehrern, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht am Konzert teilnehmen konnten, in völlig egomanischer Manier ihr Versäumnis auszumalen. (Bäh, ich hab den größten Lolly der Welt, du hast keinen!)-Gratuliere!
Und für den mehrheitlichen Rest gilt, dass dieser nichts versäumt hat!
"Liebe" macht blind. Gerade deswegen zähle ich mich - ganz dreist - zu Hawleys tatsächlichen Verehrern. Und versäumt haben alle, die nicht anwesend sein konnten oder wollten, ein ganz wunderbares Konzert. Diese Meinung teilen viele mit mir. Sie wohl nicht.
Ihre "Verehrung" in Ehren, und hätten Sie es bei dieser belassen und uns Nicht-Teilgenommen-Habende nicht noch zusätzlich als Verlierer hingestellt, wär´s eh legitim gewesen. Dadurch gewinnt Ihre Begeisterung für mich einen völlig anderen Charakter, siehe oben.
Im Übrigen: Wo liegt nun die Mehrheit (auf welche Sie ja scheinbar pochen): Bei den (begeisterten) Konzertbesuchern, oder doch in der Gruppe der Nichtbesucher?
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