Strasser-Medienprozess in Linz auf Jänner verschoben

Wegen Doppelgleisigkeit mit Strafverfahren in Wien

Wien/Linz  - Die für morgen, Dienstag, anberaumte Fortsetzung des Medienprozesses, den der ehemalige EU-Parlamentarier und VP-Innenminister Ernst Strasser gegen die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) angestrengt hat, ist erneut verschoben worden. Das teilte das Landesgericht Linz am Montag mit. Neuer Verhandlungstermin ist der 21. Jänner 2013.

Strassers Anwalt hatte einen Antrag auf Verschiebung wegen Doppelgleisigkeit mit dem Verfahren im Landesgericht Wien gestellt. Dort startet am 26. November ein Prozess gegen den Ex-Innenminister, in dem ihm die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) Bestechlichkeit vorwirft. Am 13. Dezember soll es ein Urteil geben. Strasser drohen bei einem Schuldspruch bis zu zehn Jahre Haft.

Strasser klagte OÖN wegen Rufschädigung

Der spätere ÖVP-Delegationsleiter im Europäischen Parlament war im November 2010 zwei als Lobbyisten getarnten britischen Journalisten auf den Leim gegangen. Er hatte sich auf mehrere Gespräche mit ihnen eingelassen, wobei er bei einem Abendessen angeboten haben soll, für ein jährliches Honorar von 100.000 Euro die Gesetzgebung im Europäischen Parlament zu beeinflussen. Dieses Gespräch wurde heimlich mitgeschnitten, nach der Veröffentlichung der Videoclips musste Strasser Ende März 2011 zurücktreten.

Im Linzer Prozess klagte er die OÖN, weil er in zwei Artikeln zu der Lobbying-Affäre die Delikte der Rufschädigung und üblen Nachrede erfüllt sah. Die Zeitung will den Wahrheitsbeweis antreten. Dazu wurden unter anderem die zwei britischen Enthüllungsjournalisten geladen. Strasser verteidigte sich bisher damit, dass er einen Geheimdienst hinter den Journalisten vermutet habe und dafür Beweise sammeln wollte. (APA, 15.10.2012)

Share if you care