Strasser-Medienprozess in Linz auf Jänner verschoben

15. Oktober 2012, 16:49

Wegen Doppelgleisigkeit mit Strafverfahren in Wien

Wien/Linz  - Die für morgen, Dienstag, anberaumte Fortsetzung des Medienprozesses, den der ehemalige EU-Parlamentarier und VP-Innenminister Ernst Strasser gegen die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) angestrengt hat, ist erneut verschoben worden. Das teilte das Landesgericht Linz am Montag mit. Neuer Verhandlungstermin ist der 21. Jänner 2013.

Strassers Anwalt hatte einen Antrag auf Verschiebung wegen Doppelgleisigkeit mit dem Verfahren im Landesgericht Wien gestellt. Dort startet am 26. November ein Prozess gegen den Ex-Innenminister, in dem ihm die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) Bestechlichkeit vorwirft. Am 13. Dezember soll es ein Urteil geben. Strasser drohen bei einem Schuldspruch bis zu zehn Jahre Haft.

Strasser klagte OÖN wegen Rufschädigung

Der spätere ÖVP-Delegationsleiter im Europäischen Parlament war im November 2010 zwei als Lobbyisten getarnten britischen Journalisten auf den Leim gegangen. Er hatte sich auf mehrere Gespräche mit ihnen eingelassen, wobei er bei einem Abendessen angeboten haben soll, für ein jährliches Honorar von 100.000 Euro die Gesetzgebung im Europäischen Parlament zu beeinflussen. Dieses Gespräch wurde heimlich mitgeschnitten, nach der Veröffentlichung der Videoclips musste Strasser Ende März 2011 zurücktreten.

Im Linzer Prozess klagte er die OÖN, weil er in zwei Artikeln zu der Lobbying-Affäre die Delikte der Rufschädigung und üblen Nachrede erfüllt sah. Die Zeitung will den Wahrheitsbeweis antreten. Dazu wurden unter anderem die zwei britischen Enthüllungsjournalisten geladen. Strasser verteidigte sich bisher damit, dass er einen Geheimdienst hinter den Journalisten vermutet habe und dafür Beweise sammeln wollte. (APA, 15.10.2012)

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10 Postings
Des is praktisch!

Zum Medienprozeß können s' ihn dann eh aus dem Häfn vorführen. Da gibt's dann keine Terminprobleme mehr ...

Die Henne oder das Ei

Strassers Ruf konnte man nach den Videos nicht mehr schädigen. Sogar die eigene Partei hat ihn - nach Besichtigung des Beweismaterials - hochkant hinausgeschmissen.

Die Staatsanwaltschaft hat ihn angeklagt und seine "Spionversion" wie bei Grasser als Märchen oder Schutzbehauptung bezeichnet.

Der Prozess über Strassers Lobbyistenfirmen und seine Abgeordnetentätigkeit wird sicher sehr "erkenntnisreich".

Wieso dauert das alles so lange?

Österreich hat mehr Beamte zur Verfügung als Griechenland vor der Krise. Die Arbeitseffizienz unserer Beamten gehört endlich von einer internationalen Experten-Truppe evaluiert und danach wirksame Maßnahmen ergriffen.

Vielleicht muß man noch irgendeine Verjährung abwarten ?

immer für einen gag zu haben, der doktor

ICH FRAGE MICH

wie man so blöd sein und bei der Situation einen Zivilprozess gegen eine Zeitung beginnen kann....

Lustiger Anwalt....

Naja, er war vielleicht jung ...

und brauchte das Geld. :-)

vernünftig, den medienprozess zu verschieben:
wenn er im lobbying-prozess schuldig gesprochen wird, ist die klage gegen "rufschädigung" (haha) und "üble nachrede" eh hinfällig

der typ gehört gepfändet bis aufs....

...existenzminimum; bis überhaupt kein anwalt mehr auf die idee kommen kann dn mittellosen unschuldsvermutetetn korruptionisten in einem aussichtslosen verfahren zu vertreten.

hahahaha…einfach herrlich

jetzt wird's für den großen Ermittler u. Hobby--Kommissar eng. Aber bitte keine Unterstellungen, denn unser Ernsti war immer schon eine integre Person.

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