Ultraorthodoxe werden zur Armee einberufen

Verteidigungsminister: "Richtungswechsel" - Etwa 15.000 Personen betroffen

Tel Aviv - Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hat die Einberufung auch strengreligiöser junger Männer zum Wehrdienst angeordnet. Barak sagte am Montag vor einem Parlamentsausschuss in Jerusalem, Ultraorthodoxe im Alter von 16 bis 19 Jahren sollten Musterungsbescheide erhalten, genau wie andere Jugendliche auch. Er sprach von einem "Richtungswechsel".

Die israelische Zeitung "Haaretz" schrieb am Montag, es handle sich um etwa 15.000 Personen. Sie sollten zunächst als ersten Schritt in den regulären Musterungsprozess integriert werden. Dieser dauert in Israel für gewöhnlich etwa ein Jahr. Ein Armeesprecher bestätigte, es seien bereits einige tausend Musterungsbescheide abgeschickt worden.

Eine vom Obersten Gericht im Februar verworfene gesetzliche Freistellung strengreligiöser Juden vom allgemeinen Wehrdienst, das sogenannte Tal-Gesetz, war im August abgelaufen. (APA, 15.10.2012)

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die israelische regierung zeigt, dass es ihnen nicht um religion geht. mich als in der ddr aufgewachsenen juden wundert das nicht. viele orthodoxe juden stehen kritisch zur israerlischen regierung.

"viele orthodoxe juden stehen kritisch zur israerlischen regierung"

.
viele (d.h. die meisten) ultraorthodoxen stehen nicht nur kritisch zur regierung, sondern zum ganzen staat.

Viele nichtorthodoxe Juden stehen der Regierung netanyahu kritisch gegenüber.

Ändert aber nichts daran, dass es nicht sein kann, dass Menschen in einem Land leben, sämtliche Sozialleistungen in Anspruch nehmen und auf kosten der Allgemeinheit leben, aber keinerlei Leistung für die Existenz und Sicherheit des Landes erbringen.

Israel ist keine Jeshiwa, die von irgendwelchen Gönnern finanziert wird, sondern ein staat, in dem (wie in jedem anderen staat auch) die Bürger zur Existenz des Staates ihren Beitrag leisten. Es ist nicht einzusehen, dass es Bürger gibt, die meinen keinen Beitrag leisten zu müssen.

Einerseits ist es gut, dass die Religiösen keine Privilegien auf diesem Gebiet mehr bekommen.

Andererseits ist es nicht unbedingt vorteilhaft wenn sie sich dafür in der Armee breitmachen und diese auch immer weiter in ihren religiösen Wahn mitziehen.

Doch, ich find das gut!
Dann sind die extremistischen Jiden endlich auch für die Weltöffentlichkeit auf einer Ebene mit den extremistischen Moslems ankgekommen.
Vielleicht ist dann Kritik wieder erlaubt. Vielleicht wird dann nicht mehr jedes Naserümpfen mit der Anti'emitismuskeule beantwortet.

Außerdem steht zu wünschen, dass die schwierigere innenpolitische Lage "die Auserwählten" mehr mit sich selbst beschäftigen lässt - der Mittlere Osten könnte (kurz?) und friedlich aufatmen.

Ohne jedes "naseruempfen" mit der Antisemitismuskeule beantworten zu wollen,

lässt ihre Wortwahl nichts anderes zu, als ihnen Antisemitismus zu unterstellen.

Aber wenn sie schon so unterwegs sein wollen, informieren sie sich doch im Vorfeld ein bisschen: "jidden" schreibt man mit 2 d. Vielleicht sollten sie einmal im Stürmer nachschlagen.

Blödsinn, hier lernen sie den Säkularismus erst kennen. Das tut denen gut, die sind ja sonst nur unter sich.

ich glaub jetzt nicht,

daß dieser "religiöse wahn" besonders ansteckend bzw. überzeugend ist

würden auf einmal die zeugen jehovas zum bundesheer müssen, wäre auch kaum zu erwarten, daß nach kurzem alle bundesheerler in ihrer freizeit den wachtturm verteilen würden

in Österreich muss neimand zum Bundesheer der nicht will

auch nicht die Zeugen Jehovas, jeder kann Zivildienst machen. Der dauert halt etwas länger.

einer der wenig aber guten Aktionen....

von Barak. Was alles so geht vor WAHLEN um sich zu profilieren.

Und die gehen da jetzt hin? Einfach nach D auswandern ;)

zeit wird´s! dauernd nur sonderrechte und immer besonders gescheit wissen, was g´tt will.

... nachon ... :-))

Eine ernst gemeinte Frage an die Forumsteilnehmer:

Warum freut Ihr euch so darüber, dass noch mehr Menschen als Soldaten dienen müssen, warum freut ihr euch, dass Menschen, die nicht töten wollen, jetzt dazu gezwungen werden und warum ist es eine Freude, dass es jetzt noch mehr Soldaten gibt als vorher?
Gut, auf die 15000 kommt es nicht mehr an, aber wie viele Menschen mehr können durch weitere 15 000 Soldaten zu Tode kommen?
Mir sind die Orthodoxen auch nicht besonders sympatisch, aber dass Leute, die aus religiösen Gründen nicht zum Militär wollen, dazu gezwungen werden finde ich einen Schritt in die falsche Richtung.
p.A.

"Eine ernst gemeinte Frage an die Forumsteilnehmer: Warum freut Ihr euch so darüber, dass noch mehr Menschen als Soldaten dienen müssen"

.
eine ebenso ernst gemeinte frage an Sie:
warum freuen sich soviele "friedensbewegte" "Israelkritiker" darüber, dass das iranische regime bald über atombomben verfügen wird?
warum ist es eine freude, dass es dann noch mehr atombomben gibt als vorher?
gut, auf die paar kommt es nicht mehr an, aber wie viele menschen mehr können durch weitere atombomben zu tode kommen?

wie schaut's mit einer ernstgemeinten antwort aus?

Alle Menschen die aus religiösen Gründen handeln sind mir suspekt.

warum freut ihr euch, dass Menschen, die nicht töten wollen, jetzt dazu gezwungen werden

Diese Fragestellung hat mit den Gründen, warum ortohodoxe nicht zum Heer gehen, ganz einfach nichts zu tun.

Orthodoxe gehen deshalb nicht zum Heer, weil ihnen ihre religiösen Studien keine Zeit dafür lassen. Erwarten aber von dem Land in dem sie leben sehr wohl, dass es sie mit Waffengewalt verteidigt - das gilt besonders für die (meist) orthodoxen Siedler, die ja in ihren Siedlungen sehr wohl von der IDF beschützt werden wollen.

Dann sollen sie auch selbst für diesen Schutz sorgen und diese "Pflicht" nicht auf nichtorthodoxe abschieben. Wenn die IDF eine Siedlung räumt, haben die dort lebenden Orthodoxen ja auch kein Problem damit, mit Gewalt gegen die IDF vorzugehen.

die Orthodoxen rücken sehr wohl zur IDF ein

wer nicht einrückt sind die Ultraorthodoxen, die Haredim.

Kleine Korrektur

Ausgerechnet die orthodoxen Siedler sind es, die mehr od. minder den Platz der Kibbutznikim in der IDF eingenommen haben, will heißen, Offiziere werden, in Spezialeinheiten dienen usw. Mit anderen Worten, die dienen gerne und ganz absichtlich in den IDF, incl. Milizdienst.

Wer hier endlich zum Heerdienst eingezogen werden soll sind in erster Linie die sogenannten Haredim, die vorallem in Jerusalem, Bnei Brak und dgl. Siedlungen innerhalb Isr. mit einer hohen Bevölkerungsdichte von Haredim leben.

Ich halte die Grenze zwischen oOrthodoxen und Ultraorthooxen leider mittlerweile für eine fließende.

Jedenfalls höre ich immer wieder von Freunden und Verwandten, dass sich mittlerweile auch in den orthodoxen "russischen" Siedlungen vermeht Mitbürger finden, die soviel Zeit für ihre religiösen Studien brauchen, dass sie nicht zum Heer gehen können.

Aber ich muss zugeben, dass meine Kontakte hauptsächlich in Tel Aviv bzw. in Nazereth-Elith sind, das heisst, vielleich spielen da (gerade in Tel Aviv) auch gewisse "Animositäten" mit.

Um hier sicher zu sein, dass wir nicht aneinander vorbeireiden

müssten wir uns eigentlich der hebräischen Bezeichnungen für die verschiednenen Gruppierung bedienen, denn die deutschen sind da leider nicht sehr exakt.
Die Haredim gehen nicht zum Heer. Und die werden jetzt vermehrt eingezogen. Gott sei Dank. Denn das Argument, sie hätten wegen Ihrer rel. Studien keine Zeit dafür ist mehr als abstrus, als ob alle anderen sich eh nur langweilen und froh sind, dass sie durch den Militärdienst was zum tun kriegen.
Die Mitnahlim gehen zum Heer, und zwar mit sehr großer Motivation, und nehmen wie gesagt mehr und mehr den Platz der Kibbutznikim ein.
Ich kenne einige russ. Einwanderer, die nicht "überdurchschnittlich" rel. sind, pol. rechts, sich aber zumindest vom Milizdienst erfolgreich drücken. Leider!!

Es ist einfach nicht gutzuheißen, eine solche bevorzugung zu ermöglichen, wenn das religiös gerechtfertigt wird. warum wird ein zb ein atheist eingezogen der skrupel hat oder einfach keine lust?

"Freuen" ist vielleicht übertrieben, aber ich empfinde diese Nachricht, trotz deines guten Einwandes, dennoch als positiv. Zwei Gründe dafür:

1. Abschaffung religiöser Privilegien ist immer und überall ein Schritt in die richtige Richtung

2. Eine ernsthafte friedliche Lösung wird nicht zuletzt von den orthodoxen, die die israelischen Grenzen aus der Thora ableiten wollen, torpediert. Das die das jetzt nicht mehr quasi "gratis" tun können, kann auch ein Aspekt für eine positive Entwicklung sein.

1) es ist sogar ein schritt in genau die richtige richtung, wenn aus religiösem glauben als solchem keine sonderrechte erwachsen.

über eine abschaffung von solchen sonderrechten freue ich mich ausdrücklich.

2) die soldat_innen sind eine direkte folge der permanenten arabischen angriffe und der bedrohung durch den iran.

beim arabischen angriffskrieg '48 sind zb ca. 1%(!!) der isralischen bevölkerung umgebracht worden.

die frage lautet also vielmehr, wieviel menschen NICHT zu tode kommen, weil isr in der lage ist seine zivilbevölkerung zu schützen.

1%? Bei Österreichs Angriff auf Serbien 1914 sind nahezu 33% (ein Drittel!) der Gesamtbevölkerung umgekommen. "Deutsche" Gründlichkeit halt ;-)

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