Chimborazo: Todesangst auf dem höchsten Berg Ecuadors

Blog | Rowin Höfer, Marvin Fritz
18. Oktober 2012, 13:45
  • Umwelt schonen, Wasserquellen schützen und keinen Müll wegwerfen: Naturschutz wird in Ecuador groß geschrieben und tatsächlich sind die Straßengräben sauberer und gepflegter als anderswo in Südamerika.
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    Umwelt schonen, Wasserquellen schützen und keinen Müll wegwerfen: Naturschutz wird in Ecuador groß geschrieben und tatsächlich sind die Straßengräben sauberer und gepflegter als anderswo in Südamerika.

  • Die Wälder am Rand der Anden sind fast durchgehend mit Wolken verhangen. So verging im Süden des Landes auch kaum ein Tag ohne leichten Nieselregen.
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    Die Wälder am Rand der Anden sind fast durchgehend mit Wolken verhangen. So verging im Süden des Landes auch kaum ein Tag ohne leichten Nieselregen.

  • Der typische Verlauf von Hochlandstraßen in Ecuador: Weitläufige Serpentinen führen bergab zu einem kleinen Dorf oder über einen Bach, um sich danach wieder ebenso weit bergauf zu schlängeln.
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    Der typische Verlauf von Hochlandstraßen in Ecuador: Weitläufige Serpentinen führen bergab zu einem kleinen Dorf oder über einen Bach, um sich danach wieder ebenso weit bergauf zu schlängeln.

  • Auf weit über 4.000 Höhenmeter irgendwo auf der Inkastraße mit Johannes und Serena aus Tirol. Mehr als zehn Tage waren wir gemeinsam unterwegs und teilten die Wildheit, Naturbelassenheit, Abgeschiedenheit und Schönheit Ecuadors.
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    Auf weit über 4.000 Höhenmeter irgendwo auf der Inkastraße mit Johannes und Serena aus Tirol. Mehr als zehn Tage waren wir gemeinsam unterwegs und teilten die Wildheit, Naturbelassenheit, Abgeschiedenheit und Schönheit Ecuadors.

  • Wenig ist im heutigen Ecuador vom einst gigantischen Inkareich übriggeblieben. Ein paar Ruinen sind noch vorhanden und der ausgetretene, steinige Weg ist ab und zu erkennbar - wir taten uns aber ganz schön schwer, am Weg zu bleiben.
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    Wenig ist im heutigen Ecuador vom einst gigantischen Inkareich übriggeblieben. Ein paar Ruinen sind noch vorhanden und der ausgetretene, steinige Weg ist ab und zu erkennbar - wir taten uns aber ganz schön schwer, am Weg zu bleiben.

  • Auf der Küstenseite Ecuadors dreht sich fast alles um Bananen, die nach Erdöl das wichtigste Exportgut sind.
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    Auf der Küstenseite Ecuadors dreht sich fast alles um Bananen, die nach Erdöl das wichtigste Exportgut sind.

  • Aufstieg zum höchsten Berg des Landes: Vom ersten Lager auf etwa 4.000 Metern war der Chimborazo noch schön 
anzusehen und fotogen. Seine Gipfel waren immer nur für ganz 
kurze Zeit enthüllt.
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    Aufstieg zum höchsten Berg des Landes: Vom ersten Lager auf etwa 4.000 Metern war der Chimborazo noch schön anzusehen und fotogen. Seine Gipfel waren immer nur für ganz kurze Zeit enthüllt.

  • Ab 6.000 Metern nahm der Spaßfaktor stetig ab. Auf- und Abstieg trieben uns fast bis zur völligen 
Erschöpfung. Über 
Pausen entschied nicht mehr der Kopf, sondern der Körper, wenn er 
plötzlich zusammensackte.
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    Ab 6.000 Metern nahm der Spaßfaktor stetig ab. Auf- und Abstieg trieben uns fast bis zur völligen Erschöpfung. Über Pausen entschied nicht mehr der Kopf, sondern der Körper, wenn er plötzlich zusammensackte.

Durch schmale Täler, kleine Dörfer und größere Städte bis auf den über 6.000 Meter hohen Chimborazo, wo die Knie mehr als schlotterten

"Der Wald ist die Lunge der Erde", "Wasser ist Leben" und "Achte den Lebensraum der Tier". Entlang der Straßen in Ecuador sind alle paar Kilometer Schilder mit solchen Aufschriften zu finden. Der Schutz des intakten Ökosystems wird hier ernst genommen. Aber abseits der herkömmlichen Verkehrswege gibt es noch viel mehr Einzigartiges zu entdecken.

In den vergangenen Wochen wanderten wir etwa 1.000 Kilometer durch das faszinierende Hochland Ecuadors und wurden Tag für Tag aufs Neue bezaubert. Von wilden Gebirgsbächen und heftigen Wasserfällen, dichten Nadelwäldern und noch dichterem Dschungel, mächtigen Bergwänden und verschneiten Vulkanen, einer einmaligen Tierwelt und der außergewöhnlichen Artenvielfalt. Sowie von einer indigenen Bevölkerung, die im Einklang mit ihrer Umwelt lebt, anstatt sie zu zerstören.

Start in La Balsa

Die Reise durch das Äquatorland begann für uns in La Balsa, dem wohl entlegensten Grenzübergang zu Peru. Wir mussten erst am Privathaus des Grenzbeamten klopfen, um überhaupt einen Ausreisestempel zu bekommen. Auf der anderen Seite der Brücke ging es ebenso gemütlich zu. Von hier aus windet sich eine enge Sandstraße wie eine Achterbahn durch den wolkenverhangenen Regenwald.

Die Täler sind so schmal, dass die Strecke über nahezu alle Berge und ausnahmslos bergauf oder bergab führt. Dazu kommt, dass sich der Berg gegen den Einschnitt der Straße wehrt und aufgrund der teils strengen Witterung stetig herunterbricht und den Weg blockiert. Viele Abschnitte sind dadurch ständige Baustellen und wegen knöcheltiefen Schlamms schwer passierbar.

Es gab vereinzelt Ortschaften und winzige Siedlungen am Weg. Die steilen Hänge verwenden die Bewohner als Anbauflächen für Bananen, Papayas und Kakao in kleinen Mengen. Gleich am ersten Tag wurden wir mit vielen weiteren exotischen Früchten vertraut gemacht und reichlich beschenkt. Die Gastfreundlichkeit und Bescheidenheit der Menschen, ihr einfaches, unkompliziertes, friedliches Leben und die wilde Schönheit der Natur in diesem entlegenen Teil des Landes haben uns vom ersten Tag an in den Bann gezogen.

Pause in Loja

Mit Loja haben wir nach schwierigen 200 Kilometern die erste größere Stadt erreicht. Wir rasteten hier etwas, bevor es am Panamerican Highway weiter Richtung Norden ging. Spätestens jetzt waren wir im Hochland und stiegen in den darauffolgenden Tagen immer noch höher in die ecuadorianischen Anden. Diese durchziehen das Land in Süd-Nord-Richtung und teilen es in drei völlig unterschiedliche Gebiete: im Osten das dünn besiedelte Amazonasbecken, im Westen das Küstengebiet und dazwischen das Hochland, wo der Großteil der Bevölkerung lebt. Dazu kommen noch die Galapagos-Inseln, die neben rund 25.000 Einwohnern wohl eine äußerst interessante Tier- und Pflanzenwelt beheimaten.

Ecuador gilt trotz der geringen Größe als eines der abwechslungsreichsten Länder der Welt. Die Biodiversität ist so hoch wie kaum woanders und wird in den zahlreichen Nationalparks des Landes erhalten. Ebenso vielfältig zeigen sich die Naturvölker, die größtenteils im Dschungel, aber auch in kleinen Andendörfern zu Hause sind. Beachtlich viele davon können immer noch nach eigenen Vorstellungen, Traditionen und Wertesystemen leben.

Im schönen Cuenca

Cuenca gilt für viele neben Quito als die schönste Stadt des Landes. Das Zentrum mit den engen gepflasterten Gassen, unzähligen Kirchen und Plätzen wurde auch zum Weltkulturerbe erklärt. Wir verbrachten ein paar schöne Tage dort, doch der Weiterweg gefiel uns noch viel mehr. Vor allem weil wir wieder einmal Begleitung hatten. Zusammen mit Johannes und seiner Freundin folgten wir den Spuren der Inka durch kleine Täler und einsame Berglandschaften. Die Inkastraße verband einst die Städte Cusco und Quito, doch heute sind davon nur noch wenige Abschnitte erhalten. Auch alte Ruinen liegen hier und da am Weg und zeugen von einer beachtlichen Hochkultur.

In vielen Teilen des Hochlandes konnten wir bäuerliches Leben in direktem Einklang mit "Pachamama" (Mutter Erde) und eine tiefe Verehrung der Natur beobachten. Andere Teile des Landes hingegen werden von zerstörerischen Umwelteingriffen und Menschenrechtsverletzung heimgesucht. So schreiten Ölkonzerne seit Jahrzehnten immer weiter in den Regenwald östlich der Anden vor, um die endlichen Schätze aus dem Amazonasboden zu pumpen.

Eingriffe wie diese führen zu massiver Entwaldung und Vergiftung sowie zur Verdrängung von unzähligen Lebewesen und ganzen Stämmen. Ein Ende der Zerstörung ist nicht in Sicht. Ecuador hat nach Venezuela und Brasilien die drittgrößten Ölvorkommen in Südamerika und produziert rund 500.000 Barrel Öl pro Tag.

Bananen als bedenklicher Exportschlager

Auf der anderen Anden-Seite, im Küstengebiet, wird das zweitwichtigste Exportprodukt Ecuadors produziert. Jährlich werden fünfeinhalb Millionen Tonnen Bananen verschifft. Vor allem der niedrige Preis der Frucht spielt eine wesentliche Rolle. Ein Blick auf eine konventionelle Plantage zeigt, wer die tatsächlichen Kosten für unseren Genuss trägt. Es sind die Arbeiter, die für viel zu wenig Geld viel zu viel schuften und weder Schutz, Rechte oder Absicherung noch sonstige Leistungen erhalten. Die Marktkonzentration auf wenige globale Konzerne führt auch hier zu rücksichtsloser, verantwortungsloser und blinder Ausbeutung.

Neben massiven Menschnerechtsverletzungen wird die Umwelt erheblich vergiftet. Der konventionelle Anbau von Bananen gilt als der giftigste überhaupt, weil Pestizide, Herbizide, Fungizide, Insektizide und Nematozide eingesetzt werden. Allerdings gibt es mittlerweile auch ökologische, fair gehandelte Alternative, die mittlerweile wohl fast jede europäische Supermarktkette führt.

Staunend vor dem Chimborazo

Zurück in die Berge, die auf unserem Weg Richtung Norden immer höher wurden. Die Vegetation nahm stetig ab und übrig blieb nur stacheliges, hartes Andengras. Schließlich erreichten wir die berühmte "Ruta de los Volcanes" (Straße der Vulkane), an der sich auch der höchste Berg des Landes befindet: der 6.268 Meter hohe Chimborazo. Allerdings ist die Besteigung des Vulkans ohne jegliche Gletschererfahrung und gerade zu dieser Zeit nicht die beste Idee, wie uns die erste Agentur mitteilte, bei der wir uns informierten.

Bei einer zweiten Agentur erzählten wir von unserer bisherigen Reise und erfuhren, dass wir schon eine Gipfelchance hätten. Auch unsere Spezialwünsche wurden erfüllt: Wir konnten den ganzen Weg gehen und nicht erst vom Basislager aus starten, wo wir unseren Bergführer treffen wollen. Außerdem bekamen wir für den Aufstieg geügend Obst. So befanden wir uns nach einem etwa 50 Kilometer langen Marsch im Carell-Refugium auf 4.850 Meter und nützten die restliche Zeit zur Akklimatisierung.

Als Anfänger über Gletscherspalten springen

Mit kompletter Eisausrüstung, Helm, Stirnlampen und sicher dem doppelten Volumen in unseren Rucksäcken starteten wir aufgeregt nachts um elf in Richtung Gipfel. Wir waren zu fünft, ein Bergführer für uns beide und ein weiterer mit einem Amerikaner am Seil. Noch war nur die Finsternis ungewöhnlich, doch als wir nach etwa zwei Stunden die Steigeisen anlegen mussten und dem Eis immer näher kamen, begann etwas ganz neues für uns. Erst jetzt fragte uns Fabio ob wir Erfahrung am Gletscher hätten und wir wunderten uns, dass er die Antwort nicht wusste. Jedenfalls entstand zusätzlich zur steigenden Anstrengung der Druck, die Unerfahrenheit nicht zu zeigen - denn wir wollten nicht frühzeitig umkehren, weil es zu gefährlich für Anfänger sein könnte.

Aufgrund des starken Windes und der damit verbundenen Steinschlaggefahr konnten wir nicht die Normalroute gehen, sondern mussten eine längere, steilere, aber etwas sicherere nehmen. Die zwei Lichter hinter uns verschwanden bald und wir erfuhren später, dass die andere Seilschaft früh umkehren musste. So waren wir die einzigen am Berg und kämpften uns erst zügig, dann Schritt für Schritt und bald nur noch auf allen Vieren bergauf. Als wir die erste tiefe Gletscherspalte springend passierten und ich daraufhin mehrmals abrutschte und mich nur noch ein dünnes Seil am Berg hielt, erkannten wir den Ernst der Lage. Der Gedanke ans Umkehren beschäftigte die restlichen fähigen Gehirnzellen, doch die größte Angst war jetzt, nicht mehr heil nach unten zu kommen.

Die wahren Gefahren offenbaren sich im Sonnenlicht

Gegen sechs Uhr morgens kamen wir nach sieben mühsamen Stunden dann doch ganz oben an. Der eisige Wind verwandelte die -20 Grad in gefühlte -30 und der Sonnenaufgang war noch immer eine Stunde entfernt. So mussten wir uns sogleich an den befürchteten Abstieg machen, ohne das Erreichen des Gipfel genießen zu können. Die Sonne schenkte etwas Kraft, Motivation und mehr Sicht, allerdings konnten die Füße schon lange nicht mehr hintreten, wo sie sollten.

Erst jetzt sahen wir das ganze Ausmaß des mächtigen Gletschers, die Steilheit und die Tiefe der Spalten. Neben den körperlichen Qualen spürten wir große Achtung und wahre Demut vor der Natur. Wir erreichten einen Punkt, an dem unsere physischen Kräfte erschöpft waren und uns nur noch der Geist weitertrieb. So schafften wir es quasi im Halbschlaf zur Schutzthütte, wo wir uns gegenseitig das Versprechen gaben, nie wieder einen derartigen Gletscher besteigen zu wollen.

Beim Abschied schon wieder mutiger

Einige Wochen später denken wir erwartungsgemäß schon wieder ganz anders über die Sache. Wir wissen, dass wir die Strapazen bald vergessen haben und bei der nächsten Versuchung wieder nicht widerstehen können. Neben den Erinnerungen an richtige Todesängste bleibt auch dieses Gefühl von Stolz und tiefer Zufriedenheit zurück.

Es ist immer wieder fantastisch und unglaublich reizvoll, unsere Kleinheit vor der Natur zu erkennen. Wir wissen, dass wir in bestimmen Teilen der Welt wirklich nichts verloren haben, doch freuen uns schon jetzt auf eine weitere, unvernünftige Herausforderung. Allerdings auf einem ganz anderen Teil der Erde. Adios Ecuador, adios Südamerika! (Rowin Höfer/Marvin Fritz, derStandard.at, 18.10.2012)

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19 Postings
Jungs ihr seid meine Helden

Ja, Meingott - die Chimbo Aktion ist nicht gerade sooo durchdacht gewesen, aber was kostet die Welt!

Jedenfalls befindet ihr euch auf unserer "reverse" Route: 2004 bin ich mit meinem Cousin von Ecuador nach Peru geradelt. Wir haben ebenfalls den Chimbo umrundet (ohne Gipfel!!) und sind dann auch über Cuenca, Loja und La Balsa nach Peru. Wir mussten die Grenzer auch aus dem Häuschen holen ;)

Mein Cousin und ich verfolgen euren Tripp seit Juli und wünschen euch weiterhin das nötige Reiseglück! Macht nur weiter so!

Was soll ich sagen: bis zu der hirnrissigen Aktion am Chimborazo hab ich mir gedacht, toll und respektgebietend.
Leider treiben sich in Ecuador und im restlichen Andenraum genuegend europaeische Touristen herum, die in grenzenloser Ahnungslosigkeit meinen, sich auf einmal ohne die erforderliche Bergerfahrung in Gletscherzonen ueber 5000-6000m stuerzen zu muessen.
Trotzdem: gut und spannend geschrieben.

Da gibt es eine auch alte Terra-X-Folge bei YT

DOKU: Terra X - 43 - Chimborazo - Reinhold Messner auf der Humboldt - Route :
http://www.youtube.com/watch?v=dcOSA-pZiZ8

ja das is eine tolle idee, dem bergführer zu verschweigen, dass man keine ahnung hat.

im zweifelsfall kommt er halt auch zu tode, wenn er einem zu hilfe kommen muss ...

(ich bin ja nun wirklich der liberalste mensch der welt, die leut können mit sich selbst alles machen, was sie wollen. freiheit für jedes hirnederl. aber wo andere gefährdet werden, weil sie mit reingezogen werden, is die grenze ...)

Genau wegen

solchen Typen hat ein Freund von mir dort vor Jahren knapp vor dem Gipfel umkehren müssen.

Ein Pärchen, fast keine Bergerfahrung (was sie auch verschwiegen haben), die geglaubt haben, mit ihrer Triathlon-Kondi da locker raufzukommen. Leider sind die ein paar 100m vorm Gipfel eingegangen. Da nur 1 Bergführer mit war und der die nicht alleine lassen wollte (was verständlich ist) hat mein Freund durch die Finger geschaut.

Für mich der Bericht eines saturierten Wohlstandsbürgers,

der ohne Ausbildung am Berg sich selbst, seine Begleiter und allfällige Retter unter Umständen in größte Gefahr hätte bringen können.

Verantwortungslos, kein Grund für den geringsten Stolz!

Einer meiner Freunde, ein erfahrener Tiroler Bergsteiger und Bergführer ist am Chimborazo vor 10 Jahren ums Leben gekommen.

Darum macht mich saturierte Großkotzigkeit betroffen...

Wer vom Chimborazo spricht...

... darf von Alexander von Humboldt nicht schweigen. Und ein Wort sei an Daniel Kehlmanns "Vermessung der Welt" auch verschwendet.

Vor allem die Hörbuchversion von "Vermessung der Welt" ist sehr zu empfehlen!

Ohne Erfahrung auf den Gletscher bzw. Berg zu gehen war verantwortungslos, das kann man mit "ich war stolz auf mich" und "es war ein tolles Gefühl" nicht schön reden.

P.S.: Der Gipfel des Chimborazo ist übrigens der Punkt, der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt ist (wegen der Lage am Äquator). Mehr Details auf Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Chimborazo

Hoffentlich machen die wenigstens ein paar Gletscherkurse bevor sie nach Kathmandu fahren...

Boah, ich würd auch einfach mal losziehen. Nur wie komm ich unterwegs an Essen …

Wers trotztdem nach oben schafft hat Kraft, wer umkehrt ist stark.

Teilweise wirklich gute Fotos!

Glückwunsch an die 2 Hammmel diese absolut hirnlose Kletteraktion überlebt zu haben.

"Einige Wochen später denken wir erwartungsgemäß schon wieder ganz anders über die Sache. Wir wissen, dass wir die Strapazen bald vergessen haben und bei der nächsten Versuchung wieder nicht widerstehen können."

-Leider um nichts schlauer geworden.

"Da wir nicht frühzeitig umkehren wollten, verschwiegen wir, dass wir Anfänger waren."

Genau solche Menschen gefährden nicht nur sich, sondern auch den Bergführer und oft in Folge die Rettungsmannschaften. Die hier beschriebene Sitation (keine Erfahrung mit der Ausrüstung, lügen, zu schwache Kondi, schwierigkeit der Tour masslos unterschätzt,....) hat nichts mit Mut sondern nur mit grenzenloser Dummheit zu tun.

Diese Wahnsinnigen sind also etwa so drauf wie deutsche Touristen, die mit Sandalen bergsteigen gehen.

Wie dumm kann man sein?

Und wieso lässt man zu, dass eine derart selbstmörderische Aussage in diesem Blog erscheint? Um die Autoren als Vollidioten dastehen zu lassen, oder um die Leser zu ähnlich selbstmörderisch blödem Verhalten zu animieren?

Normalerweise gehen wir barfuß.

Die Sandalen ziehen wir im Ausland nur aus Rücksicht auf lokale Gepflogenheiten an.

zuerst ein paar gletscherfreie 3000er in den Alpen, dann einen Gletscher-Grundkurs und ein paar vergletscherte 3000er mit Bergführer oder mit erfahrenen Kollegen.

Dann kann man sich auch auf 4000er und höher wagen.

Aber so mir nix dir nix auf einen 6000er ohne jemals vorher auf einem Gletscher gewesen zu sein und das dem Bergführer dann auch noch zu verschweigen ist wirklich deppert, sorry. Diesmal ist es gutgegangen, aber wie ver Vorposter schon schrieb, mit solchen Aktionen bringt man nicht nur sich selbst in Gefahr...

Offenbar benimmt sich der Durchschnitts-Österreicher in den Anden wie der Durchschnitts-Niederländer in den Alpen...

nach dem ersten Absatz freut man sich über das Umweltbewusstsein Ecuadors, bis man zum Öl und zu den Bananen kommt...

ansonsten interessante und feine Reportage

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