Mitarbeiterbefragung: Eine Bühne für Kritik

  • Harald R. Preyer, CEO Eucusa, und Romana Gabriel, Personalmanagement und -Entwicklung am Konventhospital der Barmherzigen Brüder in Linz, waren zu Gast beim HR-Circle.
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    Harald R. Preyer, CEO Eucusa, und Romana Gabriel, Personalmanagement und -Entwicklung am Konventhospital der Barmherzigen Brüder in Linz, waren zu Gast beim HR-Circle.

Romana Gabriel von den Barmherzigen Brüdern referierte beim HR-Circle über Maßnahmen im Ordensspital

Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital von Unternehmen. Was landauf und landab von Führungskräften gepredigt wird, ist oft nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. Die Meinung von Mitarbeitern wird ignoriert. Ein Vehikel, um den Wünschen von Dienstnehmern eine Artikulationsbühne zu geben, sind Befragungen. Wie solche Instrumentarien sinnvoll eingesetzt werden können, darüber referierte Romana Gabriel, die als Personalverantwortliche eine Mitarbeiterbefragung beim Ordensspital der Barmherzigen Brüder in Linz organisiert hatte.

Die erste Befragung wurde im Jahr 2009 durchgeführt. Kommunikation, Gehalt, Führung, Entwicklungsperspektiven waren einige Themen, zu denen sich die rund 800 Mitarbeiter via Fragebogen äußern sollten.

Vermittler von außen

Eine wichtige Rolle komme bei solchen Veränderungsprozessen externen Berater und Psychologen zu, so Gabriel. Personen von außen könnten leichter vermitteln. Ergebnisse von Mitarbeiterbefragungen dürfe man nicht auf die leichte Schulter nehmen, warnt sie. Initiiert man als Firma so einen Prozess, dann werde automatisch bei den Mitarbeitern eine gewisse Erwartungshaltung geschürt. Werden Maßnahmen nicht umgesetzt, dann gehe der Schuss nach hinten los.

Konkrete Maßnahmen als Resultat der Untersuchung waren zum Beispiel eine Verkürzung des ärztlichen Nachtdienstes, bessere Fortbildungs- und Gesundheitsprogramme sowie eine Ausweitung der Angebote in Krisen- und Notfällen. Weiters wurde ein jährliches Mitarbeitergespräch fix verankert und Jahresziele definiert. Die Umsetzung wird überprüft.

Was bei fast jeder Mitarbeiterbefragung zutage befördert wird, ist die Unzufriedenheit mit dem Gehalt, erzählt Harald R. Preyer, der mit seiner Firma Eucusa solche Befragungen umsetzt. Kaum ein Arbeitnehmer wird angeben, dass er genug verdient. Passt die Führung, dann rücken andere Prioritäten in den Vordergrund, meint Payer, der den direkten Vorgesetzten als Hauptfaktor für die Jobzufriedenheit identifiziert, denn: "60 Prozent der intrinsischen Motivation kommen von dort." (red, derStandard.at, 17.10.2012)

Link
www.hrcircle.at

Hinweis

Der nächste HR Circle findet am 15. November um 18.00 Uhr statt.

Thema

Johannes Gutmann, Sonnentor Kräuterhandelsgesellschaft, spricht über internes Employerbranding.

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