Selbstbewusstsein vs. Verunsicherung

15. Oktober 2012, 16:18
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Spanien gegen Frankreich Neuauflage des EM-Viertelfinales - Rumänien will drei Punkte gegen Niederlande holen - Engländer um Serie gegen Polen - Italien setzt auf Balotelli

Madrid - Spanien und Frankreich sind programmgemäß mit je zwei Siegen in die Gruppe I der Fußball-WM-Quali gestartet. Im direkten Schlager am Dienstag in Madrid geht es nun für beide Teams um die Pole Position auf dem Weg zur direkten Qualifikation für das Turnier 2014 in Brasilien. Ebenfalls zu einem direkten Aufeinandertreffen zweier noch makelloser Gruppe-D-Teams kommt es in Bukarest beim Spiel Rumänien gegen Tabellenführer Niederlande. England verteidigt die Gruppe-H-Spitzenposition im Gastspiel in Warschau gegen das ebenfalls noch unbesiegte Polen.

In Madrid kommt es zur Neuauflage des EM-Viertelfinales, das die Spanier mit 2:0 für sich entschieden hatten. Auch dieses Mal ist der Welt- und Europameister wieder in der Favoritenrolle. Der klare 4:0-Erfolg in Weißrussland gab, nach dem mageren 1:0 in Georgien zum Auftakt, viel Selbstvertrauen, nun soll der bereits 25. Sieg in einer Qualifikation in Folge her.

"Haben 23 Stammspieler"

Das einzige Problem, das Coach Vicente del Bosque hat, ist ein Luxusproblem in personeller Hinsicht. Spaniens Rekordtorschütze David Villa wurde zuletzt in Minsk nur in der Schlussphase eingewechselt, Fernando Torres gar nicht. Das Duo könnte auch am Dienstag wieder mit der Ersatzbank vorliebnehmen müssen, vor allem auch da Pedro Rodriguez zuletzt mit einem Triplepack aufgezeigt hatte. "Jeder Spieler kennt die Philosophie und die Ideen. Egal welcher Spieler eingewechselt wird, es ändert nichts an unserem Spiel", ist der Stürmer froh über das Luxusproblem im eigenen Team. Und Torres ergänzte: "Wir haben 23 Stammspieler."

Bei den Franzosen stellt sich die Situation ganz anders da, sie verabsäumten es, sich im Testspiel gegen Japan am Freitag warmzuschießen, kassierten trotz Überlegenheit eine 0:1-Heimniederlage. Zudem fehlen Teamchef Didier Deschamps die Mittelfeldspieler Abou Diaby, Rio Mavuba und Clement Chantome. Die Hoffnungen auf eine Überraschung gegen Spanien sind dementsprechend gering. "Es wäre gut, genau das zu machen, was Japan gegen uns gemacht hat", gab Stürmer Olivier Giroud die Marschroute vor. Die Japaner waren nach einem Konter in der 88. Minute erfolgreich gewesen.

Selbstbewusste Rumänen

Die Rumänen sind mit drei Siegen stark in die Qualifikation gestartet und haben Lunte gerochen. Gegen die Niederländer wollen sie sich nun gar auf Platz eins der Tabelle hieven. "Ich habe ganz klar gesagt, dass wir aus den Spielen gegen die Türkei und die Niederlande sechs Punkte holen wollen", erinnerte Rumänien-Teamchef Victor Piturca. Gegen die Türken gab es ein 1:0, die Rumänen, die zuletzt 1998 bei einer WM waren, sind noch immer ohne Gegentreffer. Piturca will einige Änderungen vornehmen, um eine frische Truppe aufs Feld schicken zu können.

Die Niederländer sind aufgrund des starken Starts der Rumänen gewarnt. "Sie haben auch neun Punkte, es wird ein schwieriges Spiel", war sich Niederlande-Trainer Louis van Gaal bewusst. Van Gaal dürfte mit Robin van Persie als Solospitze an vorderster Front beginnen und Klaas-Jan Huntelaar nur auf die Bank setzen. "Er wird immer mehr wie sein Vorgänger Bert van Marwijk" kritisierte deshalb "De Telegraaf". Im Parallelspiel Ungarn (6) gegen Türkei (3) stehen beide Teams schon stark unter Druck.

England ohne Walcott, Lampard und Bertrand

In der Gruppe H verteidigen die Engländer eine lange andauernde ungeschlagene Serie gegen Polen. Die bisher einzige Niederlage im direkten Duell kassierten die "Three Lions" 1973 (0:2). Der beim 5:0 gegen San Marino verletzt ausgeschiedene Theo Walcott steht nicht zur Verfügung, genauso wie Frank Lampard und Ryan Bertrand, die auch schon am Freitag gefehlt hatten. Dafür ist Steven Gerrard nach seiner Sperre wieder einsatzbereit. "Es wird natürlich ein ganz anderes Spiel als gegen San Marino, aber wir sind in einer guten Form", sagte England-Teamchef Roy Hodgson.

Auch die Polen, die bei einem Sieg nach Punkten mit England gleichziehen würden, können nicht aus dem Vollen schöpfen, Coach Waldemar Fornalik muss Kapitän Jakub Blaszczykowski, Goalie Wojciech Szczesny, Lukasz Piszcek und Eugen Polanski vorgeben. Die Generalprobe gelang aber mit einem 1:0-Testsieg gegen Südafrika.

Italien mit Balotelli

Gruppe-B-Leader Italien kann im Heimspiel gegen das nach zwei Partien noch ungeschlagene, aber auch sieglose Dänemark in Mailand erstmals in der laufenden Quali auf Mario Balotelli bauen. Der Manchester-City-Stürmer verpasste die ersten beiden Partien wegen seiner Augenoperation und den 3:1-Erfolg gegen Armenien am Freitag krankheitsbedingt. Offen ist der Einsatz des an Muskelproblemen im linken Oberschenkel laborierenden Goalies Gianluigi Buffon. Die Italiener (7/3) führen die Gruppe vor Bulgarien (5/3) und Tschechien (4/2) an. Die Verfolger treffen in Prag im direkten Duell aufeinander.

Russland will den Siegeslauf auch im vierten Gruppe-F-Spiel fortsetzen, Aserbaidschan soll in Moskau kein Stolperstein werden. Portugal steht hingegen nach der 0:1-Niederlage gegen die Russen im Heimspiel gegen Nordirland schon unter Druck. Portugals Kapitän Cristiano Ronaldo absolviert dabei sein 100. Länderspiel. (APA/Reuters, 15.10.2012)

  • Spanien hat sich mit einem 4:0 gegen Weißrussland perfekt für den Kracher gegen Frankreich eingestimmt.
    foto: epa/tatyana zenkovich

    Spanien hat sich mit einem 4:0 gegen Weißrussland perfekt für den Kracher gegen Frankreich eingestimmt.

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    Frankreich hingegen kassierte eine ärgerliche 0:1-Heimpleite gegen Japan.

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    Die Niederlage hatte auch für die Fans im Stade de France einen üblen Beigeschmack.

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