Mexikos Innenminister sieht Fortschritt im Kampf gegen Drogenkartelle

15. Oktober 2012, 14:56
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Poire: Militäreinsatz nur temporär - UNODC-Chef Fedotow: Pro Jahr kostet die international Organisierte Kriminalität 870 Milliarden Dollar

Wien/Mexiko-Stadt - Mexikos Innenminister Alejandro Poire sieht Fortschritte im Kampf gegen die Drogenkartelle in seinem Land. Bei einer Pressekonferenz in der Wiener UNO-City sagte Poire, die Organisationen seien geschwächt, hingegen gebe es bei der Weiterentwicklung der Strafverfolgungsorgane Verbesserungen. Den Einsatz des Militärs bezeichnete Poire als "sudsidiär und temporär". Der Chef des UNO-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), Juri Fedotow (Yury Fedotov), sagte, die international Organisierte Kriminalität verursache weltweit jährlich Kosten von 870 Milliarden Dollar (670,78 Mrd. Euro).

Poire erklärte, Mexiko verfolge im Kampf gegen die Drogenkartelle eine Strategie, die im wesentlichen auf drei Punkten beruht: Zum einen gehe es um die Schwächung der kriminellen Organisationen selbst. Der Innenminister verwies in diesem Zusammenhang auf die Tötung eines der beiden Anführer der "Los Zetas", Heriberto Lazcano, in der Vorwoche. Auch einen Boss des Pazifik-Kartells haben die Behörden laut Poire erwischt. "Ziel der Strategie ist es - und das gilt für alle Kartelle -, sie systematisch zu schwächen."

Umgestaltung der Strafverfolgung

Zum anderen gehe es um die Umgestaltung der Strafverfolgung. Der Innenminister brachte ein Beispiel: 2006, unmittelbar vor dem offiziellen Beginn des Drogenkrieges in Mexiko, habe es beinahe nur regionale Polizeieinheiten gegeben. Nur etwa 8.000 Beamte seien Angehörige der Bundespolizei gewesen. Diese Zahl sei auf 38.000 gestiegen, von denen 8.000 einen Collegeabschluss haben.

Der dritte Punkt sei die Rekonstruktion des mexikanischen Sozialsystems, zum Beispiel des Zugangs zur öffentlichen Gesundheitsversorgung, der vor dem Antreten von Präsident Felipe Calderon nur mehr für 42 Prozent der Bevölkerung garantiert war. Poire betonte, man wisse, "dass es nach wie vor große Herausforderungen gibt".

Fedotow nannte zum Auftakt der sechsten Sitzung der Mitglieder der UNO-Konvention gegen transnationale Organisierte Kriminalität weitere Zahlen: 320 Milliarden Dollar (246,72 Mrd. Euro) betragen demnach die jährlichen Umsätze aus dem Drogenhandel, allein in Europa werden jedes Jahr mit dem Handel von Menschen drei Milliarden Dollar (2,31 Mrd. Euro) verdient. (APA, 15.10.2012)

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