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Das schreckliche Ende eines lauen Septemberabends beim Wiener Innenstadt-Italiener kündigte sich gleich nach dem Einbiegen in die Fasangasse an. Da drückte der bis dahin gemächlich cruisende Taxler aufs Gas und überholte einen dahinschleichenden Opapa.
Das Manöver blieb nicht unbemerkt, daher auch die Bullen drückten auf die Tube, und die schwarze Nacht ward grellblau - ein Einsatzfahrzeug im Anrollen. Ein resignierendes "Oje" murmelnd, querte der grummelige Taxler die Kreuzung, ein Platzerl suchend, um den Verkehrsfluss nicht zu stören.
So viel Um- und Rücksicht war den drei Bullen zu viel. Sie blockierten die Kreuzung, sprangen aus dem Wagen und stürmten zu unserem Taxi. Dessen Fahrer, stoisch ruhig ein Liedchen summend, ließ sich auch von der Pistole nicht aus der Ruhe bringen, mit der der Hitzkopf unter den Amtskapplern herumzufuchteln begann. Das Angebot des Lenkers, auszusteigen und seine Papiere offenzulegen, empfand der Sheriff prompt als Provokation. "Sitzen bleiben!", bellte er, "Ausweis und Papiere bittäää" - erneut mit der Knarre fuchtelnd.
Für die Razzia im Wagen samt Pannendreieck und Autoapotheke durfte sich der Gefilzte dann doch erheben. Dann kam die Belehrung (rechte Hand immer noch am Halfter): Überholmanöver mit 72 km/h, zu spätes Anhalten für die Polizeikontrolle. Der Preis: unverhältnismäßig milde 21 Euro. Wie der gebürtige Syrer von den Bullen behandelt worden wäre, hätte er keine Zeugen gehabt, wollen wir nicht wissen. Daher, liebe Kiberer, bleibt cool: Wien ist nicht Chicago! (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, 12.10.2012)
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Durchaus glaubwürdig! Wenn selbst die Luise den Fahrstil mit dem Piefke-Ausdruck "auf die Tube drücken" beschreibt, werden es wohl erheblich mehr als 50 km/h gewesen sein.
Warum der Vorfall allerdings einen Artikel wert gewesen ist, ist mir nach wie vor rätselhaft.
sie fragen sich ernsthaft warum es sinn macht, dass in einem demokratischen land die freie presse die qualität der serviceleistung der exekutivgewalt im auge behält und bei groben fehlverhalten dies der bevökerung mitteilt? ist das wirklich ihre frage?
ich glaub da sollten sie nahcmal darüber nachdenken.
Wie schnell war denn der "... dahinschleichende Opapa ...", wenn das "... Überholmanöver mit 72 km/h ..." stattgefunden hat?
Sehr glaubwürdig ist der Bericht nicht. Klingt eher nach Polizisten-Bashing.
Ach ja, noch was: Kieberer sind in Wien immer noch Kriminalbeamte in Zivil, Bullen gibts es nur bei den Germanen und Cops nur in den Staaten.
Es zeigt sich immer wieder: Die meisten beamteten "Organe" sind der ihnen verliehenen Machtfülle bei weitem nicht gewachsen - ein völlig untragbarer Zustand! Jüngstes Beispiel: Die durch die Überwachungskamera aufgedeckte Lügerei einer Schwarzkapplerin.
Leider regt sich dagegen viel zu wenig Protest. Nur der uns eigenen "Waskannstmachen"-Mentalität ist es zu verdanken, dass so etwas möglich ist. Doch würde man nur die wirklich psychisch Geeigneten nehmen, blieben wahrscheinlich nicht mehr als 20% übrig.
http://de.wiktionary.org/wiki/Halfter
1. trensenloses Zaum mit Riemen zur Führung und Anbindung vom Pferd, Rind oder anderen Reittieren
2. (anfänglich nur am Sattel inzwischen auch am Gürtel) getragene Tasche für eine Pistole
Nur ein pferd sollte man wirklich niemals ins holster stecken - das mag es nicht! :-)
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