Assange: Anonymous ist vom FBI unterwandert

Wikileaks-Gründer verteidigt Spendenaufruf der Whistleblower-Organisation

Julian Assange, der nach wie vor in der ecuadorianischen Botschaft in London festsitzt, hat sich gegen die Anschuldigungen von Anonymous zur Wehr gesetzt. In einem Statement bezichtigt er die Hacker-Gruppierung, vom FBI unterwandert zu sein.

Solidaritäts-Abhandlung

"Grundsätzliche Solidarität bei Wikileaks und Anonymous" heißt das auf Twitlonger einsehbare Dokument. "Gruppierungen, die als Einheit arbeiten, florieren und jene, die das nicht tun, werden zerstört und ersetzt", leitet Assange den Brief ein. Nach einer Abhandlung über Solidarität verweist er schließlich auf den Fall "Sabu".

Sabu als Beispiel für Unterwanderung

"Weil Anonymous eben anonym ist, können jene, die dort zu Einfluss gelangen, auch im Geheimen geköpft und von anderen Interessen ersetzt werden", so die deutliche Bildsprache. "Genau das ist im Fall Sabu passiert, ein wichtiger Teil von Anonymous wurde am Ende vom FBI kontrolliert. FBI-Agenten und -Informanten haben mehrfach versucht, uns unter dem Deckmantel von Anonymous Fallen zu stellen."

Weiters sagt Assange, dass Server von Anonymous schon öfter unter der Kontrolle des FBI gewesen wären. "Wir müssen annehmen, dass derzeit eine substanzielle Anzahl an Servern und Leitfiguren kompromittiert sind. Anonymous darf sich nicht durch Paranoia handlungsunfähig machen, aber muss sich dieser Realität der Unterwanderung stellen."

Hohe Kosten machen Spenden-Popup notwendig

In seiner Stellungnahme bezieht er sich auch auf die von Anonymous kritisierte Spendenpraxis. Wikileaks ist derzeit offenbar in zwölf Rechtsangelegenheiten involviert, die FBI-Datei der Organisation soll mittlerweile über 42.000 Seiten umfassen. Dazu scheint auch der Boykott diverser Zahlungsdienstleister gegenüber Wikileaks Wirkung zu zeigen.

Ein Pop-up auf der Wikileaks-Homepage verlangt einmal täglich entweder nach dem Teilen der Seite per Facebook oder Twitter, oder gibt den Zugang erst nach einer Wartezeit bzw. gegen eine Spende frei. Die Torrents, so Assange, stehen aber weiterhin frei zur Verfügung.

Trotz vieler Widerstände, so die Botschaft abschließend, habe man sich allen Drohungen erfolgreich widersetzt und würde auch dem laufenden Konflikt mit dem Pentagon zuversichtlich entgegensehen. (red, derStandard.at, 15.10.2012)

Links:

Twitlonger

Share if you care