Rückenwind für Innsbrucker Uni-Fusion durch Strategiepapier

15. Oktober 2012, 13:33
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Künftig nur mehr ein Rektor und ein Vize-Rektor für Med-Uni

Innsbruck - Die Wiedervereinigung der Medizinischen Universität Innsbruck mit der Leopold-Franzens-Universität dürfte durch ein internes Strategiepapier Rückenwind bekommen. Laut der Tageszeitung "Presse" sind in dem Bericht, der von fünf Arbeitsgruppen erstellt wurde, klare Worte zu finden. Demnach soll zwar die interne Struktur der Med-Uni erhalten bleiben, künftig soll es aber statt eines eigenen Rektors nur mehr einen Vizerektor für Medizin geben.

Gemeinsame Verwaltung

Dieser werde dann sein Budget mit dem Rektor zu verhandlen haben. Das Strategiepapier spreche sich auch für ein "gemeinsames Haus der Verwaltung" aus. Derzeit bestehe für "beide Unis ein Bedarf zur Verwaltungsoptimierung", zitierte die Tageszeitung aus dem Papier. Aktuell gebe es "nahezu für jede Einrichtung an der einen Uni eine vergleichbare an der Schwesternuniversität".

Für Med-Uni-Chef Herbert Lochs sei die Position seiner Hochschule in dem Bericht nicht wahrheitsgetreu wiedergegeben worden. Der Bericht sei tendenziös verfasst worden. Es gebe keine "ernstzunehmende Gruppe" an der Med-Uni, die sich für eine Fusion ausspreche. Lochs selbst sei bei seinem Hearing zur anstehenden Rektorswahl mit dem Konzept einer "strategischen Allianz" angetreten. Demzufolge sollen die beiden Unis autonom bleiben, es soll aber ein gemeinsamer Universitätenverbund geschaffen werden, der mit den Rechten ausgestattet ist, die Strategie der beiden Unis zu koordinieren.

Töchterle für Fusion

Arbeitsgruppen zu den Themenbereichen Forschung, Lehre, Personal, Verwaltung und Struktur hatten in den vergangenen Monaten einen Bericht erarbeitet, der schließlich einem Zwölfergremium - bestehend aus jeweils zwei Vertretern von Universitätsrat, Senat und Rektorat der beiden Universitäten - vorgelegt wurde. Vergangene Woche hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Hochschulen, dass der Endbericht einer "vertiefenden Analyse" unterzogen werden und im November über weitere Schritte entschieden werden soll.

Bis 2004 war die Med-Uni eine Fakultät an der Innsbrucker Leopold-Franzens-Universität. Bereits in seiner Zeit als amtierender Rektor an der Uni Innsbruck hatte sich Töchterle für eine Wiedervereinigung ausgesprochen. Auch Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sprach sich zuletzte dafür aus. (APA, 15.10.2012)

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