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Die Werbeindustrie kann sich mit "Do Not Track" nur bedingt anfreunden.
Dass Microsoft "Do Not Track" zur Voreinstellung seines Browsers "Internet Explorer" gemacht hat, stößt zwar bei Datenschützern auf Wohlwollen, nicht jedoch bei der Werbeindustrie. Wie die New York Times berichtet, hat die Association of National Advertisers einen offenen Brief verfasst, der schwere Kritik am Konzern übt.
Das Konsortium, das aus Führungskräften von Dell, IBM, Intel, Visa und anderen bedeutenden Firmen besteht, fürchtet, künftig das Surfverhalten von zahlreichen Usern nicht mehr auswerten zu können. Der Internet Explorer liegt in den USA bei einem Anteil am Browsermarkt von 43 Prozent.
"Microsofts Vorgehen ist falsch. Das komplette Medien-Ökosystem hat diese Entscheidung verurteilt. Angesichts der Gegnerschaft und des Schadens, den dieses Vorgehen anrichten könnte, ist es Zeit sich wieder auf die Seite der Business-Community zu stellen und die Standard-Einstellung auf 'Aus' zu setzen", so das Schreiben.
Bei Microsoft sieht man die User auf der eigenen Seite und verweist darauf, dass die Voreinstellung laut Umfrage von 75 Prozent der Nutzer gewünscht wird. "Die Konsumenten wollen und erwarten einen starken Schutz ihrer Privatsphäre in Microsoft-Produkten und -Dienstleistungen", so der Kommentar von Microsofts Privacy-Chef Brendon Lynch.
Das Tracking von Userverhalten im Web und dessen Auswertung zu Werbezwecken, wie etwa der Auslieferung personalisierter Anzeigen, ist einer der Grundpfeiler freier Dienstleistungen - Nachrichten, Webmail, Social Networks, Spiele und Co. - im Web, erklärt NYT-Redakteurin Natasha Singer.
Branchenvertreter malen eine düstere Zukunft an die Wand. "Wenn wir auf diese wichtige Werbung verzichten, wird das Internet weniger divers, weniger wirtschaftlich erfolgreich und weniger interessant", so die Prognose von Mike Zaneis der Industrievereinigung Interactive Advertising Bureau.
Beide Seiten führen derzeit eine Art ergebnislosen Grabenkampf, während beim Webkonsortium W3C versucht wird, einen technischen und inhaltlichen Standard für "Do Not Track" zu etablieren. Im Moment ist dieses Feature nicht mehr als ein Stopp-Schild ohne Einhalteverpflichtung. Bei den Werbern wird teilweise daran gezweifelt, dass die W3C die richtige Organisation ist, um Policy-Entscheidungen zu treffen.
Die Direct Marketing Association, eine weitere Industriegruppierung, hat vorgeschlagen, dass "Do Not Track" das Datensammeln für Werbezwecke erlauben sollte - was prompt für Aufschrei bei den Datenschützern sorgte.
Das Industriekonsortium Digital Advertising Alliance wurde wiederum auf einem Event im Weißen Haus vorstellig. Sie sprach sich für den Mechanismus aus, solange dieser eine aktive Entscheidung des Nutzers voraussetze und eben nicht präventiv aktiviert sei. Der Internet Explorer präsentiert während der Installation immerhin einen Auswahlbildschirm, auf dem "Do Not Track" abgeschaltet werden kann.
Regulatoren warnen die Werber nun. Der Widerstand gegen das Privacy-Feature könnte ein technologisches Wettrennen auslösen, in dem die Browser etwa mit Werbeblockern darum kämpfen, welcher die Privatsphäre des Users am strengsten schützt. (red, derStandard.at, 15.10.2012)
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Ich hab einen 5 Millionen Lichtjahre großen Stinkefinger, den ich Euch zeige, seit dem Moment meiner Geburt - und ich werde ihn Euch bis zu meinem letzten Atemzug zeigen!
Ich tue ALLES, was in meiner Macht steht (Spamblocker, Briefkastenaufkleber, Adblock Plus, "do not track" im Firefox, etc...), um Euch aus meinem Leben fernzuhalten.
Dazu gehört für mich selbstverständlich auch ein Verzicht auf Facebook und dergleichen.
Hahaha, ich bin KEIN bewirtschaftbarer Nutzmensch! Zum Teufel mit Euch!
..das ist der einzige Grund warum Microsoft, das "do not track" Häkchen wirklich als Standard gesetzt sehen will.
Übrigens hat Microsoft bei seinen eigenen Internetservices erst vor kurzem die Policy an die von Google angepasst- das heißt Sie dürfen jetzt auch die unterschiedlichen Datenbanken über die Benutzer zusammenführen. Microsoft ist kein Deut besser als Google, aber der behäbige wohlgenährte(Kapitalreserven ohne Ende!) aber auch schwerfällige(Grosskonzern mit aus heutiger Sicht veralteten Strukturen) Bär aus Redmond möchte, dem schlanken, agilen leicht muskulösen Dachs aus Kalifornien gerne einen klassischen Schwinger(Umsatzeinbussen!) verpassen!
dadurch tun sich die Redmonder leicht, so einen Weg einzuschlagen..
Hätte MS sich besser gegen Google und Co. positionieren können, würde die Default-Einstellung anders ausschaun ...
naja die fahren das halt zweigleisig: zum einen soll "gratis" rechtfertigen, dass die inhalte eine klasse weiter unter dem bezahlcontent ist und zum anderen als entschuldigung dafür, daten für werber zu sammeln.
es gibt übrigens auch werbung, die den user nicht trackt, die ist dann nicht personalisiert. die jüngeren unter uns erinnern sich sicher nicht, aber das gab's früher im fernsehen, auf plakaten und in magazinen.
Das heißt, als Benutzer stehe ich vor diesen Entscheidungen:
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Wenn sich die Industrie jetzt schon so aufregt, dass das Hakerl da irgendwo gesetzt sein könnte und man (technisch gesehen verständlicherweise) eh nicht verhindern kann, dass man getrackt wird, dann werden die jammernden Parteien das halt einfach ignorieren und sich nicht daran halten (weil ist ja freiwillig).
Das führt DoNotTrack irgendwie ad absurdum.
Aber nicht dass ich nicht für eine solche Technologie wäre. Hoffentlich können Seiten, die sich nicht daran halten, verbindlich vom Browser erkannt werden und dem Benutzer gemeldet.
Schön, dass MS so argumentiert und hoffentlich bleiben sie auch dabei.
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