Nobelpreis für Wirtschaft geht an Roth und Shapley

15. Oktober 2012, 14:41
  • Lloyd Shapley und Alvin Roth.
    foto: apa/epa/reuters

    Lloyd Shapley und Alvin Roth.

Die US-Spieltheoretiker wurden für ihre Forschung ausgezeichnet, wie verschiedene Wirtschafts-Teilnehmer zusammenkommen können

Stockholm - Der Nobelpreis für Wirtschaft geht 2012 an die US-Ökonomen Alvin Roth (60)  und Lloyd Shapley (89). Sie wurden für ihre Forschung ausgezeichnet, wie verschiedene Wirtschaftsteilnehmer zusammenkommen können, etwa wie Studenten Universitäten oder Organspender Patienten finden. Der Wirtschaftsnobelpreis ist mit acht Millionen Kronen (921.000 Euro) dotiert.

Die Bekanntgabe der diesjährigen Nobelpreise geht am Montag mit der Auszeichnung in der Kategorie Wirtschaftswissenschaften zu Ende. Es ist kein Nobelpreis im eigentlichen Sinne, und heißt  "Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel". Dieser geht nicht direkt auf das Testament des Preisstifters Nobel zurück und wird seit 1969 verliehen.

Auszeichnung für Österreich

Seit der ersten Vergabe wurden 71 Wirtschaftspreisträger ausgezeichnet, von denen 56 an US-Instituten arbeiteten. 2009 erhielt die US-Ökonomin Elinor Ostrom als bisher einzige Frau einen Wirtschaftsnobelpreis. Als bisher einziger Österreicher wurde 1974 Friedrich August von Hayek (1899-1992) gemeinsam mit Gunnar Myrdal (Schweden) mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet.

Im vergangenen Jahr waren die beiden US-Forscher Thomas Sargent und Christopher Sims für Methoden ausgezeichnet worden, die Zusammenhänge zwischen Wirtschaftspolitik und volkswirtschaftlichen Rahmendaten wie Inflation, Beschäftigung und Bruttoinlandsprodukt (BIP) untersuchen. Überreicht werden die Preise am 10. Dezember, dem Todestag von Stifter Nobel.

Verbindungen zu Innsbruck

Roth hat gute Verbindungen zur Universität Innsbruck. So organisierte er im Mai gemeinsam mit der Uni Innsbruck einen Workshop in Kooperation mit der Universität Lausanne im Tessin in der Schweiz zum Thema "Frontiers in Marketdesign", sagte der Innsbrucker Uni-Professor Markus Walzl. Walzl forscht wie Roth in Sachen Zuordnungsprobleme auf Märkten und lobte Roth in höchsten Tönen.

Amerikaner bevorzugt

Seit der ersten Vergabe wurden 71 Wirtschaftspreisträger ausgezeichnet, von denen 56 an US-Instituten arbeiteten. 2009 erhielt die US-Ökonomin Elinor Ostrom als bisher einzige Frau einen Wirtschaftsnobelpreis.

Roth sagte am Telefon von Kalifornien aus, er sei "überrascht und glücklich" über den Nobelpreis. Auf die Verleihung in Stockholm am 10. Dezember freue er sich, weil "das eine sehr gute Party sein soll". Roth ist Professor an der Harvard-Universität in Cambridge. Shapley kommt von der University of California in Los Angeles. Er ist der zweitälteste Empfänger der Wirtschafts-Auszeichnung zum Zeitpunkt der Vergabe.

Lob von WU-Volkswirt

Nach der Vergabe des Wirtschafts-Nobelpreises hat sich der heimische Wirtschaftswissenschafter und Leiter des Instituts für analytische Volkswirtschaftslehre, Ulrich Berger, über die Vergabe an diese Wissenschafter gefreut, bezeichnete sie aber als "eigentlich überraschend". Die Arbeit der beiden "hat sich hervorragend bewährt und wurde vorbildlich von der Theorie in die Praxis umgesetzt", so Berger.

Vor allem als Spieltheoretiker freue es ihn, dass die zwei voneinander unabhängig arbeitenden Forscher ausgezeichnet wurden, "die im weiteren Sinn auch Spieltheorie betreiben", sagte Berger. Shapley habe die Basisarbeit für sogenannte "Matching-Algorithmen" geleistet, Roth diese über die vergangenen 20 Jahre intensiv weiterentwickelt. Sie erhielten die Auszeichnung für ihre Forschung zur Verteilung zwischen Menschen und Märkten ("stabile Allokationen").

Es gehe um die Frage, wie man Dinge verteile, wenn es zwei Seiten gebe, erklärte Berger: "Zum Beispiel, wenn Studierende auf der Suche nach einer passenden Universität sind und beide (Studierender und Universität, Anm.) gewisse Präferenzen haben (welche Uni sie als erstes besuchen würden bzw. welchen Studierenden die Institution am liebsten aufnehmen würde, Anm.)." Der Algorithmus errechne bei solcherlei Fragestellungen die richtige Verteilung von Studierenden zu den richtigen Unis.

Beispielsweise werde die Zuteilung von Schülern im öffentlichen Schulsystem von New York nach einem solchen "Matching-Algorithmus" organisiert, erklärte Berger. Selbiges funktioniere auch als Programm für Nierentransplantationen, das potenzielle Spender und Empfänger "matcht".

Shapley habe den "relativ leichten Algorithmus, der samt den gewünschen Eigenschaften funktioniert" gezeigt. Roth habe diesen verfeinert, erweitert und praxistauglich gemacht, was in den vergangenen Jahren sehr gut gelungen ist", so Berger.

"Überraschend" nannte der Institutschef die Vergabe, weil "die heißen, vorab genannten Kandidaten nicht zum Zug kamen und Nobelpreise für spieltheorienahe Forschung bereits vergeben worden waren". Dass Roth "den Preis jetzt schon bekommt", sei auch überraschend. (APA, 15.10.2012)

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Loyd Shapley war schon vor 20 Jahren nobelpreisverdächtig,

und es freut mich dass er nun endlich den Preis bekommen hat.

Die Wirtschafts-Nobelpreise zeigen eine Tendenz zur Lachnummer.

Man hat den Eindruck, je exotischer das Fachgebiet ist, desto ausssichtsreicher sind die Chancen. Ich habe ein Bonmot gelesen: Bei den Wirtschatswissenschaften kann man für zwei gegenteilige Aussagen je einen Nobelpreis erhalten.

nicht alles was sie nicht kennen ist exotisch. zudem hat spieltheorie auch bedeutung in anderen wissenschaften erlangt: bspw biologie und computerwissenschaft.

Das Bedürfnis der sogenannten Wirtschaftswissenschaft nach Anerkennung

Dieser Preis ist von der schwedischen Zentralbank finanziert. Nobelpreise in Chemie, Physik usw. stehen für Errungenschaften der Wissenschaft. Sie bringen die Menschheit weiter. Die sogenannten Wirtschaftsnobelpreise beanspriuchen selbiges, erfüllen es aber nicht.

Kann irgendwer einen Wirtschaftsnobelpreisträger nennen, der unsere Gesellschaft vorwärtsgebracht hat?

Keynes und Friedman!!!

Nieren sind schon sehr wichtig. Warum muss eine Wissenschaft immer einer anderen unterlegen sein? Jede Errungenschaft kann die Menschheit weiter bringen.

Der Artikel nennt dankenswerterweise Gunnar Myrdal, dessen Oeuvre uns heute noch vorwärtsbringen könnte -- er hat in einem Artikel aus 1934 nachgewiesen, daß die Spekulationen von Herrn Hayek über die mittelfristige Unschädlichkeit von Austerity Mumpitz sind (genau die liegen aber der Politik von Merkel/Buba et al. zugrunde).

Feine Ironie, die beiden nebeneinander aufs Podium zu stellen, den großen Sozialdemokraten neben den Hofnarren der Gebrüder Koch ...

John Forbes Nash Jr.

besser "wie findet der unterfinanzierte seinen kreditgeber?"

;)

Es gibt keinen Nobelpreis für Wirtschaft!

Warum es mehr rot als grün gibt für den Kommentar

weil manche es scheinbar nicht ertragen können, dass das offensichtliche ausgesprochen wird.

Wirtschaftswissenschaft ist großteils wirtschafts"wissenschaft"

Dass das Offensichtliche ausgesprochen wird, ist ok. Dass es aber gefühlte zehntausend Mal ausgesprochen wird, ist ein bisschen nervtötend. Der Wirtschaftnobelpreis ist kein echter Nobelpreis, die Tomate ist kein echtes Gemüse, ich verstehe schon. Trotzdem werde ich einfach weiterhin nicht jedes Mal "von der schwedischen Reichsbank in Erinnerung an Alfred Nobel gestifteter Preis für Wirtschaftswissenschaften" dazu sagen, und ich werde weiterhin Tomaten in meine Gemüsesuppe tun.

Es ist doch Blödsinn

zu etwas Nobelpreis zu sagen, was weder Nobelpreis ist und auch nicht dem Geiste entspricht.

das ist eben der Etikettenschwindel, in Erinnerung an

Nobel hat ganz bewußt nicht die Wirtschaft als auszeichnungswerte Wissenschaft bedacht.

sagen Sie bloss noch

sein Vermögen für die "richtigen" Nobipreise hat ihm Frau Holle runterregnen lassen.

was hat beispielsweise der friedensnobelpreis mit wissenschaft zu tun? die wirtschaftswissenschaft kann sehr wohl einen einfluss auf die gestaltung der rahmenbedingungen des sozioökonomischen systems haben - wissen ist macht, oder so.

Keine Panik Leute,

hab allein heute 5 Tafeln Traube-Nuss-Schoko gegessen, nächstes Jahr samma dabei!

Hättens 80%ige dunkle Schokolade gegessen wäre die Wahrscheinlichkeit deutlich höher.

Hoffentlich verfälschen die Trauben und Nüsse die Schoko-Statistik nur nicht...

Wieder einmal: Es gibt keinen Wirtschafts-Nobelpreis

und auch keinen 'Nobelpreis für Wirtschaft'!
Es wird zwar im zweiten Absath eh angedeutet: "Es ist kein Nobelpreis im eigentlichen Sinne" aber warum dann die irreführende Überschrift? Zumindest Anführungszeichen wären angebracht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Wirt... nobelpreis :
"Strittig ist allerdings, ob die Auszeichnung zu Recht im Einklang mit den übrigen Nobelpreisen genannt wird."
http://de.wikipedia.org/wiki/Wirt... und_Kritik :
"Er nennt den Preis einen 'PR-Coup' von Wirtschaftswissenschaftlern, um deren Ansehen zu verbessern."
„Die Ökonomie ist die einzige Wissenschaft, in der sich zwei Menschen einen Nobelpreis teilen können, weil ihre Theorien sich gegenseitig widerlegen.“
...

ganz einfach

"Namen sind Schall und Rauch" bzw. "Was ist das, was wir schon Rose nennen, verbreitete es auch unter anderem Namen den gleichen Duft" (Shakespeare).
Mir geht diese Erbensraunzerei der Oasch'n'Blödels "NÖ! Wirtschaftsnobipreis gibts nit!" die zu jeder Diskussion über ihn dazukommen, wie die Mäuse zum Käse, gehörig auf die Nerven.

Der Name sagt nicht?

Warum wird dann immer wieder Nobelpreis gesagt? Weil manche Leute "Wohltat und Fortschritt", statt Eigennutz sugerieren wollen.

ausgerechnet die Spieltheorie

zählt zu den zugegebener Massen wenigen wirklich genialen Entdeckungen der VWL -übrigens vom Ö. Oskar Morgenstern geschaffen.
Was mich allerdings an allen Wirtschaftswisenschaftern schwer enttäuscht, ist, dass bis dato kein einziger ein Modell erarbeiten hat können, das uns vom Teufelskreis aus Inflation und Abwertung erlöst.
Derjenige, der das schaffen würde, sollte von mir aus bis an sein Lebensende ein Freiabo auf diesen Preis haben. Es wäre offensichtlich eine Genieleistung, die zu den größten der Menschheitsgeschichte überhaupt gehören würde..

der bekäme keinen "Wirtschaftsnobelpreis"

Bei all diesen Thearien geht es um Betriebswirtschat, um die Frage, wie schaffe ich ein Unverteilung im Sinne des Eigennutzes. Selbst die Betrachtungen der Politiker zielen nicht auf Wertschöpfung, sondern beschränken sich auf Bilanzfälschung.

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