Brasilianische Polizei besetzt fünf Favelas in Rio

15. Oktober 2012, 07:06

2000 schwer Bewaffnete Polizisten und Soldaten sollen Polizeistationen etablieren - Bisher gibt es keinen Widerstand

Rio de Janeiro - Die brasilianische Polizei setzt ihre Sicherheitsstrategie in Rio de Janeiro konsequent um. Am Sonntag rückten über 2.000 schwer bewaffnete Polizisten und Soldaten in fünf bisher von Drogengangs kontrollierte Favelas im Norden der Sechs-Millionen-Einwohner-Stadt ein. Bei der Aktion in den Armensiedlungen wurden 24 gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber eingesetzt.

Es habe keinen Widerstand gegeben und die Gebiete seien in einer "Rekordzeit" von 20 Minuten besetzt worden, teilte die Polizei mit. Rio bereitet sich mit dem Vorgehen auf die Fußballweltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 vor. In den Favelas werden sukzessive feste Polizeistationen installiert. Bereits 2011 waren mehrere Favelas befriedet worden. (APA, 15.10.2012)

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Ob ich es noch erleben werde, dass die Sicherheitslage auf diesem Kontinent sich verbessert?

Brasilien, Venezuela, Kolumbien, Mexiko, ... Wahnsinnn was dort abgeht. Ob man das je in den Griff bekommt? Oder bleiben diese Länder für immer Failed States?

Wieviele von den 2000 eingerückten Polizisten sind wohl korrupt? Wie kann man sowas durchbrechen?

Lauter Fragen. Ich hab keine Antworten. Ich fürchte aber ich werde keine Verbesserung mehr erleben.

da möchte sich wohl jemand ins rennen um den friedensnobelpreis bringen.

Schlecht?

mM

Humor?

LF

festgenommen werden nur die, die nicht schmieren können.

jeder mensch der mal längere zeit in lateinamerika war, weiß wie korrupt die polizei dort ist. oft sind ganze abteilungen sind in den drogenhandel verstrickt. sowas kann man sich in europa garnicht vorstellen..

dass die militärische karte

ein ausgezeichnetes rezept gegen gewalt und kriminalität ist, beweist vorbildlich mexiko, wo in sechs jahren inzwischen wohl schon 70 000 menschen der militärischen "sicherheitsstrategie" zum opfer gefallen sind. es scheint in gewissen kreisen erwünscht zu sein, dass die gewalt weiter eskaliert, damit brasilien bald dem massakerstaat mexiko den rang abläuft (gewisse kreise = waffen- und überwachungsindustrie und ihre handlanger in den regierungen).

Bis dato funktionieren die UPPs aber relativ gut.

Aber...

...bitte nicht vergessen dass 90% der Opfer auf interne Konflikte zwischen den Kartellen zurückzuführen sind und nicht unbedingt auf die verstärkte Polizei- oder Militärpräsenz.

Durchaus richtiger Ansatz. Ich gebe nur zu bedenken, dass korrupte Polizisten ein Hauptproblem in diesem "Konflikt" sind.

Und was ist die Alternative? Die Favelas gehören nicht zur Stadt, sind aber mittendrinnen. Natürlich ist das nur eine Verdrängung, und dass es so schnell und friedlich vonstatten ging ist wohl vor allem dem rechtzeitigen Verschwinden der Banden zuzuschreiben.
Mir tut es im Herzen weh wenn man eine so fröhlich-freundliche Stadt wie Rio unter solchen Problemen leiden sieht.
Der Vergleich mit Mexiko hinkt, dort fließt einfach so viel Geld aus den USA, dass sich die Drogen-Banden mehr Soldaten leisten können als der Staat.
Drogen legalisieren wäre wohl der einzige Ausweg, aber da scheitert gerade sogar NL am Nachbarländer-Gegenwind.

hat jemand mehr infos, wie solche aktionen in der vergangenheit gewirkt haben?

3sat doku:
http://www.zdf.de/ZDFmediat... schrittene

hab auch nach was anderes gesehn, vielleicht war das die servustv hubertusjagd aus rio. da wurde auch die kehrseite dieser befriedungsaktionen thematisiert: die immobilionen preise steigen sofort enorm an, eine rasante gentrifizierung ist zu erwarten.

capitao nascimento?

BOPE!

Tropa de Elite

Empfehle den Film, beschreibt genau dieses Szenario hat mir sehr gut gefallen.

ahja und den 2. Teil übrigens auch

Kann sein, dass auch unter dem Titel "Elite Squad" geführt wird.

leider

wurde der in österreich nie im kino aufgeführt und über amazon konnte man ihn vor einem jahr auch nicht bestellen.
der erste teil war aber gut.

naja da ja die Privatkopie ist empfehle ich eine der unzählichen Seiten.

sollte man sich für den 16. auch überlegen

die partielle armutsbekämpfung durch lula

kam halt nicht von herzen und war nicht ganz so ernst gemeint, sondern nur ein instrument, um die anzahl des nützlichen arbeits- und konsumviehs zu steigern und brasilien als wirtschaftsstandort attraktiver zu machen. jetzt, wo brasilien wettbewerbsfähig ist, kann man schon wieder zum kapitalistischen alltag übergehen und von der armutsbekämpfung zur bekämpfung der armen übergehen.

und deshalb ...

läuft es ja beim Hugo in Venezuela so toll, weil der so richtig sozialistisch durchgreift?

Dummerweise sterben dort noch mehr Menschen in den Armenvierteln.

Sie werden in diesem Leben

keinen Regierungschef mehr finden der mehr vernünftiges gegen die Armut getan hat als Lula und auch seine Nachfolgerin.

Es war ein Wunder, dass er nicht gescheitert ist (teilweise muss man natürlich bei sowas immer scheitern).

Viele Favelas sind heute schon kleinbürgerliche normale Wohngebiete geworden.

Und ja Polizei muss sein. Und sie muss auch gewisse Befugnisse haben. Vielleicht nicht soviel wie heute in Europa aber zumindest eine Polizeistation sollte doch wohl drinnen sein.

wie soll ichs Ihnen erklären ..

.. die Polizeistationen dienen dazu die Bewohner der Vororte vor Drogengangs und anderen Kriminellen zu schützen.

Sie verstehen soweit?

Sie meinen, man soll die bevölkerung der favelas erstmal weiter der willkür der drogengangs ausgeliefert lassen, und sich stattdessen mit den drogenbossen zusammensetzen, und denen gesprächstherapien und umschulungen anbieten?

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