Tschechische Regierungsparteien bei Regionalwahlen abgestraft

14. Oktober 2012, 18:28
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Linksruck in Tschechischer Republik

Die tschechischen Regionalwahlen und Teilerneuerungswahlen zum Senat führten am Wochenende zu einem starken Linksruck. Zwar waren bisher schon 13 von 14 tschechischen Regionen von sozialdemokratischen Kreishauptleuten geführt. Diesmal schnitten allerdings die unreformierten Kommunisten überdurchschnittlich gut ab.

In Karlovy Vary / Karlsbad und im Kreis Ústí/Aussig sind sie sogar zur stimmenstärksten Partei geworden und werden wohl den Anspruch auf den Hauptmannsessel erheben. Die regierenden Bürgerlichen erlitten ein Fiasko. Zur stimmenstärksten Kraft wurden sie nur in Plzen/Pilsen, wo sie vom populären früheren Justizminister Jirí Pospíšil geführt wurden. Andernorts erlitt die Partei von Premier Petr Necas ein Debakel und rangiert vielerorts sogar nur an vierter Stelle. Die Sozialdemokraten hingegen hielten ihre Führungsposition in neun Regionen.

Das außerordentlich gute Ergebnis für die Kommunisten unterstrich auch das Abschneiden eines ihrer Kandidaten bei den Senatswahlen in einem der vier Prager Wahlkreise. Prag galt stets als uneinnehmbare Bastion der bürgerlichen Parteien. Der Kommunist Jirí Dolejš schaffte es jedoch, in einem der Stimmkreise die relative Mehrheit zu erhalten. (rsr/DER STANDARD, 15.10.2012)

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