800-Jahr-Jubiläum: Diözese Graz-Seckau plant Großevent

14. Oktober 2012, 18:01

Kapellari: "Die Kirche kann keine Wellness-Kirche sein"

Graz - Man kann es durchaus als Gegenoffensive zu einem von manchen Theologen georteten "Religionsbashing" verstehen: Mit einem für die katholische Kirche recht ungewöhnlichen Großevent samt Showelementen mit Schlagerstar, Topsportler und Zukunftsforscher startete die Diözese Graz-Seckau am Sonntag mit mehreren tausend Gläubigen in der Grazer Messe den Auftakt ihres Projektes "Diözesaner Weg 2012-2018". Bis Ende 2018, des Jahres des 800-Jahr-Jubiläums der Diözese, soll dieser die Kirche mit zum Teil spektakulären Aktionen - Verhüllung von Glaubenszeichen zur Fastenzeit - wieder stärker ins Gespräch, in den öffentlichen Raum bringen. Bischof Egon Kapellari appellierte demgemäß, dass "die Kirche in einer wenig stabilen Zivilgesellschaft keine Wellness-Kirche sein kann", sondern eine "demütige", aber auch eine " selbstbewusste und missionarische". Kapellari: "Eine, die eine Volkskirche ist und bleibt." (mue, DER STANDARD, 15.10.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 29
1 2
2012 - 2018 Da bleibt genügend Zeit...

... um auch noch die letzten Gläubigen zu vertreiben. Vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung für unsere Gesellschaft diesen totalitären Aberglauben endlich zu überwinden.

Totalitär deshalb, weil sich solche Systeme durch zwei Punkte charakterisieren lassen:

a) Es gibt "Gedankenverbrechen"; d.h. bestimmte Gedanken dürfen nicht gedacht werden.

b) Alle Widersprüche innerhalb des Dogmas müssen innerhalb des Dogmas erklärt werden. Kritik am Dogma selbst ist nicht erlaubt.

Religion verschafft den Gläubigen auf der emotionalen Ebene ein angenehmes Gefühl. Das ist heute die einzige Existenzberechtigung dieses Aberglaubens. Rational kann nicht für ihre Inhalte argumentiert werden.

2018

Bis dahin vergeht noch viel Zeit - wenn die so weitermachen dann können sie mit ihrem unsichtbaren Freund alleine feiern.

die demütige Kirche?

wenn die Schäfchen brav kuschen und zahlen, während die Oberen ihre Macht genießen und im Prunk leben, kann von Demut nicht die Rede sein, aber das ist bei der RKK ja schon seit Jahrhunderten so

mir geht es wie dem jesus,
mir tut das kreuz so weh...

Kapellari

wird ja schon seit vielen Jahren ein Hang zur Verschwendungssucht nachgesagt.
Passt also ganz gut zu "Egon, dem Prächtigen"...

...eine demütige kirche...??!!??

...die herrn vorm altar sollten mal selbst ein wenig demütiger werden und keinen event veranstalten. aber solange ihnen "die gläubigen" ihr schönes leben finanzieren, wird sich da nichts ändern...

Solangs nur die Gläubigen machen würden, wärs deren Problem - aber es finanziert denen JEDER Steuerzahler ihren Prunk.

...dann sollten wir das aber schleunigst ändern, finden sie nicht.?

Solange die Kirche mit in der Regierung sitzt (ÖVP) wird das wohl leider nichts werden :(

...wenn´s nur so einfach wär...

Schade, daß der Herr Bischof

nicht davon lassen kann, auch bei Veranstaltungen über die pastorale Zukunft seiner Diözese, eine weltkirchenpolitische Tour d'horizon inklusive Verfolgung der Katholiken abzuliefern. Vor der Haustür brennt's ...

Früher gab es einfach eine Feier...

Jetzt gibt es Event ohne Wellness?
Hää?

Bitte verwechseln Sie nicht Wellness

mit lebendiger katholischer Fröhlichkeit, die sich aus dem fundamentalen Ereignishorizont des Erlösungsgeschehens und der innerzeitlich zugänglichen Ostererfahrung heraus in gelöste, hoffende Dankbarkeit auszeitigt!

Die gruenen stricherln sind garantiert von leuten, die glaubten, das sei satire.

in er tat, das klingt sehr verheissungsvoll...

Gottseidank

ohne meine Kirchensteuer, die hab ich abgeschafft.

800 jahre und kein bisschen weise...
schräg, wie hartnäckig sich herrschaftsstrukturen in kirchenapparaten und ihren apparatschiks halten...
ein dauerlauf, der auch noch zelebriert wird...
hirn, schau owa....

stimmt nicht ganz, in den 80er/90er jahren hatte die diözese graz mit johann weber einen relativ akzeptablen bischof. aber das war andererseits auch wirklich eher die ausnahme.

Hohes Alter und cultische Stabilität lässt sich auch als Zeichen religiöser Ehrwürdigkeit lesen.

Die Zahlen

- Teile der Bevölkerung der heutigen Diözese Graz-Seckau sind seit bald 800 Jahren www.katholisch.at aber eine www.atheistische-religionsgesellschaft.at ist in der Diözese Graz-Seckau noch keine 8 Jahre präsent -
zeigen eine starke historische Verankerung und geben allen Grund zum demütigen Selbstbewusstsein, aber auch zur Missionierung. Mit Schlagerstars und Topsportlern! ;)

Ironie?
Ich hoffe es.

Ist es nicht ein viel tieferer Grund als das 800-Jahr-Jubiläum, der uns zur Weitergabe der Frohen Botschaft, zur Neu-Evangelisierung und zur Mission bewegen sollte? Der "Katechismus der Katholischen Kirche" bruingt es ganz knapp und nüchtern auf den

Punkt (Nr. 850):
"Der Missionsauftrag des Herrn hat seinen Ursprung in der ewigen Liebe der heiligsten Dreifaltigkeit: 'Die pilgernde Kirche ist ihrem Wesen nach missionarisch [das heißt als Gesandte unterwegs], da sie selbst ihren Ursprung aus der Sendung des Sohnes und der Sendung des Heiligen Geistes herleitet gemäß dem Plan Gottes des Vaters' (AG 2)."
Und sehr konkret (Nr. 851):
"Gott will, dass alle durch die Erkenntnis der Wahrheit das Heil erlangen. Das Heil findet sich in der Wahrheit. (...) Weil die Kirche an den allumfassenden Heilsratschluß glaubt, muss sie missionarisch sein."
http://www.vatican.va/archive/c... 0catholica

Splendor pulchritudinis sponsae Christi luceat omnibus!

Wer könnte leugnen, dass von hier aus das spezifische Proprium der Heiligen Katholischen Kirche in Erscheinung tritt?

"Dieser göttliche Plan, durch den gewaltsamen Tod des 'Knechtes, des Gerechten' (Jes 53,11) Heil zu schaffen, war in der Schrift im Voraus angekündigt worden als ein Mysterium allumfassender Erlösung, das heißt eines Loskaufs, der die Menschen aus der Sklaverei der Sünde befreit" (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 601).
Bedenken und durchdenken wir auch ganz besonders (Nr. 169): "Das Heil kommt von Gott allein, aber weil wir das Leben des Glaubens durch die Kirche empfangen, ist sie unsere Mutter: 'Wir glauben die Kirche als die Mutter unserer Wiedergeburt, und nicht an die Kirche, als ob sie die Urheberin unseres Heils wäre' (Faustus v. Riez, Spir. 1,2). Als unsere Mutter ist sie auch unsere Erzieherin im Glauben."

Laudemus.

Göttlicher Plan, durch einen gewaltsamen Tod Heil zu schaffen?
Loskauf aus der Sklaverei der Sünde?
Wiedergeburt?

Ist das wirklich keine Persiflage? Ernstgemeint? Keine bösartige Unterstellung?

in Ewigkeit Amen
und morgen fress ma woame Grammeln

Posting 1 bis 25 von 29
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.