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Am Standort Wien- Donaustadt werden mehrere Aufträge parallel abgewickelt.

Geschäftsführer der Bombardier Transportation Austria GmbH ist Kai Ostermann.
STANDARD: Öffis haben wegen verstopfter Straßen und Umweltdiskussionen Renaissance. Schlägt sich das auch in Aufträgen nieder?
Ostermann: Die Renaissance kann ich bestätigen. Die Wirtschaftskrise ist aber an keinem spurlos vorbeigegangen. Speziell in Südeuropa mussten wir mitansehen, wie Kunden, von denen wir das nie gedacht hätten, in Zahlungsprobleme hineingeschlittert sind. Wir sind mit fertigen Produkten dagestanden und mussten auf das Geld warten - eine schwere Zeit.
STANDARD: Ist die Krise verdaut?
Ostermann: Eher nein. Wir können schwer vorhersagen, wie die Welt in fünf Jahren aussehen wird.
STANDARD: Wie kaum eine andere Branche leben Sie von öffentlichen Aufträgen. Ist das ein Problem?
Ostermann: Eine Herausforderung. Bei stagnierender Wirtschaft gehen auch die Steuereinnahmen zurück. Und weil überall die Haushalte konsolidiert werden ...
STANDARD: ... trifft das angesagte kollektive Sparen auch Sie?
Ostermann: Es wird sehr genau geschaut, welche Projekte noch berücksichtigt werden können und welche nicht. Vieles wird geschoben, manches ganz gestrichen. Ich bin aber optimistisch. Ich glaube nämlich, dass an den Produkten der Schienenfahrzeugindustrie in Zukunft kein Weg vorbeiführen wird.
STANDARD: Wegen knapper Ressourcen und weniger Ölreserven?
Ostermann: Ja, da gilt es, rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen. Wenn Investitionen in den schienengebundenen Verkehr auf die lange Bank geschoben werden, kommt die Zeit, zu der wir das aus volkswirtschaftlicher Sicht sicher bereuen werden.
STANDARD: Gibt es spezielle Finanzierungsmodelle, mit denen Sie der öffentlichen Hand entgegenkommen können beim rollenden Material?
Ostermann: Dann ist man schnell bei der Frage, ob der Auftraggeber oder der Kunde günstiger finanzieren kann. Verfügt ein öffentlicher Auftraggeber, beispielsweise die Stadt Wien, über ein ausgezeichnetes Rating, dann ist es für den Lieferanten schwer, noch attraktivere Finanzierungen aufzustellen.
STANDARD: Was sind die Voraussetzungen, um auf einem relativ kleinen Markt wie Österreich langfristig eine Schienenfahrzeugproduktion halten zu können, noch dazu, wo mit Siemens Ihr größter Mitbewerber auch hier sitzt?
Ostermann: Das ist ein Vorteil, kein Nachteil.
STANDARD: Ja, für die Auftraggeber, die eine Wahlmöglichkeit haben.
Ostermann: Auch für Lieferanten. Wenn viel Know-how an einem Standort ist, so befruchtet sich das gegenseitig. Banal gesagt: Da, wo viele Wirtshäuser sind, gehen die Leute hin, schauen von einem zum anderen, um herauszufinden, wer die leckerste Speisekarte hat. Die Auftraggeber nutzen das, indem sie uns drängen, in Forschung und Entwicklung zu investieren und neueste Technologien anzubieten.
STANDARD: Was ist noch wichtig?
Ostermann: Dass Kunden bereit sind, mit uns in neue Technologien einzusteigen. Die tollste Story ist die mit der Stadt Linz. Aus dieser Kooperation ist der Cityrunner hervorgegangen, von dem inzwischen mehr als 1200 Stück weltweit verkauft wurden.
STANDARD: Im Vorjahr haben Sie Druck gemacht, um einen Anschlussauftrag für die U6 in Wien zu bekommen. War das Show?
Ostermann: Das war kein Theater, um kurzfristig einen Auftrag zu bekommen. Uns stand das Wasser bis zum Hals. Was dann passiert ist, war nicht absehbar, dass nämlich Kunden Aufträge vergeben haben, die zuvor noch nicht vorhersehbar waren. Die türkische Stadt Eskisehir hat Straßenbahnen bestellt - die gleichen, die in Linz im Einsatz sind. Mit Basel und De Lijn in Belgien haben wir heuer die größten Aufträge gewonnen, die im Markt waren.
STANDARD: Wird wegen der angespannten Wirtschaftslage jetzt noch mehr über den Preis verkauft als in Zeiten der Hochkonjunktur?
Ostermann: Nein. Der Markt war immer preissensitiv. Das ergibt sich schon aus dem Vergaberecht, wonach mit öffentlichen Mitteln möglichst sparsam umzugehen ist. Jedenfalls ist der Fahrzeugpreis nicht alles; bei einer Gesamtlebensdauer von 30 oder 40 Jahren von so einem Fahrzeug ist das der geringere Teil; Wartungs- und Instandhaltungskosten fallen da mehr ins Gewicht. Mit den Linzer Linien haben wir ein Modell entwickelt, das die Instandhaltung der Flotte über 16 Jahre beinhaltet. Der Kunde zahlt pro gefahrenem Kilometer, wir garantieren die Verfügbarkeit.
STANDARD: Kann das Linzer Modell ein Exportschlager werden?
Ostermann: Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe haben mittlerweile ebenfalls einen Instandhaltungsvertrag abgeschlossen. Andere werden folgen, davon bin ich überzeugt. (Günther Strobl, DER STANDARD, 15.10.2012)
Kai Ostermann (42) ist Geschäftsführer der Bombardier Transportation Austria GmbH. Das Wiener Werk ist die Keimzelle der Sparte, einer von 51 Standorten weltweit.
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Wettbewerb Preislich und vor allem technisch. Die ausschreibenden Stellen schreiben technische Voraussetzungen vor, die überhaupt nicht Stand der Technik sind, sondernerst entwickelt werden müssen. Dabei eribt sich ein unübersehbares Kostenrisiko. Den finanziell schwächsten Anbieter, nämlich Bombardier, baut nur solche Fahrzeuge und ein paar Buschflugzeuge und kann somit nicht quersubventionieren,
Bombardier ist der grösste Schienenfahrzeughersteller der Welt (noch vor Siemens und Alstom) und fährt jedes Jahr satte Gewinne ein. und Buschflugzeuge baut Bombardier auch nicht sondern Business-Jets und demnächst auch Mittelstrecken-Jets in der grösse der kleinsten Airbus-Typen.
Hat vielleicht die politische Taktiererei um Arbeitsplätze dazu geführt dass der Öffentliche Verkehr so teuer ist? Straßenbahnen aber auch O-Busse würden sich weitaus besser verbreiten, wenn die Kosten pro Platz sinken würden!
Ein konzertierter Plan zur Kostensenkung mit EU-Unterstützung wäre dringend erforderlich - für die Öffentlichen Hände aber auch die Fahrgäste!
der öffentliche verkehr ist so teuer, weil die straßen so teuer waren/sind und das geld abgezogen haben. würde man ähnliche summen wie im straßenbau (und vor allem bei der instandhaltung) in den öffentlichen verkehr pumpen könnten wir wohl fast gratis durch AT fahren.
In Wien werden von Bombardier Straßen- und Stadtbahnen konstruiert und gebaut, keine U-Bahnen im eigentlichen Sinn.
Die U6 ist von techn. Standpunkt her eher eine Stadtbahn als eine U-Bahn und hat daher eine 'Sonderstellung'.
weil sie komplett unabhängig vom Individualverkehr fährt, im Gegensatz zu einer STadtbahn, die sich durchaus Straßenraum mit dem IV teilt ist es nicht gesagt, dass Bombardier nicht doch Ubahnfahrzeuge baut sobald die Ederer bei Siemens abdankt.
Zur begrifflichen Entwirrung ist § 2 des Seilbahngesetzes hilfreich. Da der Inhalt aber den Rahmen der hier verfügbaren Platzes sprengt:
http://www.ris.bka.gv.at/Dokumente... 092115.pdf
Lediglich an dieser Stelle die allgemeine Definition:
Seilbahnen [...] sind Eisenbahnen, deren Fahrbetriebsmittel durch Seile spurgebunden bewegt werden sowie Schlepplifte.
Außerdem:
Nicht alle "Schilifte" fallen unter das Seilbahngesetzes (Zauberteppiche fallen zB. nicht darunter).
was ist an dem ULF schlecht? Ich finde ihn gemuetlich.
Und wenn man mit kinderwagen unterwegs ist, wartet man man gerne auf einen ULF anstatt eine von den alten roten strassenbahnen zu nehmen... beim raufheben geholfen wird einem ja ohnehin nicht.
Er ist teuer, angeblich für die Gleise kein sehr schonendes Fahrzeug und die Innenraum-Aufteilung nicht optimal. Die Konstruktion an sich kommt ja aus den frühen 90er-Jahren und war damals Weltspitze, ist heute aber technisch zum Teil überholt. Warum man noch immer welche nachkauft, ist mir nicht ganz klar. Andere Niederflurstraßenbahnen wären eventuell billiger und sind aus Fahrgastsicht sicher nicht schlechter.
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