Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Tel Aviv - Ein kostbarer Nachlass mit Briefen des Schriftstellers Franz Kafka soll an die israelische Nationalbibliothek in Jerusalem übergeben werden. Ein Gericht in Tel Aviv entschied am Sonntag gegen die Forderung zweier Schwestern, sie seien rechtmäßige Erbinnen des Nachlasses von Max Brod. Der israelische Rundfunk meldete, die Richterin habe in der Urteilsbegründung erklärt, von den Frauen vorgelegte Dokumente seien nicht glaubwürdig genug.
Vor seinem Tod 1924 hatte Franz Kafka seinen Freund Brod - ebenfalls Schriftsteller - gebeten, seine Werke zu verbrennen. Dieser brachte sie jedoch zur Veröffentlichung und Kafka errang Weltruhm. Brod floh 1939 vor den Nationalsozialisten aus Prag nach Palästina. In einem Koffer hatte er die Werke von Kafka dabei.
Nach Brods Tod 1968 ging der Nachlass mit vielen Kafka-Texten an seine ehemalige Sekretärin Esther Hoffe. Sie verkaufte einen Teil der Texte, darunter 1988 das Romanmanuskript "Der Prozess", für etwa zwei Millionen Dollar, einen anderen Teil bewahrte sie in Safes in Israel und der Schweiz auf. Nach ihrem Tod vor zwei Jahren im Alter von 101 Jahren vererbte sie den Brod-Nachlass an ihre Töchter Ruth und Hava. (APA, derStandard.at, 14. 10. 2012)
Das sechste Literaturfest Salzburg eröffnet heute Abend mit Lesungen von Ruth Klüger, Eckhard Henscheid und Eva Menasse
Mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für eine der sprachmächtigsten Autorinnen der deutschen Gegenwartsliteratur
Am Mittwoch bringt Daniel Glattauer im Stadtsaal "einen richtigen Mix aus 15 Jahren dag im Standard" zu Gehör
Druckerei Samson für Fotoband "Das Bild der Anderen" von Vera Brandner ausgezeichnet - Mit 3.000 Euro dotiert
Es wabert, die Walküren sammeln Helden auf, Loge lässt es zischen und krachen. Aber die ideologischen Kosten, die wir für das Spektakel bezahlen müssen, sind horrend
Nachfolger Karsten Kredel wechselt von wird Suhrkamp
Mit zwei erstmals greifbaren Fragmenten zu Thomas Bernhards "Frost" wird ein geheimnisvoller Bruch im Schreiben des Autors sichtbar
Cordula Simon und Nadine Kegele unter den 14 nominierten Autoren
Gewann 1982 den Bachmann-Preis - Zahlreiche Bücher im Innsbrucker Haymon Verlag erschienen
Kommende Woche erscheint Dan Browns neuer Roman
Autor wohnte Anfang der 90er Jahre in Hietzing und nimmt das ungewöhnliche Geschenk gerne an
Die farbigen, kuriosen, sprachlich glanzvollen Lebenserinnerungen der Jessica Mitford
Das Literaturhaus Graz verdankt seine Existenz der Kulturhauptstadt 2003. Zum Zehn-Jahr-Jubiläum gelangten zehn Szenen zur Uraufführung
Gefangen im Netz: In Deborah Levys Roman "Heim schwimmen" schleicht sich ein blinder Passagier in eine Beziehung
Die Merkel, der Putin, der Stronach, die EU: Was von den Mächtigen zu halten ist. Monolog eines Polit-Kenners vor der "Zeit im Bild"
Tagung des deutschen PEN-Zentrums bis Sonntag
Der deutsche Autor über früheste Erinnerungen, späte Verluste und eine Mutter, die er erst siebzigjährig über ihre Briefe kennengelernt hat
Französische Schriftstellerin, Gründungsmitglied von Attac
Ein Briefwechsel zweier höchst unterschiedlicher Temperamente: Willy Brandt und sein häufig schwieriger Bewunderer Günter Grass
Erste Tranche des Google-Digitalisierungsprojekts ist online
William T. Vollmann und sein fiktives Geschichtspanorama "Europe Central"
Die slowakisch-österreichische Schriftstellerin Zdenka Becker ist mit ihrem Roman "Der größte Fall meines Vaters" im Literaturhaus am Inn in Innsbruck zu Gast
Machtlose Erwartung und vereinsamte Trostlosigkeit: Armin Baumgartners Prosaband "Die Wucht des Banalen"
"Nocturnes": Erwin Uhrmann und Moussa Kone legen ein faszinierendes Buch über die Schattierungen der Nacht vor
tat er nicht - also sind sie eingentlich den Erben von Kafka zu übergeben, dem würden sie nämlich gehören.
Oder im Grunde noch besser, Verbrennen wie Herr Kafkat es gewollt hat, war ja sein letzter Wille
Das stimmt so nicht. Das Testament ist da völlig unklar, was erstens das Archiv betrifft und zweitens hat Brod mit dem Nachsatz, dass die Erbin aber damit verfahren könne, wie sie wolle, alles wieder aufgehoben.
Also die Erbschaft scheint zu stimmen.
Wenn Sie in den 70ern Kafkabiografien studiert hätten, wäre das "jüdische" in Kafkas Selbstbild kaum betont worden, heute ist der Trend eher in die Gegenrichtung. Seine Haltung zum Zionismus war aber sicher interessiert ... Aber Gegenfrage ist Kafka für uns ein jüdischer oder tschechischer Schriftsteller - oder viel mehr als das, ein Dichter der Dinge hinter diesen Kategorien ansprechen konnte.
Das Kafkaeske an der Geschichte um das Erbe ist aber, dass hier um etwas gestritten wird, das eigentlich verbrannt hätte werden müssen und dass den Streit eine Autorität (Staat) gewonnen hat, gegen die Kafka m.E. "angeschrieben" hat.
Ja, die Sache wirkt alles andere als sauber und mehr wie eine bewusste Aktion sich den Kafka-Nachlass einzuverleiben. Einerseits ist das zwar nicht schlecht, weil er damit zumindest nicht im Privatbesitz verschwindet, andererseits wirkt es aber auch wie ein ordentlicher Skandal.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.