Kapverden schafften Sensation

14. Oktober 2012, 10:52
9 Postings

Blaue Haie eliminierten Kamerun - Titelverteidiger Sambia zitterte, auch Ghana und Mali schon fix - Krawalle in Dakar

Yaounde - Die Fußball-Nationalmannschaft der Kapverden hat die Sensation geschafft. Das Team vom nur 500.000 Einwohner zählenden Atlantik-Archipel musste sich im Play-off der Qualifikation für den Afrika Cup in Yaounde Kamerun mit 1:2 geschlagen haben, hatte aber das Heimspiel mit 2:0 für sich entschieden. Damit sind die Kapverden erstmals in ihrer Geschichte bei der Endrunde des Afrika Cups von 19. Jänner bis 10. Februar 2013 in Südafrika dabei.

Almeida legte am Sonntag mit seinem Führungstor in der 12. Minute den Grundstein zur Sensation der erst seit 1982 bestehenden Nationalmannschaft der Kapverden ("Blaue Haie"). Emana (22.) und Idrissou (90.) schossen den haushohen Favoriten und vierfachen Afrika-Cup-Triumphator Kamerun zwar zum Sieg, der allerdings nicht für den Aufstieg reichte. Auch die Rückkehr von Superstar Samuel Eto'o ins Nationalteam rettete Kamerun nicht das Ticket zur Endrunde.

Titelverteidiger Sambia hatte sich bereits am Samstag mit viel Mühe für Südafrika qualifiziert. Der Sieger des Turniers verlor das Play-off-Rückspiel in Uganda mit 0:1 und musste nach dem 1:0-Heimsieg daher ins Elfmeterschießen. In dem setzte sich Sambia nach insgesamt 20 Versuchen mit 9:8 durch und verlängerte die Negativserie von Uganda, das zuletzt 1978 bei den Kontinentalmeisterschaften dabei war.

Das Ticket für die Endrunde mit 16 Mannschaften lösten auch Ghana und Mali, die beiden Semifinalisten von 2012, Nigeria und Tunesien. Ghana siegte in Malawi dank eines Treffers von Debütant Afriyie Acquah (3.) mit 1:0. Die "Black Stars" hatten schon das Hinspiel mit 2:0 gewonnen. Keine Probleme hatte Mali beim 4:1 in Botswana. Der zweifache Afrika-Meister Nigeria hatte beim 6:1 gegen Liberia ebenfalls wenig Mühe. Tunesien qualifizierte sich nach einem 2:2 auswärts mit einem torlosen Remis zu Hause dank der Auswärtstorregel für die Endrunde.

Tumulte in Dakar

Die Elfenbeinküste, zu Jahresbeginn im Finale nach torlosen 120 Minuten erst im Elfmeterschießen geschlagen, war auf dem besten Weg zu Endrunde, als die Partie in der senegalesischen Hauptstadt Dakar abgebrochen wurde. Die Situation im Stadion eskalierte in der 73. Minute, nachdem Superstar Didier Drogba mit seinem zweiten Treffer das 2:0 für die Gäste erzielt hatte. Bereits das Hinspiel hatte die senegalesische Nationalmannschaft 2:4 verloren.

Durch das Ausscheiden vor Augen begannen Teile der Anhänger der Heimmannschaft zu randalieren und mit Gegenständen um sich zu werfen. Feuerwerkskörper, Steine, Flaschen und Stühle landeten auf dem Spielfeld, dazu wurde die gegnerische Fangruppe angegriffen. Rund zehn Personen sollen nach Angaben des senegalesischen TV-Senders RTS leicht verletzt worden sein, unter ihnen auch Gakou.

Nach einer 40-minütigen Unterbrechung wurde die Partie dann vom Schiedsrichter definitiv abgebrochen, weil die Sicherheit für die ivorischen Spieler im Stadion nicht mehr gewährleistet war. Die Anhänger der Elfenbeinküste mussten sich auf dem Spielfeld in Sicherheit bringen und genauso wie die Spieler beider Mannschaften von Sicherheitskräften evakuiert werden.

Im Fernsehen waren nach dieser Evakuierungsaktion Explosionen zu hören und brennende Fahnen zu sehen. Lange blieb die Lage unübersichtlich, immer mehr Menschen strömten in den Stadioninnenraum, auch weil auf einer Tribüne Feuer ausgebrochen worden war. Senegal drohen nach den schweren Ausschreitungen neben einer Strafverifizierung der Partie harte Strafen durch den Afrikanischen Fußball-Verband. (APA/Si/AFP, 13.10.2012)

Malawi - Ghana 0:1.
Hinspiel 0:2 - Ghana für die Endrunde qualifiziert.

Uganda - Sambia 1:0, Elfmeterschießen 8:9.
Hinspiel 0:1 - Sambia qualifiziert.

Botswana - Mali 1:4.
Hinspiel 0:3 - Mali qualifiziert.

Nigeria - Liberia 6:1.
Hinspiel 2:2 - Nigeria qualifiziert

Tunesien - Sierra Leone 0:0.
Hinspiel 2:2 - Tunesien qualifiziert.

Senegal - Elfenbeinküste bei Stand von 0:2 unterbrochen. Hinspiel 2:4.
Abendspiel: Marokko - Mosambik. Hinspiel 0:2.

Sonntag:

Äquatorialguinea - DR Kongo (Hinspiel 0:4)
Algerien - Libyen (1:0)
Äthiopien - Sudan (3:5)
Togo - Gabun (1:1)
Angola - Simbabwe (1:3)
Niger - Guinea (0:1)
Kamerun - Kapverden (0:2)
Burkina Faso - Zentralafrikanische Republik (0:1)

Share if you care.