Japanischer Justizminister gestand früheren Kontakt zur Mafia

Tanaka besuchte vor 30 Jahren Hochzeit von Mitglied einer Yakuza-Gang

Tokio - Der neue japanische Justizminister hat frühere Kontakte mit der Unterwelt zugegeben. Nur zehn Tage nach seinem Amtsantritt gab Keishu Tanaka am Freitag zu, vor 30 Jahren Kontakte zur Yakuza, der japanischen Mafia, gehabt zu haben. Er sei damals Ehrengast auf der Hochzeit eines Yakuza-Mitglieds gewesen, habe von dessen Kontakt zur organisierten Kriminalität aber bis zu der Feier nichts gewusst.

"Hätte ich gewusst, dass er ein Mitglied (einer Yakuza-Gang) war, wäre ich nicht dorthin gegangen. Ich wurde dorthin mitgenommen und merkte erst dann, dass sie Mitglieder einer Verbrecherbande waren", sagte Tanaka. "Es tut mir leid, dass ich solche Verbindungen hatte." Die Verbindungen des Ministers zur Unterwelt waren zuvor von einer Zeitung aufgedeckt worden.

Die Enthüllungen setzen Ministerpräsident Yoshihiko Noda unter Druck, der seine Regierung gerade erst umgebildet hat. Die oppositionelle Liberale Partei nannte die Verbindungen Tanakas "unglaublich" und forderte den Rücktritt des Ministers. Im Gegensatz zur italienischen Mafia oder zu chinesischen Triade-Gangs sind die Yakuza-Banden nicht verboten. Ihre Hauptquartiere sind sogar in Telefonbüchern zu finden. Dennoch sind sie wie andere kriminelle Banden unter anderem in Drogengeschäfte, Glücksspiel und Prostitution verwickelt. Die Behörden gehen immer wieder gegen ihre illegalen Geschäfte vor.(APA, 13.10.2012)

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