US-Defizit zum vierten Mal in Folge über einer Billion Dollar

12. Oktober 2012, 23:21

Fehlbetrag im Budget im Vergleich zum Vorjahr jedoch gesunken

Washington - Die USA haben das vierte Jahr in Folge ein Haushaltsdefizit von mehr als einer Billion Dollar eingefahren. Wie das Finanzministerium in Washington am Freitag mitteilte, lag der Fehlbetrag für das Ende September abgelaufene Haushaltsjahr 2012 bei 1,1 Billionen Dollar (850 Milliarden Euro). Das Defizit sank aber deutlich im Vergleich zum Vorjahr, als die Finanzierungslücke im US-Budget noch 1,3 Billionen Dollar umfasst hatte.

Das Haushaltsdefizit betrug 2012 sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) - verglichen mit 8,7 Prozent im Vorjahr. Die geringere Neuverschuldung sei durch einen Anstieg der Staatseinnahmen um sechs Prozent und einen Rückgang der Ausgaben um zwei Prozent möglich geworden. Anfang September hatte die Staatsverschuldung der USA die Marke von 16 Billionen Dollar überstiegen.

Die Verschuldung ist eines der wichtigsten Themen im US-Präsidentschaftswahlkampf. Der republikanische Kandidat Mitt Romney wirft Amtsinhaber Barack Obama vor, die Staatsschulden mit einer verantwortungslosen Haushaltspolitik in die Höhe getrieben zu haben. Bei Obamas Amtsantritt 2009 hatte die Staatsschuld 10,6 Billionen Dollar betragen. Die anhaltenden Kosten der Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan sowie der Kampf gegen die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise kamen Obamas Regierung aber teuer zu stehen. Obama legte etwa ein 800 Milliarden Dollar schweres Konjunkturprogramm auf. (APA, 12.10.2012)

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Romney endet als chinesischer Bettvorleger

Romney will China wegen unfairer Handelspraktiken und künstlich niedriger Wechselkurse an die Kandare nehmen und Strafzölle auf chinesische Produkte erheben. Anscheinend weiß er nicht, dass China als größter Gläubiger der USA auf einem Devisenschatz von mehr als 1 Billion US Dollar sitzt. Wenn die Chinesen keine weiteren Dollar mehr nehmen, platzt der US Haushalt wie eine Seifenblase. Falls Romney seine Unternehmerfreunde (z.B. Apple) zwingt, in USA statt in China zu produzieren oder sich chinesischen Gegenmassnahmen auszusetzen, würden deren Supergewinne gewaltig zusammenschmelzen. Nach Romneys Ankündigung von heute Nacht müssten die eigentlich alle Obama wählen.

Eine vereinfachte und oberflaechliche Diskussion von "Verschuldung" ist m.E. irrefuehrend.

Die Frage ist immer fuer welche Ausgaben denn die Schulden aufgenommen wurden.
Das traurige im Fall der USA ist dass der Grossteil dieser Schulden fuer zwei komplett unnoetige Angriffskriegsabenteuer angehaeuft wurde die fuer die amerikanische Gesellschaft null Nutzen (aber eben immense Kosten) hatte.
Ein vergleichsweise viel kleineres "Darlehen" wurde zur Finanzierung des Stimuluspaketes aufgenommen.

Das noch traurigere ist: Die Konservativen waren in der Lage die oeffentliche Diskussion dahin zu steuern dass nur der Sinn und die verantwortung des kleinen Schuldenbergs (Stimulus) hinterfragt werden, nicht aber des grossen (der Kriege).

ich habe mich auch immer gefragt

warum die Amerikaner so pro militaer sind.

Es wird in den USA ein reglrechter kult um Soldaten betrieben, heldenverehrung, schweigeminuten fuer die truppen vor vielen sportevents ganz zu schweigen von der immer praesenten hymne und Flagge... muss man eigentlich gesehen haben um es zu glauben...

Traurig ist auch, die meisten menschen denen ich begegne erwarten immer noch ein dankeschoen weil die USA uns europaer mit den kriegen die Freiheit sichern. Und ich rede nicht von dem Krieg vor 60 jahren...

PS.: bin Oesterreicher der in Los Angeles lebt, in A steuern zahlt ;) und hoffentlich bald wieder eine weg zurueck nach Europa findet...

Da kann man sich nur fragen,

wann sich Europa das nächste Problem erkauft. Die Finanzpolitik Amerikas ist zweifelsfrei verantwortungsloser, jedoch haben Sie es bisher verstanden, nicht die Leidtragenden zu sein. Es fragt sich nur wie lange noch, da ja den Europäern das Geld auszugehen scheint.

Wenn sich die USA bei ihren Kriegen ein wenig zurückhalten würden, wäre der Abbau des Defizits gar nicht so schwer - keine Kriege mehr führen und eine moderat höhere Besteuerung der Reichen (nichts Extremes, einfach die Steuersenkungen der letzten Jahre wieder rückgängig machen) und schon wäre das Defizit unter Kontrolle.

und was ist mit jenen beschäftigten

die in der rüstungsindustrie arbeiten? das sind gar nicht so wenige. krieg ist auch eine förderung der eigenen wirtschaft. vor allem müssen bei der vergabe von aufträgen keine lästigen ausländischen mitbewerber berücksichtigt werden.

Ist wegen dem (Irren)Wachstum

Ist mit ein Grund von der Wachstums Idee als Allheilmittel abzuruecken.
Kriege schaffen neuen Bedarf an Waffen,die Zerstoerung wieder auf bauen und so gehts im kreis rum.

Wenn Griechenland rum schächtelt röhrt die Presse von Ende der Welt, wenn die USA die grösste Finanzblase der Welt produzieren, 60% der Geldes weltweit besteht aus US$, herrscht seltsame Stille. Sehr seltsam.

Die Griechen haben keinen Dollar

sondern nur verrostete Schiffe im Hafen von Pireus

der unterschied ist halt

dass griechenland über eine leistungsunfähige wirtschaft verfügt. und die qualität der politischen führung in griechenland ist genau so unfähig

Inwiefern Unterschied?

und deshalb hat griechenland das potential eine schlimmere krise auszulösen als ein dollar-zusammenbruch?!

ein kind auf kokain ist doch nicht gefährlicher als ein goliath auf anabolika mit tollwut...

Sehr schöner Vergleich!

danke

Gefährlicher nicht, aber auf den Goliath nimmt eben mehr Rückssicht, zwangsläufig.

Guter Vergleich übrigens.

Gehts nur um Griechenland?
In der Eurozone sind schon mehr Staaten als nur Griechenland.

Wo sind da die Rätingagenturen ????

für was

die fed kauft eh die ganzen staatsanleihen zusammen, da kann man sich das bewerten dann auch sparen

die amis halten sich nur mehr durch ihre kriegerische daseinsberechtigung

die us wirtschaft ist so stark

da sind das peanuts

Ich fürchte an solchen Peanuts sind aber schon viele Leute erstickt...

dafür hab ich mir sogar selbst rot gegeben

das glück der ami ist

dass der dollar die leitwährung ist und daher von allen seiten gestützt wird. und keiner kann derzeit daran rütteln

Das ist kein "Glück" sondern mit Waffengewalt so erzwungen.

Na dann sehen Sie sich mal das an: http://www.usdebtclock.org/ Jeder US Steuerzahler (nicht jeder US Bürger) steht mit 141.000 USD in der Kreide. Selbst bei 3% Zinsen würde der Zinszuwachs schon USD 4.200 betragen, pro Jahr versteht sich. Dazu noch der Zinseszinseffekt. Und das Defizit noch drauf. Jeder Mathematiker versteht, dass irgendwann das Ganze exponentiell explodiert. An dieser Schwelle stehen wir jetzt. Es wird spannend, was jetzt kommt...

Und die Dividenden wandern wohin? Auf den Mond?

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