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In der aquitanischen Hauptstadt Bordeaux eröffnete Anfang der Woche die Ausstellung "Lascaux 3". Auf rund 800 Quadratmetern werden Kopien der 17.000 Jahre alten Höhlenmalereien aus der berühmten Höhle im Département Dordogne präsentiert. Schon am ersten Tag warteten hunderte Besucher im Regen auf Einlass, die Ausstellungshalle fasst maximal 400 Personen gleichzeitig.
Lascaux 3 und die ältere Nachbildung Lascaux 2 in Montignac nahe des Originals sind die einzige Möglichkeit, die steinzeitlichen Kunstwerke zu sehen, da die Höhle schon 1963 zum Schutz der Bilder, die von Schimmel und Feuchtigkeit geschädigt wurden, für Besucher geschlossen werden musste. Pläne der französischen Regierung, Lascaux 2 durch ein großes prähistorisches Zentrum Lascaux 4 zu ersetzen, fielen übrigens der Wirtschaftskrise zum Opfer. Dafür soll eine Kopie der Chauvet-Höhle mit ihren 34.000 Jahre alten Malereien in Vallon-Pont-d'arc errichtet werden.
Lascaux 3 ist in Bordeaux bis 6. Jänner 2013 zu sehen, der Eintritt kostet 8 Euro. Danach wandert die Ausstellung nach Chicago und später nach Montreal. Mit zahlreichen weiteren Standorten werden Verhandlungen geführt, die Schau soll jedoch nirgendwo länger als vier bis fünf Monate bleiben. (red, derStandard.at, 20.12.2012)
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Eines wundert mich jetzt schon seit Ewigkeiten:
In der Antike wurden bereits so wunderschöne Bilder und Skulpuren gemacht, vor über 17.000 Jahren wurden schon so fortgeschrittene Tierabbildungen geschaffen - warum, WARUM wurde dann im Mittelalter erst wieder so wirklichkeitsfern gekritzelt??! Warum dieser Rückfall?
die frage hängt am wort "wirklichkeitsfern" - was wirklichkeit ist, ändert sich im zeitenlauf - und eine massiv christlich geprägte kultur hat definitiv eine andere wirklichkeit. dazu kommen ikonoklastische Tendenzen, die der Abbildung an sich mit großem Misstrauen begegnen. mittelalterliche darstellungen können einen gleich hohen grad von komplexität entwickeln wie antike darstellungen.
nur weil eine römische statue mit den mitteln einer vom realismus geschulten auffassungsgabe besser übereinstimmt, heißt das noch lange nicht, dass wir sie wie ein grieche oder römer, griechin oder römerin wahrnehmen
Schon auf Lascaux folgen stark abstrahierte Darstellungen. Erst mit den Griechen kam es dann wirklich zu einer illusionistischen Wiedergabe der Natur - aber das ist stark verbunden mit dem Ideal der Mimesis.
Danach ging wieder in Richtung Abstraktion - und nicht zu vergessen! - die mittelalterliche Kunst, die wir aus unseren Breiten kennen, stammt ja nicht von den Nachfahren der Römer und Griechen, sondern ist sehr stark nordländisch-germanisch geprägt. In Italien selbst war die Kunst wieder eine andere.
Und schließlich bedeutet Abstrakt nicht gleich primitiver - es bedeutet lediglich ein anderes Schönheitsideal als das naturalistische Abbild. Sie können dem Mittelalter vieles vorwerfen, aber einen "Verfall" mit Sicherheit nicht.
Diese Frage lässt sich nicht in paar Zeilen beantworten. Ich will ein paar Faktoren nennen: Der Zusammenbruch des Römischen Reiche reißt eine riesige Lücke in Sachen Sicherheit, Handel und Technologietransfer. Es wird kühler in Mittel- und Nordeuropa, was die Nahrungsmittelproduktion erschwert. Die Menschen müssen sehr viel mehr Zeit aufwenden, um ihren Lebensunterhalt zu erzielen. In Kombination mit den Auswirkungen der Völkerwanderung sinkt die Lebenserwartung. Für Kunst ist wenig Zeit. Erst im Mittelalter geht es wieder aufwärts.
Ablaßhandel, Demut vor Kirche, Hochamt, Fürst, Hexerei und anderen Schweinerein die man den Leuten angetan hatte.
Dazu kam die Pest.
Hungersnöte. Die kleine Eiszeit die irgendwann in der Zeit mal war.
Ich glaube die Leute im Mittelalter hatten einfach nur andere Sorgen, als die Malerei?
So wie jetzt gerade bei uns. Elvis und Michael Jackson sind tot und sonst gibt es kaum großartige Künstler. Im Moment haben die Leute auch andere Sorgen? Klimaerwärmug, Atomausstieg, Finanzkrise, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Demographischer Wandel, Ausländer, Moslem, Irak, Iran, 9/11, Alkaida, burn-out, usw.
Wir werden ja auch gar nicht fertig uns zu fürchten? Wer interessiert sich in so einer Zeit noch für Kunst?
Fast alles was Sie hier aufzählen, gehört entweder an das äußerste Ende des Mittelalters oder schon in die Zeit danach.
Jedenfalls in den selben Zeitraum, wo wir den bereits Beginn der Renaissance feststellen können und der Kunstreichtum jener Epoche einen heute noch stauen macht.
Das ist korrekt. Klimaerwärmug, Atomausstieg, Finanzkrise, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Demographischer Wandel, Ausländer, Moslem, Irak, Iran, 9/11, Alkaida, burn-out, usw. gehören nicht zum Mittelalter. Das hab ich aber auch nie behauptet.
Also was genau willst Du jetzt mit mir diskutieren? Fehlt ein Beistrich, oder hab ich einen Halbsatz unpräzise formuliert?
... hörns mer doch auf mit ihrem kulturpessimismus. noch nie war kunst so frei wie im westlichen europa der gegenwart, noch nie haben die leut so viel geld ausgegeben dafür. und unter kunst verstehe ich sehr wohl auch die alltagsnahen formen wie - architketur, mode, film, literatur etc. die höhlenmalerei von damals mag durchaus auch nicht nur art pour l'art gewesen sein, sondern dürfe zu sprituellen zwecken oder schlicht und ergeifend zur unterhaltung gedient haben.
Dein Widerspruch beginnt ja schon mit den beiden Halbsätzen die besagen die Kunst wäre heute frei und noch nie wäre so viel Geld dafür ausgegeben worden.
Wenn die Leute dafür bezahlen, dann ist es nicht frei, denn genau in dem Moment macht der Künstler nicht das was wer machen würde wenn er wirklich frei wäre, sondern das wofür er mehr Geld bekommen wird.
Wirklich freie Kunst könnte es geben wenn es z.B. ein bedingungsloses Grundeinkommen geben würde. Aber genau zu solchen wirklich wertvollen Entscheidungen ist diese Gesellschaft noch lange nicht fähig und daher wird es auch noch lange keine wirklich freie Kunst geben.
Schade das Du mein Posting absichtlich so missverstanden hast, denn meine Kernaussage war definitiv kein Pessimismus.
weil man im mittelalter was anderes damit wollte. es ging nicht mehr darum, die natur abzubilden sondern einen mystischen zusammenhang dar- und herzustellen. erst ende des mittelalters interessierte man sich wieder für naturalistische darstellungen, wobei selbst die entdeckung der zentralperspektive auf ein theologisches konstrukt und nicht auf naturbeobachtung zurückgeht.
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