Wilder Genreritt mit 300 Pfund Gras

Dominik Kamalzadeh, 12. Oktober 2012, 18:19
  • In der Not nimmt man auch die Hilfe seines Widersachers in Anspruch: Blake 
Lively bekommt in Oliver Stones "Savages" von Benicio del Toro einen Hauch 
Entspannung ab.
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    In der Not nimmt man auch die Hilfe seines Widersachers in Anspruch: Blake Lively bekommt in Oliver Stones "Savages" von Benicio del Toro einen Hauch Entspannung ab.

Oliver Stone malt sich in seinem markigen Thriller "Savages" eine comichaft übersteigerte Variante des Drogengeschäfts aus. Mit der Realität hat das wenig zu tun, Spaß bereitet es trotzdem

Wien - Ben und Chon sehen nicht so aus, wie man sich Drogenproduzenten gemeinhin vorstellt. Die beiden Freunde aus Studentenzeiten, die sich in Laguna Beach mit ihrer Muse und gemeinsamen Geliebten O (Blake Lively) eine Villa teilen, wirken eher wie zwei Surflehrer, die irgendwann ein Start-up gegründet haben, über dessen Erfolg sie selbst ein wenig überrascht waren. Dem in Savages verbreiteten Gerücht nach sind sie es jedoch, die erstklassiges, ja vielleicht überhaupt das beste Marihuana der Welt anbauen.

Solche Erfolgsgeschichten wecken Neugierde. Also tauchen eines Tages zwei Kerle bei Ben und Chon auf, die schon viel mehr wie Drogenkriminelle aussehen und ihre Interessen auch so vorbringen, dass sie alternativlos erscheinen. Tatsächlich handelt es sich dabei um Gesandte des mächtigsten Drogenkartells aus Mexiko, das von Elena Sanchez (Salma Hayek) mit eiserner Hand gelenkt wird. Im Internet kursieren Videos, auf denen nichtgefügigen Partnern und Konkurrenten der Kopf abgetrennt wird.

Savages läuft somit zielstrebig auf einen harten Konflikt hinaus - das unfriendly takeover aus Mexiko wird mit unsauberen Mitteln (Entführung, Folter, Waffengewalt) ausgetragen. Nach einer längeren Phase vornehmlich politisch gehaltener Arbeiten (von Comandante bis Wall Street 2) hat US-Regisseur Oliver Stone den Kriminalroman von Don Winslow nun mehr im Geiste von Natural Born Killers (1994) realisiert. Das war jener Film nach einem (ziemlich umgearbeiteten) Buch Quentin Tarantinos, in dem ein Pärchen mordend durchs Land zieht.

Savages bewegt sich auf dem schmalen Grat zwischen übersteuertem Genrekino - im Geiste eines Sam Fuller, markig und sensationalistisch - und dessen (unfreiwilliger) Parodie. Es ist nie ganz ausgemacht, ob Stone seine Figuren ernst nimmt oder doch nur als Comicfiguren versteht, die er übereinander herfallen lässt: Schon das Voice-over Os, die oberflächliche Befindlichkeiten über ihr Proll-Schick-Dasein verströmt (" I have orgasms; he has wargasms"), ist grenzwertig; auch die Gegenüberstellung des verträumten Aaron Johnson als Ben und des vom Krieg traumatisierten, bullig-kämpferischen Chon (Taylor Kitsch) gerät arg schematisch.

Komik und Drastik

Auf der Seite der Widersacher geben darstellerische Komik und Drastik hingegen ein Duo ab, das mehr Schauwerte generiert: Benicio del Toro als mindestens so selbstgefälliger wie sadistischer Killer - er geht stets einen Schritt weiter, als man erwartet; Salma Hayek, die ihre Rolle als Drogenmama ohne Schuldgefühle sichtlich genießt und dabei auch hemmungslos outriert. Dazwischen leistet außerdem John Travolta ein paar Auftritte als verlogener Agent mit Berlusconi-Frisur.

Spaß bereitet Stones an Grand Guignol orientierter Genreritt dennoch nicht nur als "guilty pleasure". Er geht zwar nicht so weit wie ein Paul Verhoeven, der in seinen US-Filmen Genrevorgaben so sehr zuzuspitzen vermochte, bis sie ungewöhnliche Perspektiven freilegten. Doch der 66-Jährige versteht es immer noch, einer Geschichte so viel stilistische Verve zu verleihen, dass er dabei manchen Abgrund spielerisch überbrückt. Savages mag kein Film sein, der sich lange mit geschätzten 50.000 Toten des Drogenkriegs in Mexiko aufhält oder darüber vernünftige Aussagen trifft: Aber er macht anschaulich, wie es sich anfühlt, mit 300 Pfund Gras im Auto unterwegs zu sein und einen Polizeiwagen im Rückspiegel zu haben.   (Dominik Kamalzadeh, DER STANDARD, 13./14.10.2012)

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24 Postings
genialer Film!

Mir hat der Film sehr gut gefallen! Schon alleine wegen Salma Hayek, grandios als Chefin des Drogenkartells, zahlt es sich aus den Film zu sehen!

es braucht einiges mich ins kino zu bringen. aber gut, es hiess, das ist so in der klasse von pulp fiction o.ä.

und dann das. einsilbig, wie '...ich möchte jetzt salat haben statt ständig piza..', mieses drehbuch, und max. für 20-30 jährige die gerade im high-season ihres ganja lebenszyklus sind, und das vermutlich für das non-plus-ultra halten.

wirklich schlecht; in spätestem einem jahr werde ich gar nicht mehr wissen, ob ich den gesehen habe oder nicht.

der film ist grausam schlecht. blake l. und john t. sind daran nicht schuldlos.. aber für seichte unterhaltung reicht's allemal.

für den Autor...

300 pfund sind 150 kg. es wär wegen dem metrischem system dass wir verwenden. oder kauft der herr sein gras in Unzen ?

Seien wir nicht so knausrig. Verwenden wir das Acetabulum, den Schöpflöffel. Dann klappt’s auch mit dem Nachbarn.

Alles nicht so einfach mit dem Übersetzen.

300 pounds sind nicht 300 Pfund
1 pound ist eine amerikanische Gewichtsbezeichnung (1 pound = ca. 0,45kg) und daher sind das entweder
136,08kg oder eben 272,16 Pfund.

Ich will hier wirklich nicht klugscheißen, aber so etwas nervt mich einfach, sorry.

und ich will auch wirklich nicht klugscheißen

aber so eine einheitliche Definition 0,5kg=1Pfund gibt es einfach nicht (zum Einstieg sei der Wikipedia Artikel empfohlen).

Nach kurzer Recherche über eine womöglich rechtlich bindende Definition des Pfundes in Österreich (www.ris.bka.gv.at) findet man zwar auch keine Definition (keine Überraschung, da das Pfund bekanntlich keine SI-Einheit ist) aber mehrere Verträge/Abkommen in dem das Pfund erwähnt wird.
Zum Beispiel das "Abkommen über den Straßenverkehr" ( https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente... 57403.html ) unter I.b) Bremsen der Anhänger: "Jeder Anhänger, dessen zulässiges Gesamtgewicht 750 kg (1650 Pfund) übersteigt..."
Hmm und das sind jetzt auch ca. 0,45kg/Pfund!

productplacement...

trumer pils - taugt

Guter Film - wobei Travoltas Vergleich mit Pulp Fiction nicht zutrifft

Vor allem ein Benicio des Toro auf Höchstniveau und eine kurzweilige Handlung machen den Film interessant - auch wenn ich das (doppelte!) Ende nicht so gut fand.

Nach den zwölfjährigen Fehlschlägen von Oliver Stone
(ähnlich John Carpenter, wo man immer noch wünscht)
bin ich trotzdem gespannt auf den Film.
Überhaupt zeigt der Herbst mit Looper und Dredd, 7Psychos und einen französischen Politthriller ein
Frühlingserwachen des Kinos

Looper - war schwach..

Ebend. Deshalb bin ich nicht gespannt. Oliver Stone hat das letzte mal einen guten Film gemacht als ich noch in den Windeln gelegen bin. Seitdem: Nur mehr sch.....

u-turn und any given sunday zählen zu seinen besten, zu talradio-größe wird er vermutlich nicht mehr zurückkehren.

Dredd!?

Ernsthaft? Der Trailer war doch absoluter Trash!

Remakes sind ja meist nicht soo prickelnd. In diesem Fall hat man einfach das Judge weggelassen...

Judge Dreed ist ein Comic,ergo kein Remake.

ist kein remake.der neue orientiert sich in keinster weise an dem stallone film der mit der vorlage kaum etwas gemein hatte.

Der Film ist super...

...eindeutig empfehlenswert. Benicio del Toro und Salma Hayek spielen grandios...John Travolta ist auch nicht gerade schlecht. Taylor Kitsch and Ben Aaron Johnson ( die beiden jungen männlichen Darsteller) überzeugen auch. Savages hat alles was so ein Film braucht :Sex, Gewalt und Marihuana.

kann man gespannt sein drauf. oliver stone und die besetzung ist nicht schlecht!

“sind“

Naja,

vielleicht war ja gemeint, "Wo Oliver Stone draufsteht, kann die Besetzung nicht schlecht sein", oder so ähnlich ;)

Der Mann ist Blind, seid´s nicht so gemein.

Er ist ein Führer,

also kann man gemein sein.

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