US-Großbanken verdienen wieder kräftig

12. Oktober 2012, 18:16

JPMorgan hat den Wal verdaut. Die Bank schreibt so wie Wells Fargo dank des Geschäfts mit Hypotheken Rekordgewinne

New York - "Der Häusermarkt hat die Talsohle durchschritten." Jamie Dimon, der Chef der größten US-Bank JPMorgan Chase, ist wieder selbstbewusst. Vergessen scheinen die Milliarden, die die Bank mit hoch spekulativen Investments am Derivatemarkt verzockt hat. Denn die guten Geschäfte am in den vergangenen Jahren arg gebeutelten US-Immobilienmarkt haben das Geschäft der Bank deutlich belebt. Das Institut hat alleine im dritten Quartal 5,7 Milliarden Dollar (4,4 Mrd. Euro) verdient. Auch die Nummer zwei am US-Bankenmarkt, Wells Fargo, legte am Freitag Gewinnzahlen um die fünf Mrd. Dollar vor.

Mini-Boom durch Niedrigzinsen

Die boomende Nachfrage nach Hypotheken in den USA ist aber nicht nur ein Zeichen, dass die Folgen der Immobilienblase abebben. Der Mini-Boom bei Hypotheken beruht auch auf den niedrigen Zinsen und dem Aufkaufprogramm der US-Notenbank Fed. Denn die Banken verdienen mit Mortgage-Backed Securities (MBS), also Wertpapieren, die aus Hypotheken gebündelt wurden. Die Notenbank hat angekündigt, zur Stützung der Konjunktur pro Monat bis zu 40 Mrd. Dollar an MBS aufzukaufen. Andere Investoren wie Pensionsfonds greifen zu den Papieren, weil die Fed ein garantierter Abnehmer ist.

Allein im Hypothekengeschäft nahm etwa JPMorgan 1,8 Milliarden Dollar ein - 36 Prozent mehr als vor einem Jahr. Wells Fargo verdiente in dem Bereich 2,8 Mrd., knapp 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem reduzierte JPMorgan die Vorsorge in dem Bereich. Dazu kommt der positive Effekt von Umschuldungen. Viele Hausbesitzer wollen umschulden, damit sie die niedrigeren Zinsen ausnützen können (aktuell notieren die Hypothekenzinsen nahe einem Allzeittief von 2,8 Prozent für 15 Jahre). Doch die niedrigen Zinsen bedeuten auch, dass die künftige Marge der Banken unter Druck kommt. Davon können die Banker von Wells Fargo ein Lied singen. Wegen der drastisch sinkenden Hypothekenzinsen geht dort die Nettozinsmarge, ein wichtiger Gewinntreiber, zurück.

Verluste des Wals

Der milliardenschwere Handelsskandal bei JPMorgan hat auch im dritten Quartal Kosten verursacht. Knapp sechs Milliarden Dollar sind verspekuliert worden. Ein Händler in London hatte ein Milliardenportfolio an Kreditderivaten angehäuft und wurde deswegen als " Londoner Wal" bezeichnet. Im vierten Quartal sei mit Belastungen von 300 Mio. Dollar zu rechnen, dann ist die Position geschlossen. (sulu, Reuters, DER STANDARD; 13./14.10.2012)

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Wenn ich jetzt Obama wäre, dann würde ich sofort alle Gewinne der geretteten Bank für den Staat einbehalten.

Nur leider regieren keine Politiker mit Rückrad sondern Banken und Großkonzerne.

Vor allem freue ich mich, dass die Banken noch bigger to fail wurden

Womit die Politiker unzweifelhaft ihre Aufgabe erfüllt haben. Welche? Eine bessere Garantie für riskante Bankgeschäfte zu schaffen. Nun sind bereits die Nationalbanken in der Pflicht, und sogar die Bank eines Kontinents, die Europäische Zentralbank, steht vor den Banken Habtacht. Die nächste Stufe wird sein, eine übernationale Regierung zu bilden, die die Interessen der Banken auf geradem Wege durchsetzt. Warum soll man sich auch mit einzelnen Staaten herumplagen. Brüssel hat sich schon angeboten. Nach der Eroberung Chinas und Rußlands steht einer Weltregierung der Banken nichts mehr im Wege.

Ungefähr genauso "erfreulich" wie...

"Neuer Ausbruch der Schwarzen Pest".

na fein,

dann können wir uns in aller ruhe auf dden nächsten crash einstellen und für unsere bankster unser geld sparen, das wirs ihnen dann ohne umweg über die regierung geben können, aber das tun wir ja so wie so immer, wie schrieb frau jelinek sinngemäß: "sie geben uns ihr geld und glauben, das wir ihnen das geld zurückgeben, ja was glauben denn sie, und dann noch mit 15% zinsen".

fein, haben wir wieder was zum retten, was sollen gutmenschen sonst tun?

nur rede mir keiner von den politikern mehr von rettungswürdigen systembanken.

das freut mich aber...

das unsere bankenrettung gelungen ist.
hat eh ganz schön gekostet.

jp

hat dem steuerzahler genau 0 (in worten null) gekostet ...

na, dann ist ja alles wieder gut...

die verteilungsfrage wird von der politik gänzlich ignoriert. ein paar wenige schöpfen das geld ab und die politiker, denen man wegen fehlender intelligenz nicht mal einen vorwurf machen kann, schaun zu oder cashen selber mit ab.

was tut das volk? es jammert in foren und wählt STÄNDIG das gleiche pack.

Und die Deutsche Bundesregierung

hat gerade offiziell den Kaufkraftverlust der Rentner in den letzten 10 Jahren beziffert: 20%
Gespannt bin ich auch woher die Bankster ihre Boni nehmen werden wenn die verlorene Generation der unter 25 Jährigen in Spanien und Portugal Stern zahlen soll wenn nur jeder Zweite überhaupt einen Job hat?

ja Boni und Dividenden fliessen wieder

auf Kosten der Steuerzahler und von Regulierung des Bankenapparats keine Spur

Fuer die boni trifft das (leider) nicht zu....

Endlich wieder mal gute Nachrichten

Dazu ein Scherz von Max Keiser, von mir etwas abgewandelt.

Was ist das Schlimmste was man jemanden auf Deutsch sagen kann?
"Ich bin von G.P.Morgan und ich bin hier um zu helfen!"

Die heissen natürlich JPMorgan nicht GP komischer Weise oft ohne . geschrieben.

geil - und wir glauben noch immer der esm geht nach griechenland, spanien etc......

Geht er auch!

"Der Mini-Boom bei Hypotheken beruht auch auf den niedrigen Zinsen und dem Aufkaufprogramm der US-Notenbank Fed"

er beruht nicht "auch", sondern mindestens zu 95% auf diesen direkten oder indirekten subventionen, welche wiederum von den unteren 99% finanziert werden.

13.10.2012, 10:16
juhuu....

... mit vollgas gegen die mauer;-)

schlechte zahlen werden verwendet um sich von überschüssigen mitarbeitern zu trennen und gute zahlen um die aktionäre zu befriedigen anstelle denen zu danken die den erfolg erarbeitet haben.

der finanzsektor ist noch immer zu weit von der realität/realwirtschaft entfernt;-(

Weshalb sich die Realwirtschaft ja genau mit diesem Programm dem Finanzsektor annähert, um die Entfernung zu verkürzen ;-)

Und wenn wir jetzt sagen : Ok und jetzt werden wir die Regulationenn einführen !
Sagen die Banken : Wieso geht uns eh prächtig hier wir beweisens euch "Shut up and take my money " und die sache hat sichs !

GB hat das optimale Konzept

Die müssen nix beitragen in der EU freuen sich aber, dass die anderen zahlen (700 Mrd frisches geld für die Trader - da kommt Fr5eude auf)

Soweit ich weiß ist GB Nettozahler, auch wenn sie nicht in voller Höhe zahlen müssen.

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