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Die Amerikaner in ihrer lakonisch-praktischen Denkweise zitieren gerne die Maxime: "First thing when you're in a hole: stop digging".
Die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou hat sich mit ihrer anscheinend schlecht vorbereiteten Einführung des Parkpickerls ein ziemlich tiefes Loch gegraben. Sie buddelt aber weiter, indem sie eine Ausweitung der "Parkraumbewirtschaftung" ankündigt (ob es etwas wird, ist eine andere Geschichte, Bürgermeister Michael Häupl hat ja schon die Notbremse gezogen).
Die Prämisse der Grünen, dass nämlich die Autos für eine Stadt wie Wien mit einem großen Anteil von Einpendlern schon zu viele geworden sind, ist ja argumentierbar. Die Taktik, das Auto zu verleiden, setzt sich aber offenbar über einige wichtige Fundamentals hinweg:
1) Sehr viele Leute lieben ihre Autos einfach. Sie sind ein Teil des Lebensgefühls, und sie wollen nicht von ihnen lassen. Sie haben sogar ein ungesundes Verhältnis zum Thema; die Autos von Einpendlern werden zerkratzt.
2) Ebenfalls sehr viele Leute brauchen die Dinger einfach. Sie fahren damit zur Arbeit, fahren einkaufen, bringen und holen ihre Kinder. Die Öffis reichen da offenkundig (noch?) nicht. Das wird wahrscheinlich in Zukunft etwas anders werden, aber jetzt können viele nicht darauf verzichten.
All das kann man ignorieren und weitergraben - aber nur auf eigene Gefahr. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 13./14.10.2012)
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Ich bin eine der Stimmen die laut schreien: Ja - die Parkpickerl funktionieren!! - und sogar sehr gut! Ich wohne im 15. und erkenne meine Straße kaum wieder. Parken ist ein riesiges Vergnügen! Ich sage immer: Man könnte sogar (fast) mit verbundenen Augen einparken - so gross sind die Lücken. Und wenn es alle Herrschaften in den umlegenden Bezirken rechtzeitig eingeführt hätten, gäbs wohl auch dort kein so grosses Problem mit Parkflüchtigen...Ich glaub wir tun unserer Umwelt einen riesigen Gefallen, wenn wir es schaffen zu vermeiden, mehr Treibstoff bei der Parkplatzsuche zu vergeuden als bei der eigentlichen Fahrt.... vielen Dank Maria!
Ich bin heilfroh, dass es bei mir im Bezirk jetzt das Parkpickerl gibt. Viele leere Parkplätze und viel weniger Autoverkehr und viel leiser. Im Interesse aller Ottakringer in den Noch-Nicht-Pickerl-Gebieten hoffe ich doch sehr, dass unser Bezirksvorsteher die angekündigte Erweiterung bis zum Wienerwald bald durchsetzt.
Unpopulär ist Vassilakou mit ihrer Konsequenz nur in den Krawallmedien, den schwarzen Gürtelbezirken – und jetzt auch im Standard? In meiner näheren Umgebung merke ich nur ein großes Aufatmen seit 1. Oktober.
Stimmt schon - etwas mehr Zurückhaltung hätt ich ihr momentan auch empfohlen. Weil die Ausweitung der Parkpickerl-Zonen wird ja ohnehin zum Selbstläufer. Auf den 18. und 19. werma jetzt nicht mehr lang warten müssen...
Andererseits gehn mir taktisch perfekte Politiker ziemlich am Oa... . Wenn etwas zu meiner persönlichen Politikverdrossenheit beiträgt, dann sinds genau die...
die Wiener ihre Autos so lieben, dann sollen sie ihnen eine Garage zahlen. Ohnehin eine Schande, das geliebte Vehikel einfach im Regen stehen zu lassen.
Und wär der Wienerwald nicht, so wäre die Smogglocke über Wien sehr beachtlich.
Und rau zu meckern, ist too simple journalism.
Wenn ich mich morgens an die Straße stelle und den vorbeirollenden Verkehr so beobachte: in fast jedem Auto sitzt genau eine Person. vielleicht mit einem unglaublich schweren aktenkoffer auf dem beifahrersitz .. kann ich nicht überprüfen. glaub ich aber nicht. muss das sein?
Steig ich in eine Straßenbahn ein, hustet mich der links an, von hinten werd ich niedergeschwafelt von einem handybrüller, von rechts olphaktorisch penetriert, von vorn hab ich die Knie des Dortsitzenden zwischen meinen Beinen .....
DAS soll besser sein ?
Solange man sich aus Wien nicht raus bewegt, benötigt man kein Auto. Wenn ich am Wochenende aber in die Waldviertler Heimat fahren will, fahre ich mit meinem Auto. Viel Spaß denen, die sich da das "Erlebnis" Franz-Josefs-Bahn geben wollen. Und am Land bist du dann erst nicht mobil.
Ich halte nur diese Arroganz der Wiener in dieser Debatte nicht aus. Leute die nur in einer Großstadt gelebt haben, können nicht nachvollziehen wie es ist, auf ein Auto angewiesen zu sein. Wohnt mal bspw. in St.Veit an der Gölsen und arbeitet in Wien. Viel Spaß beim Pendeln! Und dann zerkratzt euch so ein A**** das Auto. Da krieg ich auf gut Waldviertlerisch...Kabeln!
Bei allem Verständnis, ihre verfehlte Lebensplanung kann nicht unser Problem sein.
Wenn sie glauben, daß sie am Land wohnen und in der Stadt arbeiten müssen, haben _sie_ sich ein Procedere zu überlegen und gegebenenfalls für's Parken zu zahlen.
So sorry
1. Ich wohne nicht in St.Veit an der Gölsen.
2. Selbst wenn ich in St.Veit an der Gölsen wohnen würde, würde ich das nicht als verfehlte Lebensplanung sehen. Im Gegenteil. Viele Menschen (mich eingeschlossen) können sich nicht vorstellen, in einer Großstadt zu wohnen, sind aber auf den Job dort angewiesen. Vor allem für höher qualifizierte Personen wachsen Jobs am Land nicht auf den Bäumen. Ich möchte selbst nur zu gerne aus der Stadt raus, finde dort aber keinen Job! Bin mittlerweile (leider) Wiener, vor allem wegen des Parkpickerls. Meiner Heimatstadt im W4 tut die Abwanderung nicht nur finanziell weh.
3. Würden anständige und preiswerte Park&Ride-Anbindungen zur Verfügung stehen, müssten Pendler nicht in den Wohngebieten parken.
Originellerweise gibt's hier in Hütteldorf Park&Ride mit Anbindung an U4 und Schnellbahn.
Das kümmert WU, TU, P, MD u. KO nur genau garnicht.
Ja, das mit der Distanz zwischen Wohnort und Arbeitsplatz ist tatsächlich ein Problem.
Mir fehlt nur jegliches Verständnis dafür, daß ich das lösen muss.
Ich hab mich nicht dazu entschieden woanders zu wohnen als zu arbeiten.
aber dabei handelt es sich ja um keine physikalische konstante. der aktuelle zustand ist vielmehr von onkel erwin und seinen freunden bewusst so gewählt. und von heerscharen seiner wählerlemminge abgenickt.
bevor sie die wiener pauschal als arrogant abkanzeln schicken sie ihren dank doch lieber nach st. pölten!
Ich wollte in meinem Statement nicht alle Wiener als arrogant abkanzeln.
In der Debatte zeigt sich aber die Arroganz derer, die sich noch nie aus Wien rausbewegt haben und nicht wissen, wie Mobilität am Land funktioniert. Ich habe selbst eine hohe Affinität für die Grünen, aber manche Konzepte greifen zu kurz. Will ich dem Problem Herr werden, kann ich nicht nur sagen "hier parkt ihr nicht mehr", sondern muss auch sagen können "aber hier könnt ihr parken". Das Parkproblem wird es nämlich zwangsläufig geben, solange keine bessere öffentliche Anbindung besteht.
...am WE ins Waldviertel geht's entweder mit dem eigenen Auto (Garage oder Parkpickerl) oder oekologisch besser und wahrscheinlich auch billiger mit einem fremden (carsharing etc.). Ich denke keiner hier meint, dass es unbedingt der Zug sein muss.
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