Jesper Juul: Was tun, wenn die ältere Schwester die jüngere schlägt?

Familientherapeut Jesper Juul erklärt, welche Rolle die Väter haben, wenn es zur Rivalität zwischen Geschwistern kommt

Eine Leserin berichtet:
Wir sind eine vierköpfige Familie mit zwei Töchtern. Die ältere Schwester ist zwei Jahre, die Jüngere fünf Monate alt. Das Problem ist, dass die Ältere ihre Babyschwester schlägt. Manchmal so fest, dass die Kleinere schreit. Das passiert fast täglich und hat sich in der letzten Zeit verschlimmert, vor allem dann, wenn ich die Kleine stille, sie auf meinem Schoß sitzt oder auf dem Boden liegt.

Wir verstehen die Eifersucht der Älteren, aber ihr Verhalten können wir nicht akzeptieren. Wir versuchen ihr zu erklären, dass sie ihrer Schwester weh tut und sie traurig macht. Die Ältere beginnt dann oft auch zu weinen oder haut sogar noch einmal zu, wenn wir streng mit ihr sind.

Sie ist es gewohnt beide Eltern die ganze Zeit für sich zu haben und hat offensichtlich Probleme damit, dass die Kleine jetzt Aufmerksamkeit von ihr abzieht. Wir haben schon probiert, uns als Eltern für die Kinder "aufzuteilen", damit beide viel Aufmerksamkeit und Zeit bekommen. Was können wir ändern, damit sie mit dem Schlagen aufhört? Ist das eine Phase, die vorübergeht?

Jesper Juul antwortet:
Sie schreiben, dass Sie versuchen, sich als Eltern aufzuteilen, damit beide viel Aufmerksamkeit und Zeit bekommen. Das ist ein schöner Gedanke. Aber bei diesem Konflikt geht es um viel mehr als nur um genug Zeit und Aufmerksamkeit.

Wenn Kinder auf einmal ein großer Bruder oder eine große Schwester werden, erleben sie das als einen plötzlichen Verlust. Ihre Tochter hat die Hälfte von dem verloren, was ihr die Eltern ihr ganzes Leben lang gegeben haben. In der Erwachsenenwelt ist das zu vergleichen mit der Situation, dass Ihr Mann eines Tages mit einer neuen Frau nach Hause kommt und verlangt, dass sie nun zu dritt glücklich weiterleben.

Die Reaktion Ihrer Tochter ist Aggression - oder eher ein Cocktail aus Trauer, Schmerz, Wut und dem Gefühl, nicht wertvoll zu sein. All das drückt sich in aggressivem Verhalten oder groben verbalen Äußerungen aus.

Kinder kooperieren mit ihren Eltern in dem Sinn, dass sie das Verhalten der Eltern nachahmen und alles tun, um sich an die Bedürfnisse und Wünsche der Eltern anzupassen - an die bewussten und die unbewussten.

Während Ihrer Schwangerschaft mit der jüngeren Tocher war die ältere umgeben von Eltern und anderen Erwachsenen, die ihre Freude und Liebe im Hinblick auf das neue Familienmitglied ausgedrückt haben. Sie hat so gut wie möglich versucht, diese Gefühle zu ihren eigenen zu machen, obwohl ihre Fähigkeit, sich ihr Leben mit einer Babyschwester vorzustellen, sehr beschränkt sind.

Obwohl die Liebe und die Fürsorge ein Geschenk für das Neugeborene sind, machen sie das Leben für das Ältere schwer. Sie hat den inneren Drang, so zu fühlen wie die Erwachsenen, aber gleichzeitig fühlt sie etwas ganz anderes, das sonst niemand fühlt - den Verlust. Die ersten Jahre ihres Lebens hat sie die Gegenwart, das Mitgefühl, die Aufmerksamkeit und die Bereitschaft ihrer Eltern, auf ihre Bedürfnisse zu reagieren, als Liebe verstanden. Nun bekommt sie plötzlich weniger davon, sie muss es mit einem Baby teilen und daher fragt sie sich, ob sie noch geliebt wird. Sie muss mit diesem Verlust alleine fertig werden.

Wenn eine Zweijährige wortgewandt genug und fähig wäre, ihre existentielle Situation verbal auszudrücken, müsste sie ihre Schwester nicht schlagen. Sie tun es, um auf ihren Schmerz, ihre Frustration und ihre Sehnsucht aufmerksam zu machen. Sie braucht Anerkennung.

Als Alternative zum Beschuldigen und Maßregeln schlage ich oft vor, dass der Vater der Familie sich dieses Themas annimmt. Denn die meisten Väter haben eine ähnliche Erfahrung gemacht, als das erste Kind geboren wurde: Sie wurden plötzlich auf der Top-10-Liste ihrer Frau von Platz 1 auf Platz 2 gesetzt. Ohne Chance, jemals wieder die frühere Position zu erlangen. Doch der erwachsene Mann und Vater realisiert schnell, dass zwischen der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind und der zu ihrem Partner ein signifikanter Unterschied besteht. So löst sich das Gefühl der Eifersucht normalerweise auf.

Für Ihre Zweijährige ist das nicht so. Sie muss dieselbe Art von Liebe mit einem anderen Kind teilen. Was sie daher braucht, ist einen Vater, der sie auf die Schoß nimmt oder mit ihr einen Spaziergang macht und ihr sagt, dass er sie versteht. Er könnte zum Beispiel sagen: "Ich kann verstehen, dass dir danach ist, deine Schwester manchmal zu hauen, obwohl du sie auch gern hast. Ich fühle mich manchmal genauso. Ich will die Kleine nicht hauen, aber es stört mich manchmal, dass sie so viel Zeit und Energie von deiner Mutter braucht. Aber ich glaube, wir gewöhnen uns daran."

Diese Worte müssen direkt vom Herzen kommen. Sie funktionieren nicht, wenn sie bloße Strategie sind. Wenn sie aber von Herzen kommt, wirken sie Wunder. Der Vater sollte die Mutter aktiv entlasten und sich um das Baby kümmern, damit die Mutter mehr Zeit für die Ältere hat. Sie werden sehen: Ungefähr nach einer Woche wird die ältere Schwester mit ihrem aggressivem Verhalten aufhören und beginnen, ihre eigenen Grenzen festzulegen. Denn sie hat nun gelernt, dass sie sich an ihre Eltern wenden kann, wenn sie in ihren Gefühlen verletzt ist. (derStandard.at, 14.10.2012)

Zur Person:

Jesper Juul wurde 1948 in Dänemark geboren, ist Lehrer, Gruppen- und Familientherapeut, Konfliktberater und Buchautor. Er studierte Geschichte, Religionspädagogik und europäischen Geistesgeschichte. Statt die Lehrerlaufbahn einzuschlagen, nahm er eine Stelle als Heimerzieher und später als Sozialarbeiter an und bildete ließ sich zum Familientherapeuten ausbilden. Er ist Begründer des Family Lab.

Ab sofort beantwortet Jesper Juul alle zwei Wochen Fragen zu Erziehung, Partnerschaft und Familienleben. Die nächste Kolumne lesen Sie am 29. Oktober 2012.

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einsam...

wie kann ich das dem Vater klarmachen, ohne wie ein Lehrer, Besserwisser, Maßregler dazustehen??? auch in vielen anderen Themen, Situationen, die den Vater auf den "Plan" rufen, was die Interaktion mit den Kindern angeht...

ich fuerchte, man kann niemanden zwingen, eine rolle einzunehmen, wenn er diese grundsaetzlich nicht ausfuellen moechte. aber um auf gewisse themen aufmerksam zu machen, um ein bewusstsein zu schaffen, kann man sicher einfach den artikel forwarden und dann darueber reden?

und was befähigt herrn juul eigentlich dazu

uns allen die supertollen tipps zu geben? er hat eine meinung - wie andere experten in diesem metier auch - und die kann in manchen fällen zutreffend sein und in anderen einfach gar nicht. so wie bei all diesen selbstmarketinggenies die gestressten eltern einreden, man könnte mit ein paar einfachen diy-slogans bessere/r mutter/vater sein.

der macht sich doch auch nur die verunsicherung einer ganzen generation zugute die mit wickie, den barbapapas & co aufgewachsen ist und vor lauter selbstverwirklichung nicht mehr rafft wie man seine kinder behandlen soll.

eifersucht?

eigentlich witzig, wenn nicht noch mehr traurig:
das klingt ja nach eifersucht pur!
niemand ist gezwungen die meinungen oder eventuellen ratschläge, auch, wenn sie von einem "experten" kommen, zu befolgen. deshalb verstehe ich die aufregung so gar nicht. das schöne ist doch, dass man die "meinung" eines "experten" lesen kann, sie als anregung nehmen kann oder nicht, darüber reflektiert kann, sie belächeln kann oder auch einfach als eigene meinung ausschließen kann.
und gerade eltern, die sich manchmal ihr leben schwer machen, weil sie zumindest wollen, dass ihr kind glücklich ist, freuen sich über anregungen oder inputs. auch, wenn sie sie einfach verwerfen. manchmal sind sie dennoch tröstlich.
ich freue mich über die freiheit zu wähloen.

danke

jesper juul im standard - wie schön!

Als ich vor meiner zweijährigen Tochter die Worte Jesper Juls wiederholte

sah sie mich an und antwortete: Papa, ich glaube du
hast das Interview zwar gelesen aber nicht verinnerlicht. Jules sagt klar und deutlich: Die Worte
müssen direkt vom Herzen kommen und genau das
ist es, was ich an deinen Worten vermisse. Deshalb kann ich ihnen auch keine Folge leisten.
Erstaunlich was für eine Auffassungsgabe und welch
immensen Wortschaftz so ein zweijähriges Kind hat...

Nein, das haben Sie nicht :D
Ich glaub Sie haben es auch nicht verstanden, weil Sie die Worte nur 1:1 eingesetzt haben (in Ihr Posting)

Es geht hier um den Inhalt, und die Aussage ist nicht an das Kind gerichtet sondenr, an den Vater damit er Worte finden kann, die er an das Kind richten kann.

Daher kanns auch anders lauten. dem jeweiligen kind entsprechend formuliert.

Entweder sie haben keine Kinder oder es sind kleine Genies

Meine 4 Kinder waren im Alter von 2 Jahren leider noch nicht so reif die Bedeutung der Aussage
in diesen oder auch in anderen Worten auch nur im
Entferntesten zu fassen. Das einzige dass sie in so
einer Situation verstanden haben war die Zuneigung die ich ihnen gegeben habe damit sie das Gefühl haben, dass auch sie in dieser Familie geliebt werden
und deshalb kein Grund für sie besteht eifersüchtig
zu sein. Wer glaubt mit einem zweijährigen Kind wie
mit einem Erwachsenen diskutieren zu können zeigt
nur seine Ahnungslosigkeit in Sachen Erziehung (pardon, dieses Wort ist ja heutzutage auch schon verpönt)

schauS in Ihrem Postin haben Sie bereits vorausgenommen, welchen Wert Sie meiner Antwort geben werden, unabhängig davon, was sie beinhaltet: *...Erwachsenen diskutieren zu können zeigt
nur seine Ahnungslosigkeit in Sachen Erziehung*

davon abgesehen: definieren Sie Erziehung. Auf was soll Ihrer Meinung nach Erziehung ausgerichtet sein?

Der Rest: es kommt auf die Sprache an, die man einsetzt. In den Erwachsenendeutsch des Familientherapeuten wirds nicht ankommen, aber einfacher auf das Interesse des kindes zentriert kann es stimmig sein. das hat wiederum nichts mit analytischer diskussion zu tun, und filosophieren ist auch mit kindern möglich.
m1vorschlag:
http://derstandard.at/plink/134... id28477704

Ich habe mich für den Ausdruck Erziehung eh schon entschuldigt.

Allein der Gebrauch des Wortes macht Eltern ja heutzutage als Reaktionäre verdächtig.
Heutzutage "lebt man vor" Das Geschwurbel von analytischer Diskussion mit Kindern (und ich rede hier von 2 jährigen Kindern) zeigt doch nur, dass viele Menschen ihren Nachwuchs nur mehr mit Ratlosigkeit begegnen, und das Ergebnis ist auf Schritt und Tritt zu beobachten. Die angebliche ADHS-Epidemie bei Kindern spricht Bände.
Ich rede hier nicht von psychischer oder gar
körperlicher Gewalt in irgendeiner Form, aber Eltern
die nur versuchen, die besten Freunde ihrer Kinder zu
sein und sich keinen Respekt erarbeiten, werden ein paar Jahre später den Konsequenzen daraus mit Hilflosigkeit gegenüberstehen. Ich erlebe es täglich.

es geht doch gar nicht um analytische diskussion mit einem zweijaehrigen kind. im artikel steht, dass das eifersuechtige kind anerkennung braucht. wie sie das dem kind vermitteln, in worten oder mit umarmen, liebe zeigen, bleibt doch letztendlich ihnen als eltern ueberlassen. sie kennen ja ihr kind am besten. was dieser artikel in meinen augen vermitteln will, ist einfach die sichtweise des kindes einzunehmen, und auf seine beduerfnisse, die es durch aggression zeigt, einzugehen. es als individuum mit beduerfnissen wahrzunehmen. ich denke, diese sichtweise geht selbst den wohlmeinendsten eltern in der hektik des alltags immer wieder verloren, und daher schaetze ich solche artikel.

Eine gewagte Hypothese, dass die "ADHS" durch tolerante und respektvolle Erziehung ausgelöst wurde! Irgendwelche Belege oder Kafeesatz?

Was heißt hier ausgelöst?

Ich bestreite, dass es eine Erkrankung wie ADHS in diesem Ausmaß überhaupt gibt.
Oder gibt es ein identifiziertes ADHS-Virus anhand dessen man erklären kann warum sich diese Krankheit in den letzten 20 Jahren explosionsartig vermehrt hat? Warum sind plötzlich 10 mal soviele
Kinder verhaltensauffällig wie noch vor einigen Jahren? Liegt es vielleicht doch eher an der Erziehung? Ich gebe zu, dass es einfacher ist ein
Kind mit Ritalin ruhigzustellen als sich mit den wahren
Ursachen zu beschäftigen.

es gibt keinen grund sich für die verwendung des begriffs *erziehung* zu entschuldigen. Spannender ist zB zu überlegen, was wer mit erziehung erreichen will. ist eine erziehung geglückt, wenn das kind im sinn der eltern agiert und wächst,

oder wenn es eigene ideen vom leben entwickelt und eigenes aufbaut, und was macht diese selbstbestimmende erziehung zu einer guten/missglückten erziehung?
adhs syndrom ist eine wechselstofferkrankung des gehirns. in dem sinn einer klaren diagnose ist es kein geschwurbel. im zuge eines *mein kind ist ein genie aber leidet unter adhs* ist es das schon. der allgemeinheit würde mehr sport gut tun.
ich rede auch nicht darüber, mit einem kind über den sinn der mundhygiene zu diskutieren, aber dinge die kinder betrifft, die man selbst verbalisieren kann, kann man auch mit dem kind verbal ergründen, solange es klar ist, dass der erwachsene der letztentscheider ist. es fehlt in diesem sinn eher an selbststehenden eltern, als an strafmodi.

PS: Jungtiere erhalten bei Missverhalten ebenfalls von ihren Eltern einen Zwicker (mit den Zähnen), einen Stoß oder eine leichten Prankenhieb. Sie werden angeknurrt und angefaucht. Und zwar als deutliche Warnung und Strafe, auch wenn dabei die Jungen nie ernsthaft verletzt werden (!!!).

Höhere Säugetiere sind vergleichbar mit Menschenkindern bis zu 2, 3 Jahren. Auf ein Fehlverhalten hat sofort eine Korrektur zu erfolgen, und zwar so dass es das Kind versteht. (Und rationaliserte Erklärungen und Strafen werden in dem Alter NICHT verstanden.)

Ein Menschenkind wird in Folge sehr schnell lernen, die Schläge aufs kleine Geschwisterchen heimlich auszuführen, wenn die Mama grad nicht herschaut.

Und wenn es größer und stärker ist als die Mama, wird es zurückschlagen. Eh nur einen Knuff oder so, wie im Tierrudel halt, wenn das Alphaweibchen alt und schwach wird.

das kanns chon sein, dass jungtiere das so machen, aber orang utans leben auch auf den bäumen, löwen fressen ihre beute mit haut und haaren und ungekocht, und das sexualverhalten der bonobos will ich da nichtmal in den raum stellen...

unter den tieren sind wir die einzigen menschen. Wir sollten selbige nicht verachten, weil sie nicht menschlich agieren, aber wir dürfen auch systeme aufbauen, die erstere nicht aufbauen können. und zur klaren reglementierung sind bei menschen (und schon gar keine körperl.) strafen nötig. da geht viel mehr über reale konsequenzen zu handlungen, die etwas anders als strafen funktionieren.

Das ist wirklich übleste "Pädagogik"

Der Vergleich mit dem Tierreich ist so verfehlt, demnächst argumentieren sie auch Kindesaussetzung, wenn das Neugeborene schwach ist damit, was?

Das Schlagen von Kindern ist ausnahmslos abzulehnen, dass wir im 21. Jahrhundert noch darüber diskutieren müssen, macht mir Angst.

Lesen Sie einmal "Am Anfang war Erziehung" von Alice Miller, dann sollten Ihnen einige Lichter aufgehen, wie falsch das ist, was Sie da von sich geben!

demnächst argumentieren sie auch Kindesaussetzung, wenn das Neugeborene schwach ist damit, was?

darüber sollte man wertfrei diskutieren können

Naja: Ich bin 1970er Jahrgang.

In meiner Schulklasse wurde rund die Hälfte geschlagen, einer - was jeder wusste - regelmäßig bewusstlos gedroschen, dagegen konnte man aber nichts machen, weil der Vater FPÖler und Strafrichter.

Meine wohlmeinende, aber durchsetzungsschwache Mutter mit den 4 Kindern war so haarsträubend überfordert, dass der Rohrstock immer hinter der Küchentür stand, dass "kein Abendessen" regelmäßig als Strafe eingesetzt wurde, und so weiter.

Andere Mütter waren halt hysterisch - meistens nett, aber alle paar Monate gingen sie dann mit Topfdeckeln, Brotbretteln, Teigwalkern auf Kinder los.

... und das an einer sich für was Besseres haltenden Schule für Bürgerkinder. Dunkelziffer in Ö.? Frag nicht.

So ist mein Vater 20 Jahre frueher aufgewachsen. Es hat mir als Kind schon fast das Herz gebrochen, wenn er vom Teppichklopfer und Scheitlknien erzaehlt hat. Bei ihm war aber der Vater der Misshandler, die Mutter konnte ihn nicht schuetzen.
Meine Eltern haben es geschafft, das zu reflektieren und den Kreislauf der Gewalt zu unterbrechen. Dafuer liebe und bewundere ich sie enorm, bei allen Fehlern, die sie sonst gemacht haben.

Natürlich ist das ein verhalten, dass Eltern mitverschuldet haben, aber...

Um es klar zu sagen: dem Kind befehlen (!), das nicht mehr zu tun und klar sagen, dass wenn.. sie dann selbst eine Ohrfeige oder auf den Popsch bekommt. Damit sie sieht, wie das so ist. (Und es auch einhalten.)

Diskutieren kann man mit Kindern in dem Alter nicht. Soviel Ratio haben die in dem Alter noch nicht. Rationalisierte Strafen (z.B. Zimmerarrest) greifen da nicht, sind nicht verstehbar.

Das ist kein Plädoyer, Kinder zu schlagen - nur in dem Fall, damit das Mäderl erkennt, wie das so ist wenn man selbst gehauen wird, SCHON.

Klar ist das ein Zeichen von Eifersucht, aber das Kind muss auch in diesem Alter lernen, seine negativen Gefühle zu kontrollieren. Dazu gehört auch Herumgebrülle und auf den Boden Werfen (z.B. im Kaufhaus) usw.

Moment mal!

Ich selber habe 2 jüngere Geschwister und kann daher als ältestes von drei Kindern, DEFINITIV ausschließen, dass das die Schuld der Eltern ist!
Das ist eine natürliche Reaktion, dass das Kind eifersüchtig reagiert. Und diese Eifersucht kommt unterschiedlichen Arten ans Licht.

Allerdings bin ich geschockt von "Ohrfeige", einem 2-jährigen Kind eine Ohrfeige zu geben, wird bestimmt helfen! Außer dass das Kind, noch aggressiver wird, wird nämlich gar nichts passieren. Kinder vergleichen, sprich wenn man der Älteren eine Ohrfeige und der Kleinen nicht, wie wird sich die Ältere dann fühlen?
Kinder verstehen und HÖREN ZU, man braucht sie nicht als dumm abstempeln.

Und davon abgesehen, Gewalt ist keine Antwort auf Gewalt. Kinder schlägt man nicht

Das ältere Kind lernt dann,

dass Gewalt ein adäquates Mittel ist,um Probleme mit schwächeren zu lösen. Tolle Erziehungstaktik.

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