Kein leichter Umstieg auf Alternativenergie

12. Oktober 2012, 17:04
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Berlin/Wien - Viele Länder haben in den letzten Jahren große Summen in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert. Ein bedeutender Teil dieses Geldes floss in ländliche Regionen und kurbelte dort lokale Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe an und schuf den Rahmen für Innovationen. Auch die Steuerbasis kann sich dadurch verbreitern.

Trotzdem entwickeln sich diese Projekte nicht automatisch zu einem Glücksfall für die ländlichen Gebiete, so eine von der Organisation für Entwicklungszusammenarbeit OECD erschienene Studie. Vielmehr sind solche Vorhaben nur dann sinnvoll, wenn darüber die traditionellerweise vorherrschenden Beschäftigungs- und Einkommensquellen, etwa im Tourismus, nicht vernachlässigt werden.

Subventionen

Auch wird davor gewarnt, die Produktion erneuerbarer Energien auf Basis etwa von Biomasse, Windkraft und Fotovoltaik über einen langen Zeitraum hoch zu subventionieren. Denn solche Förderungen haben negative Auswirkungen auf die Landnutzung und treiben schlussendlich Energiepreise in die Höhe. Zudem ziehen Förderungen Investoren an, die oft mehr an schnellen Renditen als an der Nachhaltigkeit der Projekte interessiert sind, so die Studie, in der 16 Regionen in Europa (ohne Österreich), Kanada und den USA untersucht wurden.

In der Regel werden die Auswirkungen der Alternativenergie-Projekte auf das Wirtschaftswachstum einer Region überschätzt, so die OECD. Die Installationen konkurrieren mit Tourismus- oder Landwirtschaftsprojekten auf vielerlei Art und Weise: Bei den Finanzmitteln, bei den Beschäftigten und vor allem bei der agrarischen Fläche. Deshalb konnten die OECD-Experten häufig beobachten, dass sich die Bevölkerung gegen Erweiterungen aussprachen. Doch kam es in den letzten Jahren zu einem wahren Boom. Weltweit wuchs 2005 bis 2010 die Stromversorgung auf Basis von Erneuerbaren um 26 Prozent. Ein Fünftel der Elektrizität entfällt auf Alternativenergien, inklusive Wasserkraft. (DER STANDARD; 13./14.10.2012)

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