Josef Taus sagt Neckermann ab

  • Josef Taus im Gespräch.
    foto: apa/jäger

    Josef Taus im Gespräch.

Die derzeitige Wirtschaftspolitik ist für den Ex-Politiker nicht wachstumsfreundlich, Europas Währungspolitik "lebensgefährlich"

Wien - Neckermann habe er sich angesehen, sagt Josef Taus, aber der Versandhändler mache seine Umsätze großteils mit Trachten. Eine Übernahme des nach Rettern suchenden Grazer Unternehmens komme daher nicht infrage. "Das wäre, als wenn wir eine Bäckerei aufsperren."

Der frühere VP-Politiker hat einen Reigen an Industrie- und Handelsbetrieben um sich aufgebaut, von Libro und Pagro bis zu Autozulieferern und Garagenausrüstern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg ihr Umsatz inklusive des Neuerwerbs Mäc Geiz von 636 auf 700 Millionen Euro, bei einem Konzernebit von 25 Mio. Euro.

Interessante Übernahmeobjekte sieht er nach wie vor, finanzielle Experimente wolle er aber nicht eingehen, zumal die derzeitige Wirtschaftspolitik nicht wachstumsfreundlich sei, wie Taus sagt. Europas Währungspolitik etwa sei geradezu "lebensgefährlich".

Seine MTH-Gruppe, in deren Aufsichtsrat auch der neue Praktiker-Chef Armin Burger sitzt, erzielt die Hälfte des Geschäfts in Deutschland. Sie soll künftig mit seiner Herold-Druckerei unter ein Dach kommen. Die RLB OÖ tauschte ihre Beteiligung an der Retail Holding jüngst gegen zehn Prozent am Gesamtkonzern. Bei allen deutschen Beteiligungen ist die MTH AG nun Alleineigentümerin. (vk, DER STANDARD; 13./14.10.2012)

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