Nach 1945 verurteilte Schwule werden rehabilitiert

12. Oktober 2012, 15:32
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Der Bundesrat setzt eine langjährige Forderung von Schwulen und Lesben um - Nun müsse die Regierung Taten folgen lassen

Berlin - Auch die nach 1945 in Deutschland verurteilten Schwulen sollen nach Willen des deutschen Bundesrats rehabilitiert werden. Dafür sprach sich die Länderkammer am Freitag aus und forderte die deutsche Regierung auf, dazu Vorschläge zu machen.

Bisher wurden nur die während der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland verfolgten Homosexuellen rehabilitiert und entschädigt. In beiden Teilen Deutschlands wurden aber auch danach - bis 1969 - noch mehr als 50.000 schwule Männer wegen aufgrund ihrer sexuellen Identität verurteilt.

Zufriedener Lesben- und Schwulenverband

Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) begrüßt via Aussendung das klare Bekenntnis zur Aufhebung der Urteile. Die rund 50.000 schwulen Männer, die nach 1945 in Deutschland menschenrechtswidrig strafrechtlich verurteilt wurden, müssen rehabilitiert und die heute noch Lebenden entschädigt werden, heißt es vom LSVD. Sie fordern die Bundesregierung und den Bundestag auf, dem Votum Taten folgen zu lassen und noch in dieser Legislaturperiode entsprechende Gesetze zu verabschieden.

Die Bundesrepublik hat die nationalsozialistische strafrechtliche Verfolgung der Schwulen bruchlos fortgesetzt, kritisiert der LSVD. Die von den Nazis verschärften Strafvorschriften wurden beibehalten und weiterhin exzessiv angewandt. Selbst Homosexuelle, die die nationalsozialistischen Konzentrationslager überlebt hatten, traf die Fortsetzung der Strafverfolgung. Große Teile von Polizei und Justiz setzten - wie zu Zeiten der Nationalsozialisten - alles daran, die Lesben und Schwule aufzuspüren und "unschädlich" zu machen. (APA, red, 12.10.2012)

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