"Hohe Gebühren zerstören die Erträge"

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    foto: apa/fohringer

Kosten sind Ertragskiller, wie eine aktuelle Studie wieder zeigt, Anleger sollten teure Anleihenfonds meiden

Journalismus ist Wiederholung, lautet eines der unumstößlichen Gesetze der Branche. Wenn es um Investments geht, kann man gar nicht oft genug betonen, dass Kosten der Ertragskiller schlechthin sind. Eine aktuelle Studie von Morningstar belegt das schwarz auf weiß.

"Hohe Gebühren zerstören die Erträge von Anleihenfonds", schreibt Morningstar-Analyst Christopher Traulsen. Er hat sich angesehen, wie die durchschnittlichen Kosten für einen Anleihenfonds und die Erträge zusammenhänge. Dazu hat er die Anleihen-Produkte nach ihrer Performance relativ zu ihren direkten Konkurrenzprodukten gereiht (also Hochzinsanleihenfonds gegen Hochzinsanleihenfonds etwa) und in Quintile, also Fünftel, geteilt. Dabei zeigt sich,:die besten Produkte (nach ihren Erträgen) hatten die niedrigsten Kosten, die schwächsten Fonds die höchsten. Daraus ließe sich der Schluss ziehen, dass Manager hohe Kosten bei Anleihenprodukten gar nicht verdienen können. Wenn Anleihenfonds ein Prozent pro Jahr kosten, lässt sich das fast nie zurückverdienen. Teuer ist also nicht gut.

Das ist für heimische Anleger eine wichtige Erkenntnis. Nach aktuellen Daten der VÖIG, des Verbands österreichischer Investmentgesellschaften, sind knapp 47 Prozent des gesamten Fondsvermögen in Österreich in Rentenfonds veranlagt, mehr als 65 Milliarden Euro. Rentenfonds sind damit ein wesentlicher Baustein im Vermögensmix der Österreicher. Die richtige Lehre aus der Morningstar-Studie ist: auf die Kosten achten. Fondsgesellschaften bieten gerade im Anleihensegment durchaus auch günstigere Produkte an.

Dazu kommen eine Reihe von Produktneuheiten. Diese sind gerade für Anleger interessant, die nicht nur mit ihrem Bankberater über Finanzprodukte reden, sondern sich intensiver mit der Wahl des richtigen Investments beschäftigen. So sind etwa bereits eine Reihe von passiven börsengehandelten Fonds (ETF) aus Anleihen aufgelegt worden. Der ETF-Anbieter der Deutschen Bank wird dabei künftig mitmischen und hat angekündigt, und wohl physisch repizierte ETFs auf Staatsanleihen (ab nächstem Jahr) anbieten. Damit will man die Kritik von Kunden an den derivate-basierten Alternativen (swap-based ETFs) ausräumen.

Ein Blick in die Bestseller der vergangenen Monate zeigt eine weitere Neuerung. Ein aktiver ETF, der Pimco Total Return, hat seit der Gründung im März knapp drei Milliarden Dollar an Kundengeldern in den USA einsammeln können. Dieser ETF basiert auf der Anlagestrategie von Bill Gross von Pimco und soll die Handelbarkeit und Transparenz eines ETFs mit der aktiven Strategie eines Fondsmanagers kombinieren. Bis jetzt scheinen die Anleger Gefallen an der Idee zu finden. Mit einer Gebühr von 0,6 Prozent ist der ETF für Privatanleger zudem günstiger als die aktive Version des Total Return Fonds, die 0,7 Prozent pro Jahr kostet. Diese Sparschiene könnte wegen des Erfolgs wohl auch nach Europa kommen.

 

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