Inhaftierte Pussy-Riot-Sängerin distanziert sich von ihrem Partner

12. Oktober 2012, 14:30

Pjotr Wersilow stand häufig als Sprecher der Band im Rampenlicht

Moskau - Die inhaftierte russische Punk-Sängerin Nadeschda Tolokonnikowa von der Band Pussy Riot hat sich von ihrem Partner Pjotr Wersilow distanziert, der häufig als Sprecher der Band im Rampenlicht stand. Wersilow sei "kein Vertreter der Gruppe Pussy Riot", heißt es in einem am Freitag bekannt gewordenen, handschriftlichen Brief der 22-jährigen, den sie im Gefängnis aufsetzte. Der auf den 11. Oktober datierte Brief ist auch von der zusammen mit Tolokonnikowa zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilten Band-Kollegin Maria Alechina unterzeichnet.

Der Bruch der Sängerinnen mit Wersilow gibt Rätsel auf. Die bislang ebenfalls inhaftierte Pussy-Riot-Sängerin Jekaterina Samuzewitsch, die am Mittwoch aus der Haft entlassen wurde, reagierte mit "Erstaunen". Auf ihren gemeinsamen Fahrten zum Gericht sei von Wersilow nie die Rede gewesen, sagte Samuzewitsch. Sie hatte den russischen Behörden vorgeworfen, sie wollten in der Gruppe Zwietracht säen.

In dem Schreiben wird Wersilow zur Last gelegt, er habe im Namen der Band Journalisten empfangen und Erklärungen abgegeben, wozu er nicht berechtigt gewesen sei. Wersilow und Tolokonnikowa haben zusammen eine vierjährige Tochter. Der 25-jährige Wersilow, der fließend englisch spricht, hatte in Dutzenden Interviews die politische Bedeutung der Protestaktionen von Pussy Riot hervorgehoben.

Die Band-Mitglieder wurden wegen Rowdytums aus religiösem Hass verurteilt, weil sie im Februar in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale gegen den damaligen Ministerpräsidenten Wladimir Putin mit einem "Punkgebet" protestiert hatten. (APA, 12.10.2012)

Kommentar posten
13 Postings

Warum wir der Name der Band eigentlich nicht übersetzt? Futaufstand zB.

hoffentlich sperren's ihn auch ein

dann kann er gleich die nächste aktion planen: pussy riot für den friedensnobelpreis!

Die sind beide kanadische Staatsbürger

und werden von einer US-amerikanischen Stiftung (die auf Präsident Reagan zurückgeht) finanziell alimentiert. Pjotr und Nadeschda brauchen sich also keine großen Sorgen zu machen über den Lebensunterhalt. Wahrscheinlich ist sie ihm nur die Publicity neidig, die er jetzt genießt und die ihr in der Lagerhaft abgehen wird.

logisch! Bisher wurden alle Regime Change Versuche so begonnen. In dem man dem Opfer irgend etwas Böses öffentlich vorwarf!

Wieso spielen nur die Medien so brav mit? Und weshalb gibt es nur so viele "Wissensbefreite" die auf jeden Mist hereinfallen und ihren eigenen Untergang auch noch über Gebühren usw. finanzieren?

Das ist eben die Preisfrage!

Für deren Beantwortung gibt's aber keine Belohnung aus Stockholm ....

Die finanzielle Förderung von Opposition ist in Russland nicht üblich.
Ausser Schirinowski und noch so ein paar Ausserirdischen erhält kein ernstzunehmer Kontrahent etwas. Mainstream. Fast wie bei uns - aber eben nur fast.
Machtwechsel unerwünscht. Wäre ja auch ein Wunder, wenn es anders wäre.

Und warum sah sich Putin dann veranlasst. die Empfänger ausländischer finanzieller Unterstützung als "ausländische Agenten" zu bezeichnen und derartige Unterstützungen zu verbieten, was u.a. auch einen Aufschrei von USAid zur Folge hatte?

Eben gerade darum. Man hätte es eben gerne wie im "Westen", dass das nicht nötig wäre:
Das Pferd von hinten aufzäumen, vielleicht klappt es ja. Haben die Mongolen so gemacht und sind auch nicht schlecht dabei geritten.
Gehört jedenfalls mehr Kunstfertigkeit dazu, als wir uns vorstellen können.

vielleicht will sie ihn schützen?

könnt ja sein, dass sonst die Gefahr bestünde, dass er sonst auch inhaftiert würde

Keine Überraschung

Wenn man sich ein bißchen mit der Vorgeschichte der Gruppe "Voina" befaßt, ist das eigentlich keine Überraschung. Pjotr Wersilow war bekannt dafür, dass er illoyal auf Kosten anderer Berühmtheit erlangen wollte (deswegen wurden er und seine Nadeschda auch von Voina ausgeschlossen), jetzt hat er halt das Gleiche auf Kosten seiner Frau gemacht. Treffen mit Madonna, Sting und Yoko Ono, Interviews in weltweiten Medien, TV-Auftritte etc. Dass es ihm dabei kaum um die Freilassung seiner Frau ging, sondern hauptsächlich um eigene Vorteile und Geld, war ziemlich offensichtlich.

Nun ist seiner Nadja halt der Kragen geplatzt. Klar, wenn sie ins Arbeitslager muß, während er sich als internationaler Star sieht, der zu Interviews um die Welt jettet.

Was sagt das EU-Parlament dazu ? Ist nun der Sacharowpreis in Gefahr ?

Kann Barroso oder Ashton helfen ??

Der Sacharowpreis nicht

aber dafür die Seriosität der Grünen im EP, die diesen Unsinn dort beantragt haben ....

klingt nach bekannten Methoden aus der Sowjetzeit ...

http://de.wikipedia.org/wiki/Zers... icherheit)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.