Handyhersteller ZTE baut Wien zur Osteuropa-Drehscheibe aus

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    ZTE Grand X In

Android-Smartphone „ZTE Grand X In" mit Atom-CPU in Wien vorgestellt

Nokia hat seine Zelte in Wien größtenteils abgebrochen. So wurde das bisherige CEE-Headquarter Wien dieser Tage nach Budapest verlagert. In die Fußstapfen des sich in der Krise befindenden Handybauers tritt der chinesische Netzwerkausrüster und Handyhersteller ZTE. "Österreich ist als Wirtschaftsstandort interessant, deswegen wurde Wien als Headquarter für die ZTE-Expansion nach Zentral- und Osteuropa ausgewählt", sagte Alexander Schuster von ZTE Österreich am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien.

„Wir sehen uns nicht als Nachfolger von Nokia", so der Manager zum WebStandard. Man gehe eigene Wege.

80 Mitarbeiter

Das Unternehmen ist seit 2010 in Österreich aktiv, zählt 80 Mitarbeiter und konnte Aufträge über 100 Millionen Euro an Land ziehen. Zu den Kunden zählen die heimischen Mobilfunker „3" und T-Mobile. Bis 2014 soll der Standort den Umsatz verdoppeln, konkrete Zahlen wurden am Freitag keine genannt. 80 Prozent sollen im Infrastruktursektor erwirtschaftet werden, 20 Prozent mit Endgeräten.

Dem Unternehmen "kann nicht getraut werden"

Weltweit hat ZTE 80.000 Mitarbeiter. 2011 wuchs der Umsatz um 29 Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar (10,6 Mio. Euro). Das Unternehmen war kürzlich ins Visier des US-Kongresses geraten. ZTE stelle eine Sicherheitsgefahr für die USA dar, hieß es im Entwurf eines Untersuchungsberichts des Geheimdienstausschuss des Kongresses. Dem Unternehmen "kann nicht getraut werden", es stehe vermutlich unter dem Einfluss der chinesischen Regierung. Schober wies das am Freitag zurück, das Unternehmen arbeite offen.

Intel-Atom-Prozessor

Bis 2015 will ZTE der drittgrößte Handyhersteller der Welt werden. Derzeit belegt man den vierten Platz und produziert ausschließlich in China. Ein Fundament dafür soll das „ZTE Grand X In" sein. Dementsprechend präsentierte He Shiyou, Chef der Handysparte von ZTE, das Android-4.0- Smarpthone in Wien.
Das Gerät ist mit einem Intel-Atom-Prozessor bestückt und verfügt über ein hochauflösendes, 10,9 Zentimeter (4,3 Zoll) großes Display und eine 8-Megapixel-Kamera.

Topseller

Das Smartphone wird derzeit exklusiv bei Tele.ring angeboten. „Es ist unser aktueller Topseller", sagte Christian Nemeth von Tele.ring zum WebStandard. (sum, 12.10.2012)

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