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vergrößern 645x484Der Göller

Gesamtgehzeit 4 ¼ bis 4 ½ Stunden, Höhen differenz 800 m. Kein Stützpunkt auf der Strecke, zwei Gasthäuser auf dem Gscheid. ÖK25V Blatt 4205-West (Türnitz), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000.
In keiner Beschreibung des Göller fehlt der Hinweis auf die wunderbare Aussicht von der kahlen Gipfelkuppe des Berges. Für alpine Feinspitze ist daher gerade im Herbst mit seinen vielen klaren Tagen die Göller-Tour ein Muss.
Vom Schneeberg über Rax, Veitsch, Hochschwab bis zum Gesäuse sind die Gipfel der Kalkalpen wie an einer Perlenschnur aufgefädelt. Man überschaut fast alle Erhebungen der Voralpen von der Reisalpe bis zum Großen Sulzberg, erspäht hinter Dürrenstein und Hochkar einen Teil des Toten Gebirges, hinter den Zellerhüten glänzen sogar die Eisfelder des Dachstein. Natürlich liegen Ötscher, Tonion, Wildalpe und Kräuterin im Blickfeld. Man sieht aber auch den südlichen Rand des Waldviertels, die über der Donau liegende Wallfahrtskirche Maria Taferl sowie einen Zwickl der Landeshauptstadt St. Pölten. Und am Südfuß des Berges versteckt sich noch ein streng geschütztes Stück Urwald, der Rest des einstigen Neuwaldes.
Noch ein Vorzug des Göller, den viele andere Erhebungen nicht zu bieten haben: Es gibt entlang der gesamten Route keine Forststraße, man wandert sozusagen wie zu Großvaters Zeiten nur auf einem Steig. Am Kernhofer Gscheid steht eine Tafel, mit der die Skitourengeher darauf hingewiesen werden, welche Region sie befahren dürfen und welche Zonen dem Wild vorbehalten bleiben. Für die Wanderer erübrigen sich solche Angaben, denn ein Abweichen vom markierten Weg führt unweigerlich in sehr steiles, mitunter auch ungangbares Gelände. Und da jetzt Jagdzeit ist, sollte man sich besonders ruhig verhalten.
Von der besonderen Pracht der Alpenblumen ist leider um diese Jahreszeit kaum mehr etwas zu bemerken, höchstens einige spät blühende Enzianarten bringen ein wenig Blau oder Violett in das Grün der Matten und Latschenfelder.
Der Göller durfte bis nach dem Ersten Weltkrieg nur mit einer Sonderbewilligung betreten werden, der benachbarte Gippel war sogar bis 1963 für Wanderer und Bergsteiger gesperrt.
Der Weg zum Göller-Gipfel weist allerdings keine besonderen Schwierigkeiten oder gar ausgesetzte Stellen auf, er ist nur relativ lang und teilweise steil, daher auch anstrengend. Bei Nässe muss man wegen der vielen rutschigen Wurzeln im unteren Teil besonders aufpassen. Ist man oben angekommen, liest man im Gipfelbuch folgendes Gedicht:
Wo die Welt hat an Dippel dort nennan s' 'n Gippel,
und daneben der Mugl is 'n Göller sei Bugl.
Die Route: An der Bundesstraße auf dem Kernhofer Gscheid, gegenüber der kleinen Kirche, beginnt der rot markierte Steig, der anfangs recht gemütlich einem Rücken entlangführt. Erst später wird's steil, beim Gsenger erreicht man den Kamm. Gehzeit 1½ Stunden.
Durch Latschenfelder steigt man weiter an, um auf einem steinigen, mit Geröll bedeckten Weg zum Gipfel zu kommen. Gehzeit ab Gsenger eine Stunde.
Der Rückweg erfolgt auf der Anstiegsroute, man braucht bis zum Ausgangspunkt 1¾ bis 2 Stunden. (Bernd Orfer, Album, DER STANDARD, 13.10.2012)
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empfehlung: rückweg NICHT auf anstieg, sondern weiter und runter in den sattel richtung osten, dort auf der naturfreunde-hütte einkehren oder gar übernachten, danach nach norden runter nach kernhof. von dort autostoppen oder ein taxi rufen (ist auf solche wanderer eingestellt). viel spaß und gut marsch!
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